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Zehn große EU-Banken gründen Qivalis: Regulierter Euro-Stablecoin kommt 2026

Zehn große EU-Banken gründen Qivalis: Regulierter Euro-Stablecoin kommt 2026

Published:
2025-12-02 22:10:24
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Zehn große EU-Banken gründeten Qivalis, um im Jahr 2026 einen regulierten Euro-Stablecoin einzuführen.

Die traditionelle Finanzwelt holt zum Gegenschlag aus. Ein Konsortium aus zehn europäischen Schwergewichten hat Qivalis gegründet – eine Plattform, die 2026 einen voll regulierten Stablecoin an den Start bringen will. Nicht irgendeinen, sondern einen, der direkt an den Euro gekoppelt ist.

Der Plan: Das traditionelle Bankensystem schlägt zurück

Während Krypto-Pioniere seit Jahren an der Peripherie des Systems werkeln, gehen die etablierten Player nun in die Offensive. Qivalis ist kein Experiment in einer Sandbox. Es ist eine strategische Antwort auf die wachsende Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten – aber mit dem kompletten Regelwerk der Aufsichtsbehörden im Gepäck. Die Botschaft ist klar: Innovation ja, aber bitte mit Handbremse und Genehmigung.

Warum 2026? Der lange Marsch durch die Institutionen

Die angepeilte Markteinführung für 2026 ist kein Zufall. Sie spiegelt den mühsamen Prozess wider, einen solchen digitalen Vermögenswert innerhalb des bestehenden EU-Rechtsrahmens – denken Sie an MiCA (Markets in Crypto-Assets) – zu konstruieren. Jeder Prozessschritt, von der Geldwäscheprüfung bis zur Kapitaldeckung, muss vorab mit den Aufsehern abgestimmt werden. Das ist der Preis für Legitimität in einer Branche, die Geschwindigkeit oft über Compliance stellte.

Ein Wink mit dem regulatorischen Zaunpfahl

Die Gründung von Qivalis sendet ein unmissverständliches Signal an den Markt. Die großen Banken beanspruchen das Feld der digitalen Währungen nicht nur für sich, sie definieren auch die Spielregeln neu: Stabilität durch Regulierung, Vertrauen durch bekannte Namen. Ein Schachzug, der die Landkarte der digitalen Finanzen in Europa nachhaltig verändern könnte – und vielleicht ein paar der wilderen Stablecoin-Projekte in die Schranken weist. Am Ende könnte es die ironische Wendung sein: Die größte Bedrohung für dezentrale Stablecoins kommt nicht von einem Regulierer, sondern von einem Bankenkonsortium, das deren Versprechen einfach kopiert – nur eben mit einer Lizenz und zehn bekannten Logos darauf.

Qivalis bildet eine Multi-Bank-Struktur zur Entwicklung eines Euro-Stablecoins

Zu den Teilnehmern von Qivalis gehören ING, UniCredit, CaixaBank, Danske Bank, KBC, Banca Sella, SEB, DekaBank und Raiffeisen Bank International. BNP Paribas bekräftigte ihre Beteiligung an der Gruppe als Teil der gemeinsamen Strategie, einen regulierten Weg zur Emission eines auf Euro lautenden Stablecoins zu schaffen.

Qivalis hat seinen Sitz in Amsterdam und hat zudem bei der niederländischen Zentralbank eine Lizenz alstronGeldinstitut (EMI) beantragt. Diese Lizenz ist obligatorisch, wenn ein Emittent einen Token ausgeben möchte, der vollständig durch Fiatgeldreserven gedeckt ist, wie es der MiCA vorschreibt.

Die Banken versicherten, dass der Stablecoin so konzipiert sei, dass er vollständig auf Blockchain-Netzwerken funktioniere, ohne auf herkömmliche Zahlungssysteme angewiesen zu sein. Nach Abschluss des Lizenzierungsverfahrens wird Qivalis den Token für den Einsatz in digitalen Finanzanwendungen, einschließlich Unternehmenszahlungen und Abwicklungsprozessen, ausgeben.

Um die Initiative voranzutreiben, stellte das Team Jan-Oliver Sell als CEO ein. Sell war zuvor als Führungskraft bei Coinbase Deutschland tätig. Seine Ernennung wurde bekannt gegeben, als Qivalis begann, seine Management- und Aufsichtsstrukturen gemäß den regulatorischen Standards aufzubauen.

Konsortium zielt auf On-Chain-Zahlungen und die EU-Marktlücke ab

Ziel der Banken ist es, einen an den Euro gekoppelten Stablecoin bereitzustellen, der den regionalen Vorschriften entspricht und gleichzeitig die Nachfrage nach grenzüberschreitenden Zahlungen rund um die Uhr deckt. Das Konsortium erklärte, dass der Qivalis-Token nahezu sofortige Zahlungen ermöglicht und programmierbare Zahlungsfunktionen bereitstellt, die die in bestehenden Zahlungssystemen üblicherweise auftretenden Verzögerungen reduzieren sollen.

Es wird erwartet, dass der Token auch mit der Abwicklung digitaler Vermögenswerte, einschließlich tokenisierter Wertpapiere und Kryptowährungstransaktionen, kompatibel sein wird. Sobald der Token eingeführt ist, kann jede Mitgliedsbank ihren Kunden, die den Stablecoin nutzen, eigene Verwahrungstools oder Wallet-Dienste anbieten.

Dieser Schritt Europas erfolgt vor dem Hintergrund, dass US-amerikanische Stablecoins den Weltmarkt weiterhin dominieren. Der Großteil des Vermögenssektors mit einem Volumen von rund 300 Milliarden US-Dollar besteht aus an US-Dollar gedeckten Token wie USDT und USDC. Stablecoins, deren Nennwert in Euro liegt, weisen ein geringeres Gesamtangebot von etwa 670 Millionen auf. Der EURCV, der 2023 von der Société Générale geschaffen wurde, hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 62 Millionen US-Dollar. Im Gegensatz dazu dominiert der von Circle entwickelte EURC den Markt für Euro-Stablecoins mit einem geschätzten Angebot von 330 Millionen.

Dennoch rechnet Qivalis damit, die Lizenz vor der Ausgabe der ersten Token zu erhalten und die behördliche Genehmigungsphase vor dem Rollout in der zweiten Jahreshälfte 2026 abzuschließen. Das Konsortium betonte, dass das Projekt die On-Chain-Zahlungsinfrastruktur in der Region verbessern und eine Alternative zu digitalen Zahlungen im EU-regulierten Markt bieten werde, um den Euro zu nutzen.

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