TikTok setzt LIVE-Funktion in Indonesien vorübergehend aus – Regulierungsdruck zwingt zu drastischem Schritt

TikTok zieht den Stecker – zumindest vorübergehend. Die LIVE-Funktion der Plattform wurde in Indonesien abrupt pausiert. Ein Schachzug, der direkt auf wachsenden regulatorischen Druck reagiert.
Hintergrund: Neue Regeln
Indonesiens Behörden verschärfen das Umfeld für Social-Media-Konzerne. TikTok kommt den Forderungen nun proaktiv zuvor. Die Entscheidung zeigt, wie schnell globale Tech-Riesen auf nationale Regulierungen reagieren müssen.
Was das für Creator bedeutet
Livestreams – eine zentrale Einnahmequelle für viele indonesische Content-Schaffende – liegen erstmal auf Eis. Der Move unterbricht nicht nur den Content-Flow, sondern auch monetäre Ströme. Ein klassischer Fall von 'Regulierung first, Fragen second'.
Finanz-Footnote: Während sich Tech-Giganten mit Compliance herumschlagen, pumpen Krypto-Protokolle einfach weiter – dezentral, unzensiert, und ohne Erlaubnis einzuholen. Aber hey, wer braucht schon Skalierbarkeit, wenn man Bürokratie hat?
Proteste breiten sich über die Provinzen aus
Die indonesische Regierung hatte die Social-Media-Giganten Meta und TikTok zunächst aufgefordert, ihre Bemühungen zur Moderation schädlicher Inhalte zu verstärken, insbesondere der Desinformationen, die sich häufig auf ihren Plattformen verbreiten.
Das Ministerium für Kommunikation und Digitales (Komdigi) bestätigte, dass es Vertreter von TikTok und Meta Platforms, der Muttergesellschaft von Facebook, Instagram und WhatsApp, einberufen habe, um die zunehmende Verbreitung von Fake News und irreführenden Inhalten zu besprechen. Beamte stellten fest, dass Fehlinformationen zunehmend verbreitet seien, da immer mehr Menschen soziale Medien für ihre Nachrichten nutzten.
Die vorübergehende Aussetzung von LIVE durch TikTok erfolgte nach tagelangen gewalttätigen Demonstrationen in Indonesien. Es kam zu Protesten, nachdem Parlamentsabgeordnete höhere Zulagen beschlossen und diese für Vergünstigungen abgelehnt hatten. Dies erzürnte die Menschen, die ohnehin schon unter der angespannten Wirtschaftslage zu kämpfen haben.
Die Wut wuchs, nachdem ein Motorradtaxifahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Polizeifahrzeug ums Leben kam. Derdent löste weitere Unruhen aus.
In Makassar, West-Nusa Tenggara, Zentral-Java und West-Java wurden Gebäude in Brand gesteckt. In Südsulawesi starben drei Menschen, als ein Büro des südsulawesischen Lokalparlaments in Brand gesteckt wurde. Auch auf Bali, Surabaya und Lombok kam es zu Protesten, bei denen die Polizei Tränengas gegen die Menge einsetzte.
Einige Proteste arteten in Plünderungen aus und schürten die Angst vor einer noch größeren Instabilität.
Indonesien setzt Tech-Giganten angesichts des TikTok-Live-Verbots unter Druck
Die indonesische Regierung hat während der Krise eine konfrontative Haltung gegenüber sozialen Medien eingenommen. Beamte riefen Anfang der Woche Führungskräfte von TikTok und Meta an und forderten härtere Maßnahmen zur Bekämpfung von Fehlinformationen und Hetze im Internet.
Die Behörden drohten Unternehmen, die sich nicht daran hielten, mit Geldstrafen oder einer Suspendierung.
dent Prabowo Subianto sagte einen Staatsbesuch in China ab, um sich auf die Unruhen zu konzentrieren. Er versprach, die Bemühungen zur Wiederherstellung der Ordnung persönlich zu überwachen.
TikTok nannte kein konkretes Datum für die Rückkehr von LIVE. Das Unternehmen kündigte an, die Situation neu zu bewerten, sobald sich die Sicherheitslage verbessert.
Analysten zufolge spiegelt die Aussetzung die wachsende Macht von Technologieplattformen in nationalen Krisen wider. TikTok war bisher ein Ort der Selbstdarstellung und des Humors. Dennoch wird es auch zu einem Ort der politischen Mobilisierung und der Verbreitung schnelllebiger Informationen während Unruhen.
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