Selbstverwahrte Wallets melden, Social Media überwachen: So rüsten sich die Steuerbehörden 2025
- Frankreichs Krypto-Steuerlücke: 3,1 Milliarden Euro unversteuerte Gewinne
- DAC8-Richtlinie: Europäische PSAN im Fokus – aber mit Lücken
- Steuerfahnder mit zu wenig Personal – Social Media als Ausweg?
- Meldepflicht für private Wallets: Das plant der Fiskus
- Fragen und Antworten zur neuen Krypto-Steuerpolitik
Die französische Steuerverwaltung verstärkt ihre Kontrollen im Kryptobereich. Ein aktueller Bericht des Rechnungshofs zeigt massive Lücken bei der Besteuerung von Krypto-Pluswerten auf – mit einer Differenz von satten 3,1 Milliarden Euro zwischen geschätzten und tatsächlich deklarierten Gewinnen. Jetzt plant der Fiskus drastische Maßnahmen: Von Meldepflichten für private Wallets bis zur Auswertung sozialer Medien. Für Krypto-Investoren wird die Steuerkompliance 2025 zur Herausforderung.
Frankreichs Krypto-Steuerlücke: 3,1 Milliarden Euro unversteuerte Gewinne
Der Rechnungshof schlägt Alarm: Während Analysen von Chainalysis für 2021 Krypto-Pluswerte französischer Anleger von 3,5 Milliarden Euro ermittelten, meldete die Steuerbehörde DGFiP gerade einmal 400 Millionen Euro – ein "signifikanter Unterschied", wie es im Bericht heißt. Besonders betroffen sind laut den Daten 30-Jährige, von denen über 4.000 Haushalte entsprechende Gewinne erzielten.

DAC8-Richtlinie: Europäische PSAN im Fokus – aber mit Lücken
Ab 2026 soll die EU-Richtlinie DAC8 mehr Transparenz schaffen. Sie verpflichtet europäische Krypto-Dienstleister (PSAN), Transaktionsdaten an Steuerbehörden zu melden. Doch der Rechnungshof kritisiert: "Dies gilt nicht für in Frankreich ansässige PSAN." Ein regulatorisches Schlupfloch, das geschlossen werden müsse. Noch problematischer: Viele ausländische Plattformen aus Singapur oder Hongkong ignorieren französische Anfragen komplett.
Steuerfahnder mit zu wenig Personal – Social Media als Ausweg?
"Nur wenige Experten" seien derzeit für Krypto-Kontrollen zuständig, bemängelt der Bericht. Als Lösung testet die Steuerverwaltung jetzt unkonventionelle Methoden: Die Auswertung nicht-öffentlicher Social-Media-Daten soll unversteuerte Transaktionen aufdecken. Ein heikler Ansatz, der Datenschützer auf den Plan ruft – zumal Krypto-Besitzer bereits jetzt vermehrt Ziel von Erpressungen werden.
Meldepflicht für private Wallets: Das plant der Fiskus
Die radikalste Neuerung: Eine Meldepflicht für selbstverwahrte Wallets AB bestimmten Schwellenwerten. Betroffene müssten ihre Wallet-Adressen künftig direkt in der Steuererklärung angeben. "Ein notwendiger Schritt", kommentiert Henri Gauthier auf X, "aber ein Eingriff in die Privatsphäre."
Fragen und Antworten zur neuen Krypto-Steuerpolitik
Welche Wallet-Typen sind von der Meldepflicht betroffen?
Laut dem Bericht sollen primär selbstverwahrte Wallets (non-custodial) wie MetaMask oder Ledger-Geräte meldepflichtig werden. Die genauen Schwellenwerte stehen noch nicht fest.
Wie will der Fiskus Social Media auswerten?
Details sind noch unklar, aber Experten vermuten Algorithmen, die etwa Telegram-Gruppen oder private Facebook-Posts nach Transaktionshinweisen durchforsten. Rechtlich bleibt dies umstritten.
Gilt DAC8 auch für DeFi-Plattformen?
Derzeit nicht vollumfänglich. Der Rechnungshof drängt auf eine Ausweitung der Meldepflichten, was die Anonymität vieler DeFi-Projekte gefährden würde.