Weltbank schüttet 510 Millionen US-Dollar an 57 Schwellenländer-Unternehmen aus – kreditbesicherte Anleihen im Fokus

Massiver Kapitalfluss in Emerging Markets
Die Weltbank pumpt frisches Geld in aufstrebende Volkswirtschaften – 510 Millionen US-Dollar fließen durch kreditbesicherte Anleihen an 57 Unternehmen. Keine Almosen, sondern harte Kredite mit Zinslast.
Risikostreuung oder doch nur heiße Luft?
Während sich die Institution als Entwicklungsheld feiert, bleibt die Frage: Handelt es sich um strategische Investitionen oder doch nur um bilanzpolitische Kosmetik? Immerhin müssen die Empfängerländer die Schulden letzten Endes zurückzahlen – plus Zinsen, versteht sich.
Traditionelle Finanzspritze mit modernem Anstrich – aber am Ende zählt nur die Rendite.
Moody's bewertet 320 Millionen Dollar Stück mit Aaa, Goldman strukturiert den Deal
Der größte Teil der Anleihen, 320 Millionen Dollar, erhielt von Moody's die Höchstnote Aaa. Dieser Teil wird mit einem Zinssatz von 1,3 Prozentpunkten über einem an den Marktzinsen orientierten Referenzzinssatz verzinst. Moody's bewertete nicht die Kreditwürdigkeit der zugrunde liegenden Kredite selbst, sondern nur die vorrangige Tranche.
Die Bank behielt die Standardstruktur bei: Das Risiko wird in Tranchen aufgeteilt, die sichersten oben, die volatileren darunter. So können vorsichtige Anleger hoch bewertete Schuldtitel erwerben, während andere stärker auf die niedriger bewerteten Schichten setzen.
Goldman Sachs arbeitete bei der Konzeption und Durchführung der Transaktion mit der Weltbank zusammen. Die Weltbank hatte dies zuvor noch nie getan, die Wall Street hingegen schon. Solche Geschäfte waren vor der Finanzkrise 2008 weit verbreitet.
Damals wurden faule Hypotheken in scheinbar sichere Wertpapiere gebündelt, viele mit Top-Rating, bis die gesamte Struktur zusammenbrach. Seit diesem Zusammenbruch war Verbriefung eine Zeit lang ein Schimpfwort. Doch in den letzten Jahren erlebte sie ein fulminantes Comeback.
Das weltweite Emissionsvolumen an CLOs beträgt mittlerweile über 1,3 Billionen US-Dollar. Ein wachsender Anteil davon entfällt auf Private-Credit-CLOs, die schnell tracgewinnen. Auch Privatanleger steigen ein, und börsengehandelte Fonds (ETFs), die US-CLOs kaufen, verzeichnen starke Zuflüsse. Anfang des Monats verwalteten ETFs, die mit dieser Art von Krediten verbunden sind, ein Vermögen von über 34 Milliarden US-Dollar.
Weltbank plant weitere Abkommen, um Risiken in private Hände zu verlagern
Bei diesem Deal handelt es sich nicht nur um einen einmaligen Versuch. Die Weltbank baut derzeit eine umfassende Verbriefungsplattform für Schwellenländer auf. Dies wurde in einer Präsentation im November skizziert. Dort hieß es, weitere Transaktionen seien geplant.
Die Bank will ihre Kreditvergabe ausweiten, indem sie einige ihrer alten Kredite aus den Büchern nimmt und diese an private Institute überträgt. Das ist ein wichtiger Schritt, um mehr Kredite vergeben zu können, ohne die eigene Bilanz aufzublähen.
Ajay Banga, Präsident dent Weltbank, sagte Bloomberg letzten Monat: „Das ist das erste Mal, dass die Weltbank so etwas tut.“ Er bestätigte, dass Goldman Sachs bei der Strukturierung des Produkts geholfen habe. Ajay sagte, es Sei nur ein Teil einer umfassenderen Strategie. Zu den weiteren Elementen gehören Schulden-gegen-Entwicklungs-Swaps, die ebenfalls als Instrument zur Ausweitung der Investitionen in ärmere Länder dienen.
Es ist nicht so, dass das noch niemand zuvor getan hätte. Andere Emittenten haben zwar Schwellenländerkredite verbrieft, doch solche Transaktionen sind nach wie vor selten. Im Jahr 2023 emittierte Bayfront Infrastructure Capital mit Sitz in Singapur ein CLO im Wert von 410 Millionen US-Dollar, das durch Einnahmen aus Projektkrediten und Anleihen abgesichert war.
Dieses Abkommen umfasste Regionen wie den asiatisch-pazifischen Raum, den Nahen Osten, Amerika und Afrika. Wie das Abkommen der Weltbank zielte es darauf ab, illiquide Schulden aus Infrastruktur und Entwicklung in investierbare Produkte für die globalen Märkte umzuwandeln.
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