Hongkongs Regulierungsbehörden warnen LinkedIn-Nutzer vor Datennutzung für KI-Training ab November 2025
- Warum warnt Hongkongs Datenschutzbehörde LinkedIn-Nutzer?
- Welche Daten will LinkedIn für KI-Training nutzen?
- Wie können Nutzer sich schützen?
- Warum ist dieser Schritt für LinkedIn so wichtig?
- Wie reagiert die Tech-Branche auf Datenschutzbedenken?
- Was bedeutet das für die Zukunft der KI-Entwicklung?
- Häufig gestellte Fragen
Die Datenschutzbehörde Hongkongs hat LinkedIn-Nutzer aufgefordert, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen, da das professionelle Netzwerk AB dem 3. November 2025 persönliche Daten für das Training generativer KI-Modelle verwenden wird. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die Privatsphäre haben, insbesondere für Nutzer aus Hongkong, der EU und anderen betroffenen Regionen. Die Behörde betont die Wichtigkeit einer informierten Entscheidung und bietet gleichzeitig Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Opt-out.
Warum warnt Hongkongs Datenschutzbehörde LinkedIn-Nutzer?
Die Hongkonger Datenschutzbehörde (PCPD) hat in einer ungewöhnlich deutlichen Stellungnahme alle LinkedIn-Mitglieder dazu aufgefordert, ihre Kontoeinstellungen zu überprüfen. Grund ist die geplante Nutzung persönlicher Daten für KI-Trainingszwecke durch das Microsoft-Tochterunternehmen. "Es geht hier um mehr als nur um Datenschutz - es geht um die grundlegende Frage, wer die Kontrolle über unsere digitalen Identitäten hat", erklärt ADA Chung Lai-ling, die Datenschutzbeauftragte Hongkongs, in ihrer Erklärung.

Schritte zum Opt-out aus dem KI-Datentraining. Quelle: LinkedIn
Welche Daten will LinkedIn für KI-Training nutzen?
Laut den aktualisierten Nutzungsbedingungen plant LinkedIn, praktisch alle öffentlich zugänglichen Profildaten zu verwenden - von Berufserfahrungen über Bildungsweg bis hin zu veröffentlichten Beiträgen. Besonders brisant: Auch Daten von Nutzern aus Hongkong, der EU, dem EWR-Raum, der Schweiz, Kanada und dem UK sind betroffen. "Das ist kein kleines Experiment, sondern ein globaler Eingriff in die berufliche Privatsphäre", kommentiert ein Datenschutzexperte des BTCC Research Teams.
Wie können Nutzer sich schützen?
Für besorgte Nutzer gibt es einen Ausweg: In den Kontoeinstellungen unter "Datenprivacy" findet sich der neue Punkt "Generative KI-Verbesserung". Hier kann die Option "Meine Daten für KI-Trainingszwecke verwenden" deaktiviert werden. Allerdings warnt die Hongkonger Behörde: "Die Standardeinstellung ist Zustimmung - wer nichts tut, stimmt automatisch zu."

Detailansicht der Datenschutzeinstellungen. Quelle: LinkedIn
Warum ist dieser Schritt für LinkedIn so wichtig?
Hintergrund ist der zunehmende Druck auf KI-Unternehmen wie Microsoft (dem Eigentümer von LinkedIn) und OpenAI, qualitativ hochwertige Trainingsdaten zu beschaffen. "Die besten öffentlich verfügbaren Datenquellen sind praktisch erschöpft", erklärt Neema Raphael vom Goldman Sachs. LinkedIn-Daten sind besonders wertvoll, da sie strukturierte Informationen über Berufserfahrungen und Qualifikationen enthalten.
Wie reagiert die Tech-Branche auf Datenschutzbedenken?
Der Vorfall erinnert an ähnliche Kontroversen bei Meta im letzten Jahr. Interessanterweise hat LinkedIn zugesichert, dass die Datenverarbeitung vollständig mit Hongkongs Datenschutzgesetzen konform sein wird. "Wir geben Nutzern die Kontrolle zurück", verspricht ein LinkedIn-Sprecher - ein Versprechen, das nach Ansicht von Kritikern erst nach regulatorischem Druck gegeben wurde.
Was bedeutet das für die Zukunft der KI-Entwicklung?
Ilya Sutskever, Mitgründer von OpenAI, warnte bereits 2024 vor einem "Trainingsdaten-Kollaps". Die aktuelle Entwicklung zeigt: Plattformen wie LinkedIn werden immer wichtiger für die KI-Industrie. Gleichzeitig wächst der regulatorische Widerstand - ein Spannungsfeld, das sich wohl noch verschärfen wird. "Die goldene Ära des unbegrenzten Datenzugriffs könnte bald vorbei sein", prognostiziert ein Analyst des BTCC Teams.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann werden meine LinkedIn-Daten für KI-Training verwendet?
LinkedIn beginnt mit der Datennutzung ab dem 3. November 2025, sofern Nutzer nicht aktiv widersprechen.
Kann ich später noch aussteigen, wenn ich jetzt zustimme?
Ja, die Einstellung kann jederzeit geändert werden. Allerdings werden bereits verwendete Daten nicht rückwirkend gelöscht.
Werden auch private Nachrichten verwendet?
LinkedIn versichert, dass nur öffentliche Profildaten und Beiträge, nicht aber private Kommunikation genutzt werden.
Was passiert mit Daten minderjähriger Nutzer?
Nutzer unter 18 Jahren sind automatisch vom KI-Training ausgeschlossen.
Warum betrifft das besonders Hongkong?
Hongkong hat strenge Datenschutzgesetze und die Behörden zeigen sich besonders wachsam bei grenzüberschreitenden Datenflüssen.