Europäische Kommission will Regeln für ausländische Stablecoins lockern – trotz EZB-Widerstand
Die Europäische Union bereitet sich darauf vor, ihre Haltung zu ausländischen Stablecoins zu lockern und könnte damit US-Dollar-gestützte Token wie USDC und USDT den freien Umlauf innerhalb des Blocks ermöglichen, berichtete die Financial Times am 25. Juni.
Laut dem Bericht wird die Europäische Kommission bald formelle Leitlinien veröffentlichen, die es ermöglichen, Stablecoins, die außerhalb der EU ausgegeben werden, als gleichwertig zu ihren in Europa registrierten Gegenstücken zu behandeln.
Dieser Schritt würde eine wichtige regulatorische Hürde beseitigen, die bisher die Reichweite von Dollar-gestützten Stablecoins in den europäischen Finanzmärkten begrenzt hat.
Die Änderung erfolgt trotz wiederholter Warnungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die davor gewarnt hat, dass uneingeschränkter Zugang zu ausländischen Stablecoins die Finanzstabilität untergraben könnte.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte Politiker zuvor aufgefordert, die Beschränkungen für Stablecoin-Emittenten zu verschärfen und verwies auf die Risiken von Kapitalflucht und verringerter monetärer Souveränität.
Gemäß der EU-Verordnung für Märkte für Krypto-Assets (MiCA) sind Stablecoin-Emittenten derzeit verpflichtet, den Großteil ihrer Reserven in EU-Banken zu halten und Euro-denominierte Rücknahmerechte sicherzustellen.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden globalen Emittenten ermöglichen, diese Beschränkungen für Markenversionen ihrer Token zu umgehen, die bereits unter EU-Aufsicht operieren.
Die jüngste Verabschiedung des GENIUS Acts im US-Senat, der einen nationalen Rahmen für die Stablecoin-Regulierung schafft, hat den Druck auf andere Jurisdiktionen erhöht, Schritt zu halten.
Die Financial Times zitierte mehrere nicht namentlich genannte Beamte, die mit der Angelegenheit vertraut sind und darauf hinwiesen, dass die Leitlinien der Kommission darauf abzielen, ein Szenario zu vermeiden, in dem die EU zu einer „Durchgangszone“ für digitale Assets wird, die von schnelleren Märkten in den USA und Asien abgehängt wird.
Die EZB hat sich öffentlich nicht zu den bevorstehenden Leitlinien geäußert, aber Quellen zufolge ist der interne Widerstand nach wie vor groß. EU-Beamte arbeiten angeblich an einem Kompromiss, der nationalen Regulierungsbehörden mehr Spielraum bei der Bewertung der mit ausländischen Stablecoins verbundenen Risiken geben würde.
Sollte der neue Ansatz umgesetzt werden, könnte dies einen Wendepunkt für die Rolle von US-Dollar-gestützten Stablecoins in Europa markieren, die Dominanz des Dollars auf den digitalen Asset-Märkten stärken und gleichzeitig den Wunsch der EU signalisieren, ein wettbewerbsfähiger Hub für Krypto-Innovationen zu bleiben.
Übersetzung von Sat0shiZ