Bank of England warnt: Schuldenboom durch KI könnte 2025 zu Marktverwerfungen führen
- Warum warnt die Bank of England vor KI-bedingten Schulden?
- Wie gefährlich ist die aktuelle Verschuldung im KI-Sektor?
- Welche Auswirkungen hätte ein KI-Crash auf die Wirtschaft?
- Nvidia als Kristallisationspunkt der KI-Blase?
- Gibt es bereits Anzeichen für eine Überhitzung?
- Wie wahrscheinlich ist ein KI-Crash 2025?
- Fazit: Boom mit Risiken
- Häufig gestellte Fragen
Die Bank of England hat in ihrem jüngsten Finanzstabilitätsbericht alarmierende Signale zum KI-Boom gesendet. Demnach könnte die exzessive Verschuldung im Technologiesektor eine Kettenreaktion auslösen, die weit über die Tech-Branche hinausreicht. Besonders besorgniserregend: Fast die Hälfte der geplanten KI-Investitionen von 5 Billionen Dollar soll durch Fremdkapital finanziert werden. Während Nvidia weiterhin Rekordgewinne einfährt, zeigen erste Anzeichen wie die steigenden CDS-Spreads bei Oracle, dass der Markt zunehmend nervös wird. Dieser Artikel analysiert die Risiken und zeigt, warum selbst etablierte Player nicht immun gegen eine mögliche Korrektur sind.
Warum warnt die Bank of England vor KI-bedingten Schulden?
Die britische Zentralbank sieht im aktuellen KI-Hype Parallelen zur Dotcom-Blase der frühen 2000er Jahre. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: "Die heutigen KI-Unternehmen generieren tatsächlich Cashflows - im Gegensatz zu vielen Internet-Startups damals", betont Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England. Dennoch bereitet die Finanzierungsstruktur Sorgen. Etwa 50% der prognostizierten 5 Billionen Dollar KI-Investitionen bis 2030 sollen durch Kredite finanziert werden. "Wenn KI-Aktien crashen, wird sich das nicht auf den Technologiesektor beschränken", warnt der Bericht. "Es würde sich schnell auf den gesamten Kreditmarkt auswirken."
Wie gefährlich ist die aktuelle Verschuldung im KI-Sektor?
Besonders deutlich werden die Risiken am Beispiel Oracle. Die CDS-Spreads (Credit Default Swaps) des Datenbank-Riesen sind seit Juli von unter 40 auf etwa 120 Basispunkte gestiegen - ein klares Warnsignal der Märkte. "Oracle hat dieses Jahr massiv Schulden aufgenommen, um in KI-Infrastruktur zu investieren", analysiert das BTCC Research Team. "Dabei hat das Unternehmen geringere Free-Cashflow-Margen als andere Tech-Giganten." Während sich die Spreads für US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade stabil zeigen, deutet die Entwicklung bei Oracle auf branchenspezifische Risiken hin.
Welche Auswirkungen hätte ein KI-Crash auf die Wirtschaft?
Laut Bank of England würde ein Einbruch der KI-Aktien britische Haushalte direkt treffen: "Ein Vermögensverlust würde den privaten Konsum dämpfen." Zudem wären Banken mit Kreditausfällen konfrontiert, was die Finanzierungskosten für Unternehmen allgemein erhöhen würde. Interessanterweise schätzt die Bank gleichzeitig, dass KI zwei Drittel der Gewinne im S&P 500 in diesem Jahr beigetragen hat. "Die Technologie treibt die Hälfte des US-Wachstums im ersten Halbjahr 2025 an", heißt es im Bericht. Diese Abhängigkeit macht die Wirtschaft besonders verwundbar.
Nvidia als Kristallisationspunkt der KI-Blase?
Mit einer Marktkapitalisierung von 4,37 Billionen Dollar ist Nvidia zum Aushängeschild des KI-Booms geworden. "Der NVDA-Kurs bildet praktisch die Nachfrage nach Hochleistungs-Chips ab", kommentiert ein BTCC-Analyst. Doch die engen Verflechtungen zwischen Nvidia und Partnern wie Intel sorgen für zusätzliche Risiken. Die Bank of England warnt vor einem "gemeinsamen KI-Blase-Effekt", bei dem Probleme eines Players sich schnell ausbreiten könnten. "Ein Dominoeffekt wäre möglich", so die Einschätzung.
Gibt es bereits Anzeichen für eine Überhitzung?
Neben den gestiegenen CDS-Spreads verweist die Bank auf "substanziell überdehnte" Aktienbewertungen im KI-Sektor. Besonders beunruhigend: Viele Investoren nutzen Oracle-CDS als Absicherung gegen einen möglichen KI-Einbruch. "Das zeigt, wie sehr der Markt bereits über mögliche Szenarien nachdenkt", erklärt ein Londoner Hedgefonds-Manager. Gleichzeitig betont Bailey, dass die Fundamentaldaten vieler KI-Unternehmen solider seien als während der Dotcom-Blase. "Aber nicht alle werden gleichermaßen profitieren", gibt er zu bedenken.
Wie wahrscheinlich ist ein KI-Crash 2025?
Während die Bank of England keine direkte Crash-Prognose abgibt, markiert der Bericht klar die Risikofaktoren:
- Überbewertete Aktien
- Hohe Fremdfinanzierung
- Verflechtungen zwischen Großunternehmen
- Frühwarnsignale bei CDS-Spreads
Fazit: Boom mit Risiken
Die Bank of England zeichnet das Bild einer Technologie, die zwar reale Wertschöpfung generiert, aber durch übermäßige Spekulation und Verschuldung zunehmend risikobehaftet ist. "KI ist keine Hoffnungstechnologie mehr, sondern ein realer Wirtschaftsfaktor", so Bailey. "Genau das macht sie systemisch relevant - und gefährlich, wenn etwas schiefgeht." Für 2025 bleibt abzuwarten, ob der Sektor die hohen Erwartungen erfüllen kann, oder ob die Schuldenlast zum Stolperstein wird.
Häufig gestellte Fragen
Warum warnt die Bank of England gerade jetzt vor KI-Schulden?
Die Warnung kommt jetzt, weil die KI-Investitionen einen kritischen Punkt erreicht haben - etwa die Hälfte der geplanten 5 Billionen Dollar soll durch Fremdkapital finanziert werden, was systemische Risiken birgt.
Welches Unternehmen gilt als Frühindikator für KI-Risiken?
Oracle hat sich zum wichtigen Indikator entwickelt, da seine CDS-Spreads sich deutlich vom Rest des Marktes abgekoppelt haben und viele Investoren diese als Absicherung gegen KI-Risiken nutzen.
Unterscheidet sich die aktuelle Situation von der Dotcom-Blase?
Ja, der Hauptunterschied liegt darin, dass heutige KI-Unternehmen tatsächlich Cashflows generieren, während viele Dotcom-Firmen damals nur auf Zukunftshoffnungen basierten. Dennoch gibt es Parallelen bei den Bewertungen.