Muss die Fed jetzt die Zinsen senken? Bitcoin fällt nach ISM-Services-PMI wieder unter 113.000 Dollar
Nach den überraschenden Abwärtskorrekturen beim Arbeitsmarktwachstum am Freitag – die die Kryptopreise einbrechen ließen – deutet der ISM-Services-PMI nun plötzlich auf eine schwächere Wirtschaftsaktivität als erwartet hin.
Der ISM-Services-Index für Juli lag bei 50,1, deutlich unter den erwarteten 51,5. Ein Wert über 50 zeigt eine wirtschaftliche Expansion an, darunter eine Kontraktion.
Die schwachen Daten sind bemerkenswert, da sie nun ein dreimonatiges Muster der Schwäche aufweisen: Der Mai-Wert lag bei 49,9 und der Juni-Wert bei 50,8 – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vormonaten.

Ein weiteres Alarmsignal war der stagflationäre Trend im Bericht, insbesondere der Subindex „Prices Paid“, der auf ein Zyklushoch von 69,9 stieg.
„Zölle verursachen zusätzliche Kosten, da wir weiterhin Ausrüstung und Material beschaffen ... die Kosten sind so hoch, dass wir andere Projekte verschieben, um diese Änderungen zu bewältigen“, heißt es in einem Kommentar aus dem Bericht.
Sowohl Krypto- als auch traditionelle Märkte reagierten negativ auf die Daten vom Dienstag: Bitcoin (BTC) fiel von über 114.000 Dollar auf 112.800 Dollar – ein Minus von fast 2 % innerhalb von 24 Stunden. Der Nasdaq drehte frühere Gewinne in ein Minus von 0,5 %.
Zinssenkung der Fed jetzt?
„Die Daten werden immer stark revidiert, wenn die Wirtschaft an einem Wendepunkt wie einer Rezession steht“, schrieb der Ökonom Mark Zandi nach den großen Abwärtskorrekturen am Freitag.
„Die Wirtschaft steht am Rande einer Rezession“, fügte er hinzu. „Die Konsumausgaben stagnieren, Bau- und Fertigungssektor schrumpfen, und die Beschäftigung wird zurückgehen. Bei steigender Inflation fällt es der Fed schwer, einzugreifen.“
Die langjährigen Manager von Hoisington Investment Management, Lacy Hunt und Van Hoisington, sind sich nicht sicher, ob die Fed abwarten kann. Sie bezeichnen die inflationsbedingten Gewinne aus Zöllen als temporär und als Effekt erster Ordnung – die kontraktiven Auswirkungen zweiter und dritter Ordnung seien weitaus bedeutender.
„Die Fed muss schnell zu einer lockeren Geldpolitik übergehen“, folgerten sie. „Die Fed wäre schlecht beraten, zu warten ... Viel entscheidender ist die bevorstehende Kontraktion der globalen Wirtschaftsaktivität.“
Übersetzt von F1atCrash