Amundi setzt auf Ethereum: Europas Top-Vermögensverwalter springt auf den Blockchain-Zug auf
Der traditionelle Finanzsektor kapituliert vor der Krypto-Revolution.
Das Ende der Blockchain-Skepsis?
Mit über 2 Billionen Euro verwalteten Vermögens steht Amundi nicht gerade für waghalsige Experimente. Doch jetzt durchbricht der französische Gigant die letzte Verteidigungslinie der traditionellen Finanzwelt - und integriert Ethereum in seine Investment-Strategie.
Warum ausgerechnet jetzt?
Während sich deutsche Bankvorstände noch über Bitcoin-Lunchs streiten, hat Europas größter Vermögensverwalter die Zeichen der Zeit erkannt. Die Entscheidung fällt in einem Moment, wo institutionelle Anleger massiv in digitale Assets drängen.
Der Domino-Effekt beginnt
Was bei Amundi passiert, wird Wellen schlagen. Andere europäische Vermögensverwalter können sich dem Ethereum-Trend kaum noch entziehen - es sei denn, sie wollen ihre Kunden an die Konkurrenz verlieren.
Die Ironie? Dieselben Finanzhäuser, die vor fünf Jahren noch Blockchain als 'Teufelszeug' bezeichneten, müssen jetzt mit Ethereum arbeiten - während ihre eigenen Digitalwährungsprojekte still und leise eingestampft werden.
Amundi betritt die Welt der Tokenisierung

Amundi hat offiziell die erste tokenisierte Anteilsklasse eines Geldmarktfonds auf Ethereum eingeführt. Das Produkt heißt Amundi Funds Cash EUR – J28 EUR DLT und befindet sich auf einer öffentlichen Blockchain anstelle des üblichen geschlossenen Finanzregisters. Die Idee ist einfach: den Fondsbesitz transparenter, leichter übertragbar und über mehr digitale Kanäle verfügbar zu machen.
Das Ziel ist nicht, das alte System über Nacht zu ersetzen. Es geht darum, ein hybrides Modell zu schaffen, bei dem traditionelle Käufer weiterhin ihre normalen Wege nutzen, während neue Investoren über blockchain-basierte Schienen Zugang erhalten. Man kann es sich vorstellen wie das Öffnen einer neuen Tür, ohne die bestehenden zu schließen.
Wie die Zusammenarbeit mit CACEIS das Spiel verändert
Amundi hat dies nicht allein gemacht. CACEIS stellte das Rückgrat bereit: eine blockchain-fähige Transfer-Agent-Infrastruktur, digitale Investoren-Wallets und eine 24/7-Order-Engine zum Kaufen und Einlösen von Anteilen.
Was das wirklich bedeutet, ist, dass Aktivitäten, die normalerweise nach Geschäftsschluss enden, jetzt kontinuierlich betrieben werden können. Zeichnungen, Rücknahmen und Buchführung müssen nicht mehr auf Bankzeiten warten. Sie erhalten eine sofortige Auftragsausführung und eine transparente On-Chain-Prüfungsspur.
CACEIS-CEO Jean-Pierre Michalowski brachte es auf den Punkt: Dieser Schritt ist der erste Schritt in Richtung einer Zukunft, in der Fonds-Transaktionen rund um die Uhr stattfinden und möglicherweise in Stablecoins oder sogar zukünftigen digitalen Zentralbankwährungen abgewickelt werden.
Warum Tokenisierung für Amundis Zukunft wichtig ist
Aus Amundis Perspektive ist dies kein einmaliges Experiment. Jean-Jacques Barberis beschrieb die Tokenisierung als eine Transformation, die in den kommenden Jahren an Fahrt aufnehmen wird. Und man kann sehen, warum:
Die Blockchain übernimmt die Aufzeichnung mit eingebauter Transparenz.
- Die Abwicklung wird schneller.
- Die betriebliche Kontinuität wird rund um die Uhr gewährleistet.
- Der Zugang zu neuen Anlegersegmenten und neuen Märkten wird erweitert.
Für Geldmarktfonds ist insbesondere die Möglichkeit, sofort zu zeichnen und zu kündigen, ein großer Vorteil. Es verkürzt die Bearbeitungszeit, reduziert das operationelle Risiko und ebnet den Weg für vollständig digitale Vertriebsmodelle.
Das größere Bild: RWA-Tokenisierung explodiert
Was bei Amundi passiert, passt in eine viel größere Geschichte. Die Tokenisierung von realen Vermögenswerten (RWA) hat im Jahr 2025 einen starken Anstieg erlebt. Die Marktkapitalisierung stieg von 15,2 Milliarden Dollar zu Beginn des Jahres auf 37,1 Milliarden Dollar bis Ende November. Das ist kein Hype. Das ist Adoption.
Die Provenance-Blockchain führt derzeit die Kategorie mit fast 13,9 Milliarden Dollar an tokenisierten Vermögenswerten an, angetrieben hauptsächlich durch umfangreiche Emissionen von Figure Technologies, einem mittlerweile an der Nasdaq notierten Unternehmen. Ethereum folgt mit 12,4 Milliarden Dollar an tokenisierten Vermögenswerten, und es gibt zusätzliche Aktivitäten, die in ZKsync, BNB Chain, Polygon und kleinere Netzwerke fließen.
Amundis Schritt signalisiert, dass große Institutionen die Tokenisierung nun nicht mehr als theoretische Zukunft, sondern als Infrastruktur sehen, die ihr Wachstum im nächsten Jahrzehnt unterstützen wird.
Tokenisierte Fonds werden nicht lange Nischenprodukte bleiben. Da mehr Vermögensverwalter hybride Modelle testen, werden die alten Grenzen des Fondsvertriebs verschwinden. Anleger werden schnellere Transaktionen, klarere Aufzeichnungen und rund um die Uhr Zugang erwarten.
Amundis Experiment mit Ethereum wird wahrscheinlich den Rest der Branche vorantreiben. Die Tokenisierung entwickelt sich von einem Schlagwort zu einem Standardwerkzeug in der globalen Finanzwelt, und dieser Start zeigt genau, wohin die Reise geht.
Wenn dies der Ausgangspunkt ist, werden die nächsten Jahre sehr unterschiedlich aussehen, wie Fonds aufgebaut, verwaltet und zugänglich gemacht werden.