Powell und Trump jagen globale Märkte ins Minus - So reagieren Anleger auf die Schock-Aussagen

Die Börsen weltweit bluten rot - und zwei Männer stehen im Zentrum des Sturms.
Jerome Powell spielt Zinssatz-Poker während Donald Trump das politische Kartendeck mischt. Ein toxischer Cocktail für Aktien, der Anleger in die Flucht schlägt.
Die Marktreaktion
Handelsräume gleichen Geisterstädten. Bildschirme leuchten in alarmierendem Rot. Portfolio-Manager greifen zu Notfallprotokollen, die seit Monaten Staub angesetzt haben.
Die Fed bleibt hart - zu hart für fragile Märkte. Powells unbeirrter Kurs gegen die Inflation trifft auf Trumps unberechenbare Wirtschaftspolitik-Andeutungen. Eine Kombination, die selbst gestandene Börsenhaie nervös werden lässt.
Wo bleibt der Boden?
Support-Levels brechen wie Dominosteine. Jeder Versuch einer Erholung wird von neuer Verkaufswelle weggespült. Traditionelle Safe Havens zeigen plötzlich Risse.
In solchen Zeiten zeigt sich, wer wirklich diversifiziert ist - und wer nur behauptet, es zu sein. Die alte Börsenweisheit 'Sell in May and go away' wirkt dieses Jahr wie eine untertriebene Empfehlung.
Typisch Wall Street: Jahrelang warnen sie vor Blasen, nur um dann überrascht zu sein, wenn sie platzen. Vielleicht sollten sie nächste Mal die Kristallkugel putzen, bevor sie Prognosen abgeben.
Asiatische Märkte stürzen ab, nachdem Powell und Trump den Zinsausblick unklar lassen
In ganz Asien herrschte bis Mittwoch eine durchwachsene Marktdynamik. Australiens ASX/S&P 200 fiel um 0,92 Prozent und schloss bei 8.764,5 Punkten. In Japan entwickelte sich die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Der Nikkei 225 kletterte um 0,3 Prozent auf 45.630,31 Punkte, der Topix um 0,23 Prozent auf 3.170,45 Punkte. Die Rallye des japanischen Aktienmarktes hält trotz der Risiken an. Ausländische Investoren pumpen weiterhin Geld in den Markt, unterstützt durch Governance-Reformen und steigende Unternehmensgewinne.
Südkorea konnte sich nicht behaupten. Der Kospi verlor 0,4 % und schloss bei 3.472,14. Der Kosdaq, der mit kleineren Titeln gespickt ist, rutschte um 1,29 % auf 860,94 ab. Rüstungsaktien ignorierten die Schwäche jedoch. Hanwha Aerospace, Korea Aerospace und Hyundai Rotem legten alle um 2 bis 5 % zu. Die Anleger setzten eindeutig auf Militärtechnologie, egal was Powell oder Trump sagten.
In Hongkong legte der Hang Seng Index um 1,49 Prozent zu. Der CSI 300 des chinesischen Festlands schloss höher bei 4.566,07 Punkten. Doch das bedeutete nicht, dass die Lage ruhig blieb. Supertaifun Ragasa fegte durch die Region und brachte heftige Winde und Überschwemmungen mit sich. Das Hong Kong Observatory meldete, dass die südlichen Bezirke und Hochebenen von Schäden auf Hurrikan-Niveau bedroht seien. Die Märkte blieben jedoch geöffnet, und die Aktien von Alibaba in Hongkong stiegen um mehr als 6 Prozent, nachdem CEO Eddie Wu den Investoren mitgeteilt hatte, das Unternehmen werde verstärkt in künstliche Intelligenz investieren.
Japans Erholung erscheint stabil, aber fragil. Reallöhne und private Ausgaben steigen langsam an. Die Inflation pendelt sich endlich um das 2-Prozent-Ziel der Bank of Japan ein, und der Yen hat sich nach seinem rasanten Absturz auf 160 pro Dollar im letzten Jahr wieder beruhigt. Zuhair Khan, leitender Fondsmanager bei UBP Investments, erklärte, Japans Stärke hänge mit „Fundamentaldaten und Bewertungen im Vergleich zu anderen Märkten“ zusammen. Der Nikkei 225 notiert aktuell bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,01. Der Topix notiert bei 17,46. Der S&P 500 hingegen notiert bei 28,54.
Zurück bei den Rohstoffen: Der Spotpreis für Gold lag zuletzt bei 3.778,78 Dollar pro Unze, ein Plus von 0,4 Prozent, nachdem er am Dienstag sein Rekordhoch von 3.830 Dollar durchbrochen hatte. Die US-Gold-Futures für Dezember fielen um 0,1 Prozent auf 3.812,10 Dollar.
Silber legte weiterhin zu und stieg um 0,5 % auf 44,23 USD pro Unze. Damit näherte es sich seinem höchsten Stand seit fast 14 Jahren. Platin legte um 0,4 % auf 1.483,53 USD zu, und Palladium legte um 0,3 % auf 1.225,46 USD zu.
Auch Öl blieb von dem Drama nicht verschont. Die Preise stiegen leicht, als Händler auf sinkende US-Rohölvorräte reagierten. Brent-Futures stiegen um 26 Cent und notierten um 08:10 Uhr GMT bei 67,89 Dollar pro Barrel. Auch US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate stieg um 26 Cent und schloss laut Daten . Der Angebotsrückgang gab den Öl-Bullen Anlass, sich zu engagieren, auch wenn Powell und Trump gerade einen wirtschaftlichen Tiefschlag versetzt hatten.
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