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Stablecoins enttäuschen als Geldersatz: Warum sie die Funktionen von Fiatgeld nicht erfüllen

Stablecoins enttäuschen als Geldersatz: Warum sie die Funktionen von Fiatgeld nicht erfüllen

Author:
D0geL0rd
Published:
2025-06-25 15:34:02
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Die jüngsten Erkenntnisse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigen deutliche Mängel von Stablecoins als Geldersatz. Trotz ihrer wachsenden Beliebtheit fehlt ihnen die zentrale Abwicklungsfunktion traditioneller Währungen, was ihre Eignung als Hauptzahlungsmittel infrage stellt. Experten warnen vor regulatorischen Lücken, Risiken für die Finanzstabilität und der Gefahr der monetären Souveränitätsuntergrabung.

Warum erfüllen Stablecoins nicht die Kriterien von "gutem Geld"?

Laut dem unveröffentlichten Jahresbericht der BIZ vom Juni 2025 haben Stablecoins drei zentrale Tests für funktionierendes Geld nicht bestanden: Erstens fehlt ihnen die Unterstützung durch Zentralbanken, zweitens mangelt es an ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen illegale Nutzung, und drittens besitzen sie nicht die notwendige Flexibilität für Kreditvergabe. Die BIZ-Analyse zeigt, dass Stablecoins trotz ihrer technologischen Innovationen strukturelle Schwächen aufweisen, die sie höchstens für Nebenrollen im Finanzsystem qualifizieren. Besonders problematisch ist das Fehlen von "Know-Your-Customer"-Prozeduren, was sie für kriminelle Aktivitäten attraktiv macht. Zusätzlich identifiziert der Bericht Bedenken hinsichtlich Transparenz, Kapitalfluchtrisiken für Schwellenländer und potenzielle Gefahren für die monetäre Souveränität.

Wie vergleichen Stablecoins mit historischen Privatbanknoten?

Hyun Shin, Wirtschaftsberater der BIZ, zieht eine deutliche Parallele zwischen Stablecoins und privaten Banknoten aus dem 19. Jahrhundert. Genau wie diese historischen Zahlungsmittel fehlt Stablecoins die einheitliche Abwicklungsfunktion von Zentralbankgeld. Stattdessen handeln sie zu unterschiedlichen Wechselkursen je nach Emittent, was das grundlegende Prinzip des fraglosen Zahlungsverkehrs untergräbt. Shin warnt besonders vor dem Risiko von "Feuerverkäufen" der hinterlegten Vermögenswerte bei Marktturbulenzen, wie der Zusammenbruch von TerraUSD und Luna im Jahr 2022 zeigte. Das Beispiel von Tether, das den EU-Markt aufgrund regulatorischer Hürden verlassen musste, obwohl es mehr als die Hälfte des Stablecoin-Marktes dominierte, unterstreicht diese Fragilität.

Welche Lösungen schlägt die BIZ für das Finanzsystem der Zukunft vor?

Der scheidende BIZ-Chef Agustín Carstens betont die Notwendigkeit mutiger Maßnahmen für ein zukunftsfähiges Finanzsystem. Die BIZ favorisiert einen "Tokenisierten Einheitsbuchansatz", der Zentralbankreserven, kommerzielle Bankeinlagen und Staatsanleihen in einer programmierbaren Plattform vereint. Dieser Ansatz würde Zentralbankgeld als primäres globales Zahlungsmittel erhalten, während neue Funktionen durch Tokenisierung ermöglicht werden. Shin hebt hervor, dass tokenisierte Zentralbankreserven bereits jetzt ein stabiles Abwicklungsasset für Großtransaktionen in tokenisierten Ökosystemen bieten. Tokenisierte Bankguthaben könnten auf dem bewährten zweistufigen Banksystem aufbauen, während tokenisierte Staatsanleihen die Liquidität verbessern und verschiedene Finanztransaktionen unterstützen könnten.

Wie positionieren sich Stablecoins im Zahlungsverkehr?

Trotz der Kritik erkunden große Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard die Integration von Stablecoins. Visa hat bereits Abwicklungstransaktionen mit USDC getestet, und beide Unternehmen untersuchen blockchain-basierte Lösungen für grenzüberschreitende Zahlungen. Stripe arbeitet daran, USDC als akzeptables Zahlungsmittel für Händler zu etablieren. Diese Entwicklungen zeigen, dass Stablecoins - bei entsprechender regulatorischer Anpassung - durchaus Potenzial im Verbraucherzahlungsverkehr haben könnten, auch wenn sie die zentralen Funktionen von Fiatgeld nicht vollständig ersetzen können.

Häufig gestellte Fragen zu Stablecoins und Fiatgeld

Warum gelten Stablecoins nicht als vollwertiger Ersatz für Fiatgeld?

Stablecoins fehlt die zentrale Abwicklungsfunktion von Zentralbankgeld und sie unterliegen nicht denselben regulatorischen Standards, was sie für illegale Aktivitäten anfällig macht und ihre Stabilität gefährdet.

Welche historischen Parallelen gibt es zu Stablecoins?

Experten vergleichen Stablecoins mit privaten Banknoten des 19. Jahrhunderts, die ebenfalls ohne zentrale Kontrolle zirkulierten und zu unterschiedlichen Wechselkursen gehandelt wurden.

Wie könnte das Finanzsystem der Zukunft aussehen?

Die BIZ schlägt ein tokenisiertes Einheitsbuch vor, das Zentralbankreserven, Bankeinlagen und Staatsanleihen auf einer programmierbaren Plattform vereint, um sowohl Stabilität als auch Innovation zu gewährleisten.

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