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Wingtech zieht vor Gericht: Niederländisches Urteil angefochten im erbitterten Kampf um Nexperia-Kontrolle

Wingtech zieht vor Gericht: Niederländisches Urteil angefochten im erbitterten Kampf um Nexperia-Kontrolle

Published:
2025-11-28 18:03:00
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Wingtech legt Berufung gegen niederländisches Urteil ein, während der Kampf um die Kontrolle über Nexperia eskaliert.

Der Machtkampf um Nexperia eskaliert - Wingtech geht in die Berufung gegen das niederländische Gerichtsurteil.

Rechtsschlacht im Halbleitersektor

Während die Aktienkurse schwanken, zieht Wingtech alle rechtlichen Register. Das Unternehmen wehrt sich gegen die niederländische Entscheidung - ein Schachzug, der die Kontrolle über den Chip-Hersteller Nexperia neu definieren könnte.

Investoren beobachten die Entwicklung mit angespannter Erwartung. Analysten fragen sich: Wer setzt sich im Ringen um die strategisch wichtige Tochtergesellschaft durch? Die juristische Auseinandersetzung zeigt, wie viel auf dem Spiel steht in einem Markt, der von geopolitischen Spannungen geprägt ist.

Während die Anwälte ihre Argumente schärfen, bleibt die Branche in Alarmbereitschaft. Ein typischer Fall von Corporate Governance, bei dem die Aktionäre am Ende doch die Zeche zahlen - egal wie der Rechtsstreit ausgeht.

Wingtech focht Gerichtsverfahren und Aktienübertragung an

Wingtechs Berufung konzentriert sich auf die erzwungene Übertragung seiner Anteile und die Absetzung von Zhang Xuezheng als CEO.

Das Unternehmen behauptet, das Gericht habe sich ausschließlich auf Aussagen der Nexperia-Manager und des Wirtschaftsministeriums gestützt und Wingtech an einer Stellungnahme gehindert.

In ihrer Klageschrift bezeichnet Wingtech dies als einen „außergewöhnlichen und historischen“ Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren.

Das Unternehmen behauptet, es habe vor der Urteilsverkündung nie eine faire Chance gehabt, sich zu verteidigen.

Das niederländische Wirtschaftsministerium wies diese Behauptung zurück. Ein Ministeriumssprecher teilte Bloomberg per E-Mail mit: „Das Ministerium und der Minister haben das Verfahren vor der Unternehmenskammer in keiner Weise initiiert oder beeinflusst.“

In derselben Erklärung hieß es weiter: „Die Justiz in den Niederlanden ist vollkommendent.“ Wingtech argumentiert weiterhin, dass der frühere Versuch der Regierung, zusätzliche Befugnisse über Nexperia zu erlangen, eine direkte Rolle bei der Gestaltung des Gerichtsgeschehens gespielt habe.

Der Rechtsstreit hielt auch nach Anzeichen einer politischen Entspannung an. Am Donnerstag wandte sich Nexperia mit Sitz in Nijmegen mit einem offenen Brief an die Führungskräfte ihrer chinesischen Niederlassung. Das Unternehmen erklärte, die internen Gespräche seien gescheitert. Es warnte, dass es aufgrund der mangelhaften Zusammenarbeit mit der chinesischen Seite weiterhin zu Lieferengpässen bei den Kunden komme.

Wingtech antwortete , dass der Brief falsche Behauptungen enthalte und die ihrer Ansicht nach eigentliche Ursache der Krise ignoriere, nämlich das Eingreifen des niederländischen Staates.

Staatliche Maßnahmen lösen Exportbeschränkungen und einen Schock im Automobilangebot aus.

Der Streit wurde im Oktober öffentlich, nachdem der niederländische Staat seine Befugnisse aktiviert hatte, um Entscheidungen bei Nexperia zu blockieren oder rückgängig zu machen. Beamte äußerten die Befürchtung, Wingtech würde High-End-Ausrüstung und sensible Technologien aus Europa schaffen.

Peking reagierte Tage später mit Exportbeschränkungen für Teile, die im Werk von Nexperia in Guangdong hergestellt wurden, einem Standort, der einst etwa die Hälfte der Gesamtproduktion des Unternehmens produzierte.

Die Folgen trafen den globalen Automobilsektor unmittelbar. Nexperia liefert Leistungssteuerungs- und Logikchips für Motoren, Batterien und Bremssteuerungen. Der Lieferengpass zwang Autohersteller wie Honda und Volkswagen, ihre Produktionslinien zu drosseln oder ganz einzustellen, da die Teile knapp wurden.

Es folgten wochenlange Gespräche. Vertreter Chinas, der Niederlande, Deutschlands, der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten nahmen an den Verhandlungen teil. Später wurde ein vorläufiger Waffenstillstand vereinbart. Peking stimmte einer Lockerung der Exportkontrollen zu. Damit entspannte sich die Angebotsverknappung deutlich. Der tiefer liegende Streit um Eigentum und Kontrolle blieb jedoch bestehen.

Wingtechs Klage vor dem Obersten Gerichtshof richtet sich auch gegen Wirtschaftsminister Vincent Karremans. Die Beschwerde verweist auf ein Schreiben von Ministeriumsanwälten an die Handelskammer vom 1. Oktober. Dieses Schreiben unterstützte einen 81-seitigen Antrag des Managements von Nexperia, der fast unmittelbar nach dessen Einreichung eingereicht wurde.

Wingtech zufolge lässt die Geschwindigkeit dieser Abfolge auf einen koordinierten Angriff schließen. Das Unternehmen vermutet außerdem, dass das Ministerium die Dokumente frühzeitig eingesehen hat – eine Behauptung, die im Widerspruch zu Karremans' öffentlichen Äußerungen steht.

Wingtech fordert die Regierung nun auf, ihre Unterstützung für die Suspendierung von Zhang Xuezheng als CEO zurückzuziehen. Das Ministerium antwortete mit einer eigenen Begründung. Es erklärte, es habe die Petition der Nexperia-Vorstandsmitglieder vom 1. Oktober unterstützt, da aufgrund von Zhangs Handlungen ein dringendes gerichtliches Vorgehen zum Schutz der Stabilität des Unternehmens erforderlich gewesen sei.

Das Ministerium fügte hinzu: „Es war logisch, dass der Staat seine Unterstützung zum Ausdruck brachte, denn das Verhalten des CEO – unterstützt vom Aktionär – gefährdete das Unternehmen, wie die Unternehmenskammer selbst in ihrem Urteil bestätigte.“

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