Viraler Vorwurf: JPMorgan soll MSTR leer verkauft haben – Dokumente zeigen jedoch keine Short-Positionen (Stand: 27.11.2025)
- Was steckt hinter den viralen JPMorgan-Short-Vorwürfen?
- Was zeigen die tatsächlichen SEC-Dokumente?
- Wie unterscheidet sich die Situation von GameStop?
- Wer investiert stattdessen in Bitcoin?
- Fazit: Faktencheck statt Hysterie
- Häufige Fragen
Ein viraler Claim beschuldigte JPMorgan, massive Short-Positionen gegen MicroStrategy (MSTR) aufgebaut zu haben. Doch die Fakten sehen anders aus: Offizielle SEC-Einreichungen belegen, dass die Bank keinerlei Short-Positionen hielt. Während Social Media bereits einen „Short Squeeze“ wie bei GameStop herbeifantasierte, investierten institutionelle Player wie Harvard still und leise weiter in Bitcoin-ETFs.
Was steckt hinter den viralen JPMorgan-Short-Vorwürfen?
Anfang November 2025 kursierten in Finanzforen und auf Social Media Behauptungen, JPMorgan habe massive Short-Positionen gegen MicroStrategy aufgebaut. Nutzer riefen zu Kaufkampagnen à la GameStop auf, Finanz-Influencer warnten vor einer angeblichen „Short Squeeze“-Gefahr. Doch das komplette Narrativ erwies sich als falsch.
Was zeigen die tatsächlichen SEC-Dokumente?
Das am 7. November bei der SEC eingereichte Formular 13F-HR – eine Pflichtpublikation für große Asset-Manager – belegt: JPMorgan hieltin MSTR. Die Bank reduzierte zwar ihre Long-Position um 24,5% (772.453 Aktien), baute aber gleichzeitig Optionspositionen auf:
- Call-Optionen auf 202.200 Aktien (~65 Mio. $)
- Put-Optionen auf 363.000 Aktien (~117 Mio. $)
Letztere wurden fälschlich als „Bearish-Wette“ interpretiert. Tatsächlich machen die Puts aber nur 0,00254% von JPMorgans verwalteten Vermögen aus – eine Standardabsicherung, kein spekulativer Mega-Trade.
Wie unterscheidet sich die Situation von GameStop?
Der angebliche „GameStop 2.0“-Vergleich hinkt gewaltig:
| Kriterium | GameStop (2021) | MicroStrategy (2025) |
|---|---|---|
| Short Interest | 140%+ des Free Float | 9,74% des Free Float |
| Free Float | ~70 Mio. Aktien | 259 Mio. Aktien |
Quelle: FINRA, SEC-Filings
Wer investiert stattdessen in Bitcoin?
Während die Social-Media-Debatte um nicht-existente Shorts kreiste, bauten institutionelle Investoren ihre Bitcoin-Exposure aus:
- Harvard University: +257% in BlackRocks Bitcoin-ETF (IBIT), jetzt 442,8 Mio. $
- Al Warda Investments (Abu Dhabi): +230% in IBIT, jetzt 517,6 Mio. $
- Emory University: +91% in Grayscale Bitcoin Mini Trust, jetzt 42,9 Mio. $
Insgesamt flossen seit Januar 2024 rund 60,8 Mrd. $ in US-Bitcoin-ETFs (Daten: CoinMarketCap).
Fazit: Faktencheck statt Hysterie
Die Geschichte zeigt erneut: Bevor man Social-Media-„DD“ (Due Dilligence) blind vertraut, lohnt der Blick in Originaldokumente. Während Retail-Anleger über Phantom-Shorts diskutierten, setzten institutionelle Player ihre Bitcoin-Strategie unbeirrt fort. Wie ein BTCC-Analyst treffend bemerkte: „Marktteilnehmer sollten zwischen Fakten und Fiktion unterscheiden – besonders in volatilen Phasen.“
Häufige Fragen
Hat JPMorgan wirklich MSTR geshortet?
Nein. SEC-Filings zeigen keine Short-Positionen. Die Put-Optionen machen nur einen minimalen Teil des Portfolios aus.
Warum vergleichen Leute das mit GameStop?
Weil die Narrative ähnlich klingen („Short Squeeze“), aber die Fundamentaldaten völlig unterschiedlich sind.
Welche Institutionen investieren in Bitcoin-ETFs?
Vor allem Stiftungen (Harvard, Emory) und Staatsfonds (Al Warda). Die Volumina zeigen wachsendes institutionelles Interesse.