Meta streicht 1.000 Jobs bei Reality Labs: Fokus verschiebt sich von VR zu KI
- Warum reduziert Meta seine VR-Aktivitäten?
- Wie positioniert sich Meta nun?
- Gibt Meta die VR komplett auf?
- Was sagt der Markt zu dieser Entwicklung?
- Welche Konsequenzen hat dies für die Branche?
- Fazit: Realismus statt Metaverse-Euphorie
Das Unternehmen entlässt 10 % der Belegschaft von Reality Labs – etwa 1.000 Mitarbeiter – und verlagert seinen Schwerpunkt weg von VIRTUAL Reality hin zu künstlicher Intelligenz und Wearables. Dieser Schritt markiert eine deutliche Kurskorrektur nach jahrelangen Milliardenverlusten im VR-Bereich.
Warum reduziert Meta seine VR-Aktivitäten?
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Reality Labs hat seit Ende 2020 kumulierte Verluste von über 70 Milliarden US-Dollar angehäuft. "Ich verstehe, was das bedeutet – nämlich einen VR-Winter", kommentiert Jessica Young, Content-Creatorin für Horizon Worlds. Die Entlassungen betreffen vor allem Teams, die an den Quest-Headsets und der sozialen VR-Plattform Horizon Worlds arbeiten. Interne Produktionsstudios wurden geschlossen.
Wie positioniert sich Meta nun?
Statt auf VR setzt Meta jetzt stärker auf KI und Wearables wie die Ray-Ban Meta Smartglasses, die in Zusammenarbeit mit EssilorLuxottica entwickelt werden. Auf der Connect-Konferenz 2025 fiel erstmals kein neues VR-Headset – stattdessen standen die Smartglasses mit integriertem Display im Mittelpunkt. "Wenn Meta ein oder zwei Jahre lang kein neues Headset veröffentlicht, wird das langweilig", so Young.
Gibt Meta die VR komplett auf?
Andrew Bosworth, CTO von Meta, dementiert dies: "Wir investieren weiter massiv in diesen Bereich, aber VR entwickelt sich langsamer als erwartet." Er verweist auf einen Post von Oculus-Mitgründer Palmer Luckey, wonach Meta nach wie vor "bei weitem das größte VR-Team" habe. Dennoch ist der Strategiewechsel unübersehbar.
Was sagt der Markt zu dieser Entwicklung?
Analyst Jitesh Ubrani von IDC stellt klar: "Der Markt hat gesprochen." VR-Headsets blieben bisher Nischenprodukte für Gaming-Enthusiasten. Die breite Masse habe sich nicht für "sperrige Headsets" begeistern können, trotz anderslautender Prognosen vor einem Jahrzehnt. Andrew Eiche von Owlchemy Labs (Google) kritisiert die überzogenen Erwartungen: "Es war ein strategischer Fehler, VR-Headsets mit Smartphones zu vergleichen."
Welche Konsequenzen hat dies für die Branche?
Die Kürzungen bei Meta wirken sich bereits auf Partner aus. Ein Programm zur Nutzung von Quest-Headsets für Mitarbeiterschulungen wurde eingestellt. Sean Mann von RP1 bemängelt, Meta habe Chancen verpasst, indem es sich zu sehr auf Gaming konzentrierte statt auf breitere Anwendungen. Young plant zwar, weiter für Horizon Worlds zu produzieren, befürchtet aber, dass der Wechsel zu einem mobilen Service wie Roblox den besonderen Charme der VR-Version zerstören könnte.
Fazit: Realismus statt Metaverse-Euphorie
Metas Kurswechsel spiegelt eine nüchterne Brancheneinschätzung wider. Während VR weiterhin Nischenanwendungen haben wird, setzen Tech-Giganten jetzt stärker auf KI – ein Feld mit unmittelbarerem kommerziellem Potenzial. Die große VR-Revolution, wie sie Meta einst prophezeite, bleibt vorerst Zukunftsmusik.