Microsoft zwingt Nutzer zu Copilot AI – Microsoft Lens wird eingestampft

Microsoft setzt ein weiteres Zeichen für die KI-Zukunft – und opfert dabei einen etablierten Dienst. Ab sofort leitet der Tech-Riese Nutzer der eingemotteten Microsoft Lens-App direkt zu seiner Copilot-KI um. Wer jetzt noch Dokumente scannen will, muss mit der neuen AI-Lösung vorliebnehmen.
Der Wechsel kommt nicht überraschend: Microsoft hat in den letzten Monaten massiv in KI-Technologien investiert. Während Lens als solide, aber langweilige App galt, soll Copilot mit KI-gestützten Features glänzen. Ob die Umstellung reibungslos verläuft? Die Nutzer werden es ausbaden.
Finanzjab am Rande: Vielleicht sollte Microsoft lieber eine KI entwickeln, die versteht, warum Nutzer eigentlich stabile Produkte wollen – statt immer neue Hype-Zyklen zu befeuern.
Microsoft stellt seine Lens-Anwendung ein
Laut Angaben des Unternehmens können bestehende Nutzer mit Konten die Anwendung auch dann noch auf ihren Mobiltelefonen nutzen, wenn sie die App-Stores beider Geräte verlässt. Allerdings gibt es eine Frist bis zum 15. Dezember. Microsoft weist darauf hin, dass nach diesem Datum keine neuen Scans mehr möglich sind. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass Nutzer weiterhin Zugriff auf ihre vorherigen Scans haben, solange sie die App nicht löschen.
Microsoft Lens (ursprünglich Office Lens) wurde 2015 eingeführt und war ursprünglich für Windows Phone-Nutzer konzipiert. Es bot zwar dieselben mobilen Scan-Funktionen wie andere Anwendungen, verlangte aber keine Gebühren für neue Funktionen. Auch wurde nicht versucht, Nutzer in ein Abonnementmodell zu drängen – eine Seltenheit auf dem heutigen Markt.
Anstatt Gebühren zu erheben, wandelte die Anwendung Notizen aller Art in beliebige Dateien um, beispielsweise PDFs, Word, PowerPoint, Excel und Bilder. Sie bot außerdem integrierte Funktionen zur Bildoptimierung, zum Aufhellen des Dokuments, zur Umwandlung in eine schärfere Schwarzweißkopie und vieles mehr. Benutzer konnten die Datei außerdem in einer Microsoft-Anwendung, anderen Onlinediensten oder in ihrer Kamerarolle speichern.
Benutzern wird empfohlen, zur Copilot AI-App zu wechseln
Die neueste Entwicklung wurde erstmals von Bleeping Computer entdeckt, nachdem die Website berichtet hatte, dass Benutzer zur Microsoft 365 Copilot-App weitergeleitet wurden, die keine der von Lens bereitgestellten Funktionen bot.
Copilot kann zwar Scans verarbeiten, ermöglicht es Benutzern jedoch nicht, diese Scans direkt in OneNote, Word oder PowerPoint zu speichern. Auch Visitenkartenscans können nicht in OneNote gespeichert werden. Auf der Website wurde außerdem erwähnt, dass die Funktionen „Vorlesen“ und „Immersive Reader“ fehlen.
„Vorhandene Scans bleiben im MyScans-Ordner der App zugänglich, diese Funktion wird jedoch nicht mehr unterstützt. Benutzer können weiterhin mit der Microsoft 365 Copilot-App scannen, die ähnliche Funktionen bietet. Auf OneDrive gespeicherte Scans sind über den Bereich MyCreations in der Microsoft 365 Copilot-App zugänglich“, so das Unternehmen .
Dieses Update folgt auf ein ähnliches Update von Microsoft, in dem die Entfernung der 3D-Grafik-App Windows Paint aus dem Microsoft Store im November 2024 angekündigt wurde.
Obwohl Lens schon recht alt ist, erfreut es sich auf iOS- und Android-Mobilgeräten immer noch großer Beliebtheit. In den letzten 30 Tagen wurde die Anwendung im App Store und bei Google Play über 322.000 Mal heruntergeladen.
Laut Daten des App-Intelligence-Anbieters Appfigures wurde die Anwendung seit Januar 2017 92,3 Millionen Mal heruntergeladen. Laut Bleeping Computer hat die Anwendung bei Google Play eine durchschnittliche Bewertung von 4,9/5 bei rund 9952 Rezensionen, während sie im App Store von Apple rund 136.000 Bewertungen hat.
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