Kredite mit Krypto als Sicherheit: Was die neue französische Regelung 2025 bedeutet
- Was hat sich genau geändert?
- Warum ist das Verfahren noch so restriktiv?
- Für wen lohnt sich das Angebot aktuell?
- Wie könnte sich der Markt entwickeln?
- Häufig gestellte Fragen
Kryptowährungen können jetzt offiziell als Sicherheit für Darlehen verwendet werden. Dieser regulatorische Wandel markiert einen wichtigen Meilenstein für die Integration digitaler Assets in das traditionelle Bankensystem. Allerdings gibt es noch einige Hürden – nur wenige zugelassene Banken bieten diesen Service an, und die Rahmenbedingungen bleiben streng. Hier erfahren Sie, was sich konkret geändert hat und welche Chancen sich für Krypto-Investoren eröffnen.

Was hat sich genau geändert?
Seit August 2025 erlaubt eine neue französische Regelung, Kryptowährungen als Sicherheit für Lombardkredite zu verwenden. Bisher war dieser Mechanismus nur für traditionelle Wertpapiere verfügbar. "Das ist ein symbolischer Wendepunkt", erklärt Ambroise Helaine, Frankreich-Direktor von Bybit EU. "Digitale Assets werden nicht mehr nur als Spekulationsobjekte, sondern als ernstzunehmende Vermögenswerte anerkannt."
In der Praxis bedeutet das: Investoren können jetzt ihre Bitcoin- oder Ethereum-Bestände als Sicherheit hinterlegen, um beispielsweise eine Immobilie zu finanzieren oder in ein Geschäftsprojekt zu investieren – ohne die Kryptos verkaufen zu müssen. Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen:
- Nur wenige spezialisierte Banken bieten diesen Service an
- Die Kreditsummen sind begrenzt
- Banken müssen den vollen Kreditbetrag in Euro hinterlegen
Warum ist das Verfahren noch so restriktiv?
Der Hauptgrund liegt in der regulatorischen Behandlung von Krypto-Assets. "Sie gelten als hochriskant", erklärt Paul Bureau, Produktmanager für digitale Assets bei Delubac & Cie. "Wir akzeptieren nur liquide, großkapitalisierte Coins wie Bitcoin oder Ethereum und verlangen vollständige Nachweise über die Herkunft der Mittel."
Hinzu kommt die technische Komplexität: Banken benötigen Echtzeit-Überwachungssysteme, die bei plötzlichen Kursstürzen sofort Sicherheiten nachfordern können. "Diese 24/7-Infrastruktur ist aufwendig und kostspielig", so Bureau weiter.
Für wen lohnt sich das Angebot aktuell?
Im Moment profitieren vor allem vermögende Privatkunden und Unternehmen, die:
- Signifikante Krypto-Bestände halten
- Diese nicht veräußern möchten (etwa aus steuerlichen Gründen)
- Gleichzeitig Liquiditätsbedarf haben
"Es ist noch kein Massenprodukt", räumt Helaine ein, "aber ein wichtiger erster Schritt." Interessant könnte das Modell besonders für Unternehmer sein, die in die Web3-Branche investieren wollen, ohne ihre Krypto-Positionen aufzulösen.
Wie könnte sich der Markt entwickeln?
Experten rechnen mit einem schrittweisen Wachstum – vorausgesetzt, die europäische Regulierung wird angepasst. Aktuell müssen Banken für jeden Euro Kreditvolumen einen Euro Eigenkapital hinterlegen, was das Geschäft wenig attraktiv macht.
Langfristig könnte sich der Krypto-Lombardkredit jedoch zu einem Standardinstrument entwickeln, ähnlich wie Wertpapierdarlehen im traditionellen Markt. Voraussetzung wäre eine Lockerung der regulatorischen Anforderungen und breitere Akzeptanz bei Banken.
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochvolatile Assets – informieren Sie sich gründlich, bevor Sie Entscheidungen treffen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kryptowährungen werden als Sicherheit akzeptiert?
Derzeit vor allem große, liquide Coins wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH). Kleinere Altcoins werden in der Regel nicht akzeptiert.
Wie hoch ist der maximale Beleihungssatz?
Dies variiert je nach Bank und Asset, liegt aber typischerweise zwischen 30-50% des Kryptowerts – deutlich niedriger als bei traditionellen Wertpapieren.
Muss ich meine Kryptos an die Bank übertragen?
Ja, die Assets müssen auf spezielle, von der Bank kontrollierte Wallets transferiert werden. Private Keys gehen dabei an die Bank über.
Gibt es steuerliche Konsequenzen?
Die Kreditaufnahme selbst löst keine Steuerpflicht aus. Allerdings können Sicherheitsverpfändungen in einigen Ländern meldepflichtig sein – konsultieren Sie einen Steuerberater.