Deutsche Inflation schießt auf 2,1% – übertrifft Prognosen und presst Haushalte

Deutschlands Inflationsdämon erwacht – und beißt kräftig zu.
Zahlen schocken Märkte
Mit 2,1% im August reißt die Teuerungsrate alle Prognosen. EZB-Bullen schwitzen bereits, während Verbraucher die Preissticker schockiert anstarren. Jeder Einkauf wird zum Nervenspiel.
Geldentwertung frisst Ersparnisse
Traditionelle Sparer verlieren im Rekordtempo Kaufkraft. Bankzinsen? Ein Witz. Während sich die Finanzelite über ‚moderate‘ Inflation freut, bluten Mainstream-Haushalte still aus. Aber hey – die Aktienmärkte feiern.
Krypto als Fluchtweg?
Kluge Köpfe drehen Fiat langsam den Rücken zu. Bitcoin und Co. bieten zumindest einen Hedge gegen die entfesselte Gelddruckmaschine. Während die EZB zögert, handeln Investoren.
Deutschlands Wirtschaftswunder zeigt Risse – und die Bürger zahlen die Rechnung.
US-Zölle verschärfen die Exportbremse
Deutschlands Konjunkturabschwung wird auch von der Weltpolitik beeinflusst. Ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA vom Juli führte einen neuen Zoll von 15 Prozent auf eine breite Palette europäischer Produkte ein, die in die USA geliefert werden.
Was die Unternehmen überraschte, war eine Neuigkeit Anfang des Monats: Die Zölle werden nun auch auf Schlüsselsektoren wie die Pharmaindustrie ausgeweitet, die zuvor ausgenommen waren. Die plötzliche Entscheidung hat deutsche Exporteure verunsichert, von denen viele ohnehin mit geringen Margen arbeiten.
Die große Frage ist, wer die Kosten trägt. In den USA werden die Preise voraussichtlich steigen. In Deutschland und der gesamten Eurozone ist die Lage jedoch unklar. Einige Unternehmen könnten ihre Preise senken, um überschüssige Waren, die sich in Amerika nicht verkaufen, loszuwerden.
Andere könnten die Preise in Europa erhöhen, um die Verluste in den USA auszugleichen. Wie dem auch sei, der Schlag trifft die heimischen Märkte hart.
Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein. Deutschlands BIP wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent. Im zweiten Quartal schrumpfte es um 0,3 Prozent. Das ist kein Wachstum, sondern Stillstand. Das Land kämpft seit Monaten mit einer Rezession, und die neuesten Zahlen zeigen, dass es nicht besser wird.
Carsten Brzeski, Global Head of Macro bei ING, erklärte in einer Mitteilung: „Es bleibt abzuwarten, wie europäische und US-amerikanische Unternehmen auf die US-Zölle reagieren werden.“
Er warnte, dass die Inflation in Deutschland die EZB von einer Zinssenkung im nächsten Monat abhalten könnte. „Ein eher innenpolitisches Thema wird die Abkühlung des deutschen Arbeitsmarktes sein, die den Lohndruck und damit den Inflationsdruck verringern dürfte“, fügte Carsten hinzu.
EZB hält sich zurück, während Verbraucherprognosen über Ziel bleiben
Die Europäische Zentralbank steckt in der Zwickmühle. Sie beließ den Leitzins im Juli unverändert bei 2 Prozent und wird bei ihrer nächsten Sitzung am 11. September voraussichtlich keine Zinsänderung vornehmen.
Und das, obwohl es zunehmende Anzeichen dafür gibt, dass Deutschland und andere Volkswirtschaften der Eurozone unter Handelsausfällen und einer schwachen Nachfrage leiden.
Auch die Verbraucher in der Eurozone rechnen nicht mit einer baldigen Entspannung. Die jüngste Verbrauchererwartungsumfrage der EZB, die ebenfalls am Freitag veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Verbraucher weiterhin davon ausgehen, dass die Inflation über dem EZB-Zielwert bleiben wird.
Für die nächsten zwölf Monate blieb die mittlere Prognose unverändert bei 2,6 %, genauso wie im Juni. Selbst drei Jahre später stiegen die Erwartungen von 2,4 % auf 2,5 %. Und in fünf Jahren? Immer noch bei 2,1 %, unverändert seit acht Monaten in Folge.
Damit hat die EZB keinen klaren Plan. Sie will die Inflation wieder auf zwei Prozent senken. Offiziell strebt sie dieses Ziel „defi, vermutlich in etwa drei Jahren“ an. Doch angesichts der stagnierenden Inflation und der wachsenden Handelsspannungen wirkt dieses Ziel derzeit eher wie Wunschdenken als wie ein realistischer Plan.
Im Moment humpelt der kranke Mann Europas nicht in Richtung Genesung, sondern liegt mit dem Gesicht nach unten auf dem Bürgersteig und niemand hält an, um ihm zu helfen.
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