Wird der XRP-Kurs vor der Erholung auf 0,75 US-Dollar fallen?

Der XRP-Kurs befindet sich derzeit in einem seltsamen Tauziehen, und ehrlich gesagt, ist es genau die Art von Marktkonstellation, die selten geräuschlos endet.
Die Funding Rates erzählen den ersten Teil der Geschichte. Sie sind seit einer Weile negativ, und nicht nur leicht. Wir sprechen von tiefen Einbrüchen auf -0,01 und sogar -0,02. Short-Positionen haben die klare Kontrolle, und Long-Händler werden dafür bezahlt, im Markt zu bleiben. Strukturell schreit dies nach einer bärischen Positionierung.
Negative Funding Rates signalisieren eine starke bärische Marktpositionierung
Doch der XRP-Kurs bewegt sich um 1,32 US-Dollar und setzt sein Muster aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs fort. Normalerweise würde dies perfekt zur bärischen Stimmung passen. Nur wird der Rückgang diesmal nicht durch organischen Verkauf auf dem Spotmarkt getrieben, sondern maßgeblich durch gehebelte Short-Positionen befeuert.
Das ist ein subtiler, aber wichtiger Unterschied. Der Beitrag der Analystin PelinayPA deutet auf Fragilität hin. Denn wenn Shorts zu stark dominieren, wird der Markt anfällig für scharfe Trendumkehrungen.

ETF-Zuflüsse steigen, während der Kurs schwachen Abwärtstrend fortsetzt
Zudem verzeichneten XRP-ETFs vom 23. bis 27. März einen Nettozufluss von +2,66 Millionen US-Dollar. Institutionelles Geld tritt ein. Leise, aber deutlich. Was also gibt? Warum fällt der Preis immer noch?
Ganz einfach: Divergenz. Während Institutionen akkumulieren, bleibt der breitere Markt short-lastig.
Diese Diskrepanz schafft ein Szenario, in dem eine plötzliche Aufwärtsbewegung eine Kaskade von Short-Liquidierungen auslösen könnte. Doch Vorsicht: Sollte dieser Squeeze eintreten, könnte er auf aggressiven Spot-Verkauf genau dieser institutionellen Akteure treffen, die dann Gewinne mitnehmen. Mit anderen Worten: Volatilität ist nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.
Liquiditätskollaps im XRPL deutet auf potenziellen Marktzusammenbruch hin
Und dann ist da noch das Liquiditätsproblem. Die Liquidität in den AMM-Pools des XRP Ledger ist auf 1,9 Millionen US-Dollar geschrumpft und pendelt nahe dem Niveau, das vor der letzten größeren Rallye zu verzeichnen war. Doch der Kontext fühlt sich diesmal anders an. Stauf Momentum aufzubauen, bewegt sich die Liquidität seit 30 Tagen seitwärts.

Die DEX-Liquidität erzählt eine noch härtere Geschichte. Von einem Höchststand von 280 Milliarden US-Dollar nach dem ETF-Hype ist sie auf 104,2 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Das ist keine Abkühlung, das ist ein Rückzug.

Hinzu kommen steigende Whale-zu-Börsen-Transaktionen im Februar und März, was weniger nach Akkumulation und mehr nach Distribution aussieht. Große Spieler scheinen sich auf Ausstiege, nicht auf Einstiege, vorzubereiten.

Was kommt also als Nächstes? Der XRP-Kurs könnte sich auf eine tiefere Bereinigung zubewegen, mit potenziellen Abwärtszielen im Bereich von 0,90 bis 0,75 US-Dollar. Nicht schön, aber konsistent mit dem aktuellen Setup.
Und doch: Wenn der Kurs zu steigen beginnt, während die Funding Rates negativ bleiben, dann können sich die Dinge schnell drehen. Bis dahin könnte jeder Aufschwung nur eine weitere Falle für den XRP-Kurs sein.
Übersetzung von HashR8te