Banken-Rallye explodiert: JPMorgan, Citi & BofA katapultieren 600-Milliarden-Dollar-Markt unter Trump

Wall Street schaltet in den Turbo-Modus. Die großen Namen – JPMorgan, Citigroup, Bank of America – treiben eine historische Rallye an, die den Markt um satte 600 Milliarden Dollar aufgebläht hat. Der Auslöser? Eine erwartete Deregulierungswelle unter der Trump-Administration, die den Finanzsektor auf den Kopf stellen könnte.
Der Deregulierungs-Tsunami
Es ist kein Geheimnis: Weniger Regeln bedeuten für die Banken mehr Spielraum – und mehr Profit. Die Erwartung lockerer Vorschriften hat eine Kapital-Lawine ausgelöst, die durch die Börsenhallen rollt. Analysten sprechen von einem Paradigmenwechsel, der die Spielregeln der letzten Jahre neu schreibt. Ein gefundenes Fressen für die Bilanzpolitik, möchte man fast sagen.
Die Triebkräfte der Rallye
Nicht eine, sondern mehrere Großbanken stehen hinter diesem Rekordlauf. Sie agieren nicht als Einzelkämpfer, sondern als geballte Macht, die den gesamten Sektor mitzieht. Die Bewegung ist breit aufgestellt und signalisiert ein fundamentales Umdenken der Märkte gegenüber dem Finanzsektor. Die Kurse reagieren nicht nur auf Quartalszahlen, sondern auf eine veränderte politische Landkarte.
Was kommt nach den 600 Milliarden?
Die Frage, die jetzt alle umtreibt: Ist das erst der Anfang? Die Rallye hat eine Marke von 600 Milliarden Dollar durchbrochen – eine psychologische Schwelle, die neue Spekulationen befeuert. Beobachter warnen vor überzogenem Optimismus, doch der Momentum-Handel ignoriert solche Bedenken vorerst. Ein klassischer Fall von 'Kaufen jetzt, Fragen später', getrieben von der Gier nach dem nächsten großen Ding – oder einfach nur dem nächsten Quartalsbonus.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob diese Hausse auf solidem Fundament steht oder ob sie nur ein weiteres Spektakel im ewigen Zyklus von Boom und regulatorischer Bereuung ist. Die Wetten sind platziert.
Trump lockert die Regeln, während Banken überschüssiges Kapital anhäufen
Die Finanzkrise von 2008 brachte Regeln mit sich, die die Gewinne stark schmälerten. Mehr Kapital, restriktivere Kreditvergabe und Stresstests machten Banken für Anleger uninteressant. Doch das hat sich geändert.
Trumps Regulierungsbehörden haben bereits damit begonnen, höhere Verschuldungsgrade für die größten Kreditgeber zuzulassen. Sie haben das jährliche Stresstestsystem, das die Höhe des von Banken vorzuhaltenden Kapitals festlegt, geändert. Außerdem haben sie die Richtlinien zur Begrenzung risikoreicher Kreditvergabe abgeschafft.
„Man kann die Bedeutung dieser regulatorischen Änderung für die Aktienkurse nicht unterschätzen“, sagte Gerard Cassidy, Bankanalyst bei RBC. „Die Rentabilität der Branche wurde durch die Finanzkrise stark beeinträchtigt, da die Banken – völlig zu Recht – deutlich mehr Kapital aufnehmen mussten.“
Da diese Regeln nun gelockert werden, ändert sich die Lage. Und die größten Akteure sind vorbereitet. Sie haben bereits cash angehäuft, da sie AB 2023 mit strengeren Regeln im Rahmen des Biden-Plans rechneten. Diese Regeln, bekannt als Basel III Endgame, dürften nun deutlich weniger streng ausfallen als zunächst befürchtet.
„Sie sitzen alle auf überschüssigem Kapital, weil sie es bereits auf Basis des anderen Vorschlags aufgebaut haben“, fügte Cassidy hinzu.
Dieses Kapital ist mehr als nur ein Sicherheitsnetz. Es kann nun für Aktienrückkäufe, Dividenden und Wachstum eingesetzt werden. Banken wollen Kapital nicht mehr nur halten, sondern es auch nutzen.
Aktienkurse explodieren, da Investmentbanking und Handel wieder an Fahrt gewinnen
Die Citigroup-Aktie legte bis 2025 um fast 70 % zu und erzielte damit die beste Performance der sechs untersuchten Unternehmen. Der Grund? Eine umfassende interne Restrukturierung, bei der jahrelange Kostensenkungs- und Vereinfachungsmaßnahmen endlich Früchte tragen. Erstmals seit 2018 notiert die Citi-Aktie nun über der Summe ihrer Einzelwerte.
Goldman Sachs liegt mit einem Kursanstieg von 60 % in diesem Jahr nicht weit dahinter. Die Rückkehr großer Investmentbanking-Deals trägt dazu bei, ebenso wie ein massiver Handelsboom. Goldman erreichte 2025 Rekordhochs. Und viele erwarten, dass sich das Wachstum 2026 noch beschleunigen wird.
Daten von Crisil Coalition Greenwich zeigen, dass Banken beträchtliche Umsätze erzielen. Der Aktienhandel soll Prognosen zufolge 92 Milliarden US-Dollar erreichen, während der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren 163 Milliarden US-Dollar erreichen könnte – beides deutlich höhere Werte als bisher.
Dennoch sind nicht alle von der aktuellen Deregulierungswelle überzeugt. Senatorin Elizabeth Warren äußerte Bedenken hinsichtlich des Umfangs der Änderungen und der Risiken, die Banken als Nächstes eingehen könnten. Investoren zeigen sich jedoch unbesorgt.
„Das ist ein Risiko, das in Zukunft auftreten könnte“, sagte Saul Martinez, Leiter der Aktienanalyse für US-Finanzwerte bei HSBC. „Angesichts des geringen Wachstums der Bankbilanzen besteht jedoch der Eindruck, dass Spielraum für höhere Risiken besteht.“
Martinez fügte außerdem hinzu: „Es fühlt sich im Moment fast ein bisschen zu schön an, um wahr zu sein. Die fundamentalen Rahmenbedingungen sind gut. Ich denke, die Frage ist, wie viel davon bereits eingepreist ist.“
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