Türkei überarbeitet Krypto-Regulierungen zur Bekämpfung von Geldwäsche
Diese neuen Vorschriften konzentrieren sich hauptsächlich auf Börsen und führen neue KYC- und Meldepflichten sowie Transaktionslimits und Wartezeiten ein. Das Land hat diese Richtlinien in den letzten Monaten mehrfach geändert, doch Probleme bestehen weiterhin.
Die sich wandelnde Krypto-Politik der Türkei
Die Haltung der Türkei zur Krypto-Regulierung hat in letzter Zeit eine überraschende Anzahl von Änderungen durchlaufen. Im letzten August strömten 47 Krypto-Firmen in das Land in Erwartung positiver Veränderungen, doch mehrere große Akteure zogen sich schnell zurück.
Danach änderte das Land im Dezember die Krypto-Richtlinien, und lokale Medien berichten nun, dass erneut Änderungen vorgenommen werden:
„Legitime Krypto-Asset-Aktivitäten werden aufrechterhalten. Beispielsweise können Krypto-Asset-Transaktionen… zum Zwecke der Liquiditätsbereitstellung, Marktpflege oder Arbitrage zwischen Märkten… ohne Limits durchgeführt werden, unter der Verantwortung und Aufsicht der relevanten Plattformen“, erklärte der Finanzminister Mehmet Şimşek.
Şimşek qualifizierte diese Aussage in einigen weiteren Punkten, aber der Kern ist, dass Börsen und andere Dienstleister den Großteil der neuen Beschränkungen tragen.
Diese Unternehmen müssen strengere KYC-Verfahren einführen, alle Transaktionen dokumentieren und sich einer stärkeren staatlichen Aufsicht unterwerfen. Dennoch sieht die neue Politik der Türkei definitiv eine Zukunft für die Krypto-Branche des Landes vor.
Was bedeuten diese neuen Regeln also für den Durchschnittsnutzer? Zum einen müssen Kunden von Krypto-Börsen in der Türkei möglicherweise 48-72 Stunden warten, bis sie ihre Assets nach einer Transferanfrage tatsächlich abheben können.
Dieses Limit soll Betrug und Geldwäsche verhindern, und akkreditierte Börsen können davon befreit werden.
Zusätzlich zielt die Türkei speziell auf Stablecoins als Problembereich im Krypto-Sektor ab. Die neue Politik wird Stablecoin-Transaktionen für einzelne Nutzer stark einschränken, mit einem Maximum von 3.000 USD pro Tag und 50.000 USD pro Monat.
Allerdings können Krypto-Börsen mit ordnungsgemäßer Registrierung diese Limits verdoppeln.
Trotzdem könnte es nicht einfach sein, diese Lizenz zu erhalten. Schließlich haben sich Coinbase und andere Krypto-Firmen vor einigen Monaten aufgrund von Schwierigkeiten mit diesem Registrierungsprozess aus der Türkei zurückgezogen.
Das Land hat wiederholt versucht, eine strenge Kontrolle über Börsen durchzusetzen, aber dies war offenbar nicht erfolgreich.
Diese neuen Vorschriften könnten die wachsende Krypto-Wirtschaft des Landes beeinträchtigen. Die Türkei ist ein führendes Land in Bezug auf die Krypto-Adaption, mit fast 30 % der Bevölkerung, die in digitale Assets investieren.
Es ist verständlich, dass die Regierung ihre Politik richtig gestalten will. Doch unklare oder umständliche neue Regeln könnten die Wirtschaftstätigkeit behindern, insbesondere wenn sie sich so schnell ändern.
Übersetzt von D0geL0rd