Hongkongs Behörden warnen LinkedIn-Nutzer vor KI-Datennutzung – So schützen Sie Ihre Daten
- Was plant LinkedIn mit Nutzerdaten?
- Wie hat Hongkong reagiert?
- Wie können Nutzer sich schützen?
- Warum der Datenhunger von KI-Modellen?
- Was bedeutet das für die Zukunft?
- Häufig gestellte Fragen
In einer beispiellosen Maßnahme hat Hongkongs Datenschutzbehörde LinkedIn-Nutzer gewarnt, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, persönliche Daten für das Training generativer KI-Modelle zu nutzen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender globaler Bedenken hinsichtlich des Datenhungers von KI-Systemen und markiert einen wichtigen Präzedenzfall im asiatischen Raum.
Was plant LinkedIn mit Nutzerdaten?
Der Berufsnetzwerk-Riese LinkedIn, der zu Microsoft gehört, hat bestätigt, dass er AB dem 3. November 2025 persönliche Daten – einschließlich Profile, öffentliche Beiträge und Lebensläufe – für das Training seiner KI-Modelle verwenden wird. Betroffen sind Nutzer aus Hongkong, dem Vereinigten Königreich, der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz und Kanada.
Ada Chung Lai-ling, die Datenschutzbeauftragte Hongkongs, betont: "Nutzer sollten die geänderten Datenschutzbestimmungen genau prüfen, insbesondere die Passagen zur KI-Datennutzung, um informierte Entscheidungen treffen zu können."

Schritte zum Opt-out der KI-Datennutzung. Quelle: LinkedIn
Wie hat Hongkong reagiert?
Die hongkonger Aufsichtsbehörde intervenierte bereits Ende 2024 und setzte die geplante Datennutzung vorerst aus. Grund waren Bedenken hinsichtlich der Standardeinstellungen für Hongkonger Nutzer. Nach monatelangen Gesprächen von Oktober 2024 bis April 2025 hat LinkedIn zugesagt:
- Hongkonger Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten
- Die Datenverarbeitung entspricht der hongkonger Datenschutzverordnung
- Minderjährige unter 18 Jahren sind komplett ausgeschlossen
Wie können Nutzer sich schützen?
Nutzer, die nicht möchten, dass ihre Daten für KI-Training verwendet werden, müssen aktiv werden:
- In den Kontoeinstellungen zur "Datenprivatsphäre" navigieren
- Den Punkt "Daten für Verbesserung generativer KI" auswählen
- Die Option "Meine Daten für Training von Content-Erstellungs-KI-Modellen nutzen" deaktivieren

Visuelle Anleitung zum Datenschutz. Quelle: LinkedIn
Warum der Datenhunger von KI-Modellen?
Die Situation spiegelt ein größeres Problem wider: KI-Modelle wie ChatGPT von OpenAI und Gemini von Google haben laut Neema Raphael, Datenchefin von Goldman Sachs, ihre Trainingsdatenquellen nahezu erschöpft. Ilya Sutskever, Mitgründer von OpenAI, warnte bereits 2024, dass der Mangel an qualitativ hochwertigen Trainingsdaten die rapide Entwicklung von KI verlangsamen könnte.
Microsoft, das massiv in OpenAI investiert hat, will nun offenbar auf LinkedIn-Daten zurückgreifen. Interessanterweise hatte Meta bereits 2024 ähnliche Pläne für Facebook und Instagram, musste diese aber nach regulatorischem Druck überarbeiten.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die hongkonger Behörde kündigte an, die Situation weiter zu überwachen. Dieser Fall könnte wegweisend sein für den Umgang mit KI-Datennutzung im asiatischen Raum. Gleichzeitig zeigt er, wie Plattformen zunehmend versuchen, ihre Nutzerdaten für KI-Entwicklung zu monetarisieren.
Für Nutzer ist es wichtiger denn je, Datenschutzeinstellungen regelmäßig zu überprüfen – was ich persönlich bisher auch sträflich vernachlässigt habe, bis mich dieser Fall wachgerüttelt hat.
Häufig gestellte Fragen
Welche Daten will LinkedIn für KI-Training nutzen?
LinkedIn plant, Profildaten, öffentliche Beiträge, Lebensläufe und berufliche Aktivitäten zu nutzen. Private Nachrichten sollen laut Unternehmen nicht einbezogen werden.
Können Nutzer unter 18 Jahren betroffen sein?
Nein, LinkedIn schließt ausdrücklich Minderjährige unter 18 Jahren von der KI-Datennutzung aus.
Besteht ein Zusammenhang mit Microsoft und OpenAI?
Ja, Microsoft ist Eigentümer von LinkedIn und Hauptinvestor von OpenAI. Es ist wahrscheinlich, dass die Daten auch OpenAI-Modellen zugutekommen könnten.
Wie lange hat Hongkong gebraucht, um zu reagieren?
Die Behörde führte von Oktober 2024 bis April 2025 Gespräche mit LinkedIn, bevor eine Lösung gefunden wurde.
Gibt es ähnliche Fälle bei anderen Plattformen?
Ja, Meta (Facebook, Instagram) hatte 2024 ähnliche Pläne, die nach regulatorischem Druck angepasst werden mussten.