Südkorea stellt Krypto-Kriminellen: Drahtzieher von 1,18-Millionen-Dollar-Raub aus Litauen ausgeliefert

Ein internationaler Krypto-Fall zeigt Zähne: Südkorea liefert den mutmaßlichen Mastermind hinter einem digitalen Raubzug im Wert von 1,18 Millionen US-Dollar aus Litauen aus. Die Aktion markiert einen weiteren Schritt in der globalen Koordination gegen Cyberkriminalität im Kryptobereich.
Die Spur des Geldes
Die Ermittlungen folgten den üblichen Spuren – verschleierte Wallet-Adressen, Mixer-Dienste und grenzüberschreitende Transaktionen. Doch diesmal führte die Spur nicht in eine digitale Sackgasse, sondern direkt zu einer physischen Person, die nun der Justiz überstellt wird. Ein seltener, aber wachsender Erfolg für Strafverfolgungsbehörden weltweit.
Globale Jagd wird enger
Die Auslieferung aus Litauen unterstreicht, wie sehr sich die Netze der internationalen Zusammenarbeit schließen. Was früher als sicherer Hafen galt, wird zunehmend zum Risiko für Kriminelle. Finanzaufsichtsbehörden wie die FSA und ihre internationalen Pendants tauschen Daten in einem Tempo aus, das die Branche selbst überrascht – eine Ironie, die nicht jedem gefallen dürfte.
Ein Signal mit Nachgeschmack
Während die Nachricht Sicherheit signalisiert, bleibt ein fader Beigeschmack: Es brauchte offenbar einen siebenstelligen Betrag und grenzüberschreitende Ermittlungen, um einen Einzelfall zu verfolgen. Für den kleinen Anleger, der seine Ersparnisse verliert, bleibt der Rechtsweg oft eine teure und undurchdringliche Mauer – ein klassisches Problem in einem Sektor, der Dezentralisierung predigt, aber zentralisierte Autoritäten braucht, um zu funktionieren.
Südkorea liefert Hacker aus, um ihn vor Gericht zu stellen
Berichten zufolge führte der Verdächtige seine Operationen von April 2020 bis Januar 2023 durch und zielte dabei auf ahnungslose Opfer ab, indem er eine Schadsoftware namens KMSAuto verbreitete, die als Microsoft Windows-Aktivierungstool getarnt war.
Die Ermittler behaupteten, dass die Malware, die weltweit mehr als 2 Millionen Mal geteilt wurde, eine Memory-Hacking-Technik einsetzte, die während Transaktionen automatisch Kryptowährungs MATIC durch die Adressen des Hackers ersetzte
Die Masche zielte ausschließlich auf Nutzer ab, die keine lizenzierte Aktivierungssoftware verwendeten. Berichten zufolge wurden weltweit über 3.100 Wallets infiziert, und der Täter konnte 840 Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten abfangen, deren Gesamtwert sich auf 1,7 Milliarden Won belief. Unter den Opfern befanden sich acht koreanische Staatsangehörige, die laut Behördenangaben insgesamt 16 Millionen Won verloren.
Die Polizei gab an, dass der Hacker erstmals im August 2020 ins Visier der Ermittler geriet, nachdem ein Nutzer den Verlust eines Bitcoingemeldet hatte. Der digitale Vermögenswert hatte damals einen Wert von 12 Millionen Won. Der Nutzer behauptete, den Bitcoin an eine bekannte Wallet gesendet zu haben, die Transaktion sei jedoch an die falsche Wallet-Adresse umgeleitet worden.
Die Ermittlungen führten tracder gestohlenen digitalen Vermögenswerte in sechs Länder, darunter auch inländische Börsen, unddentsieben weitere koreanische Opfer.
Nach mehreren Ermittlungen gaben die Koreaner an, den Verdächtigendentzu haben. Die Polizei erklärte, sie habe im Dezember letzten Jahres eine koordinierte Operation mit dem litauischen Justizministerium, der Staatsanwaltschaft und der Polizei durchgeführt.
Im Zuge der gemeinsamen Operationen durchsuchten die litauischen Behörden die Wohnung des Verdächtigen und beschlagnahmten 22 Gegenstände, darunter mehrere Mobiltelefone, Laptops und weitere Geräte. Um die Strafverfolgung in Korea zu ermöglichen, beantragte die Polizei zudem eine internationale Fahndungsausschreibung (Red Notice) bei Interpol .
Die Polizei verspricht,trongegen Cyberkriminelle vorzugehen
Der Verdächtige wurde schließlich von den georgischen Behörden festgenommen, nachdem er im April in das Land eingereist war. Die koreanischen Behörden beantragten seine Auslieferung aus Georgien, und nach fünf Jahren und vier Monaten Ermittlungen gelang es der Polizei, den Verdächtigen nach Korea zu bringen, wo er aufgrund eines richterlichen Haftbefehls verhaftet wurde.
In ihrer Erklärung rief die koreanische Polizei diedentzur Ruhe auf und versicherte ihnen, dass sie kriminelle Elemente, die es auf sie abgesehen haben, festnehmen werde.
Park Woo-hyun, Leiter der Abteilung für Cyberkriminalität bei der Nationalen Polizeibehörde, dankte den beteiligten Ländern für ihre Zusammenarbeit. Er betonte außerdem, dass Korea auch weiterhintronund konsequent gegen grenzüberschreitende Cyberkriminalität vorgehen werde, und zwar durch internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden und im Rahmen von Auslieferungsverfahren.
In der Zwischenzeit wurden diedentgewarnt, beim Umgang mit digitalen Gütern wachsam zu sein und die Polizei zu informieren, sobald sie feststellen, dass sie Opfer eines Diebstahls geworden sind.
Die koreanische Polizei hat die Einwohner außerdem davor gewarnt, dent Aktivitäten auszuüben und Verbindungen zu fragwürdigen Personen einzugehen.
Die Erklärung erfolgte im Zusammenhang mit der Verurteilung eines Südkoreaners, dessen Berufung wegen Zusammenarbeit mit einem nordkoreanischen Hacker zur Aufrechterhaltung eines illegalen Online-Spielservers abgewiesen wurde. Die Behörden gaben an, der Angeklagte und der Hacker hätten zahlreiche Nachrichten ausgetauscht und Sicherheitssoftware erhalten, für die er insgesamt 16.300 US-Dollar bezahlt habe.
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