Italiens Zentralbankchef fordert EU auf: Digitaler Euro muss jetzt kommen
Die Zeit des Zauderns ist vorbei – Europa braucht eine digitale Währung, und zwar schnell. So die klare Botschaft des italienischen Zentralbankchefs an die EU.
Während die EZB noch an Prototypen bastelt, drängt Rom auf Tempo. ’Wer zu spät kommt, den bestraft das Krypto-Universum’, könnte man frei nach Gorbatschow sagen. Denn während Europa diskutiert, bauen China und die USA bereits ihre digitalen Zentralbankwährungen aus.
Doch Vorsicht: Ein digitaler Euro könnte nicht nur die Finanzwelt revolutionieren, sondern auch die letzten Bargeld-Romantiker in den Wahnsinn treiben. Immerhin – die Banken würden sich freuen: Endlich eine Technologie, die sie nicht sofort kopieren und kaputtmachen können.
Der Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis in Europa über die Dominanz von Stablecoins in US-Dollar. Auch EZB-Vorstandsmitglied Piero Cipollone hat diesen Trend als strategisches Risiko bezeichnet und Panettas Forderung nach einer öffentlichen digitalen Alternative bekräftigt. Unterdessen hat der Stablecoin-Emittent Tether die Einhaltung der MiCA abgelehnt und den Rahmen als Bedrohung für kleinere europäische Banken bezeichnet.
Panetta trat Ende 2023 aus der EZB aus und leitet nun Italiens Reaktion auf die sich wandelnde globale Zahlungslandschaft.

