Amazon plant Mega-Einzelhandelsstandort in Illinois: 229.000 Quadratfuß für die Zukunft des Handels

Amazon reißt die Grenzen zwischen digital und physisch ein – mit einem 229.000 Quadratfuß großen Statement in Illinois.
Der nächste Coup
Während traditionelle Einzelhändler noch über Omnichannel-Strategien diskutieren, setzt Amazon einfach Fakten. Der Tech-Gigant hat Pläne für einen massiven Einzelhandelsstandort eingereicht – keine Testfläche, sondern eine voll dimensionierte Offensive im Herzen des Mittleren Westens.
Logistik wird zur Kundenerfahrung
Vergessen Sie Lagerhallen. Diese 229.000 Quadratfuß sind darauf ausgelegt, den letzten Meter der Lieferkette zu revolutionieren. Same-Day-Delivery wird zur Standarderwartung, Click-and-Collect zur Nebensache. Amazon baut nicht nur einen Store – es programmiert die physische Infrastruktur für das nächste Jahrzehnt des Konsums.
Die Zahlen sprechen
229.000 Quadratfuß. Eine Zahl, die Einzelhandels-Immobilienentwickler nachts wach hält. Das ist keine Erweiterung – das ist eine Landnahme. Während andere Retailer Flächen reduzieren, skaliert Amazon physisch mit derselben Aggressivität wie in der Cloud.
Illinois als Schachzug
Die Standortwahl ist kein Zufall. Zentral gelegen, exzellent angebunden, mit Zugang zu Talent und Infrastruktur. Amazon positioniert sich nicht am Rande – es platziert sich im Epizentrum der amerikanischen Logistik. Ein strategischer Zug, der Distribution neu definiert.
Die Botschaft ist klar
Amazon glaubt an Fleischspace. In einer Zeit, in der Metaverse-Hypezyklen kommen und gehen, investiert der Konzern in Beton, Stahl und strategische Präsenz. Während Tech-Aktien auf Versprechungen gehandelt werden, setzt Amazon auf Quadratfuß – die einzige Metrik, die noch nie eine Dotcom-Blase erlebt hat.
Anleihen an traditionelle Einzelhandelsstrategien
Ein Sprecher teilte Business Insider mit, dass das Projekt eine weitere Möglichkeit darstellt, mit der das Unternehmen Methoden testet, um das Einkaufen für die Kunden zu vereinfachen.
Das Konzept ist nicht ganz neu. Derartige großflächige Kaufhäuser gibt es in den Vereinigten Staaten bereits seit 1988, als Walmart sein erstes Supercenter-Format in der Nähe von St. Louis einführte. Heute betreibt Walmart landesweit rund 4.600 Filialen.
Amazon betreibt bereits verschiedene Arten von stationären Geschäften, die allerdings in der Regel kleiner sind. Zum aktuellen Angebot gehören 58 Amazon Fresh-Supermärkte, 14 Go-Schnellrestaurants und mehr als 500 Whole Foods Markets landesweit.
Unternehmensangaben zufolge kauften im Jahr 2024 über 150 Millionen amerikanische Verbraucher Lebensmittel über Amazon, was zu einem Umsatz von über 100 Milliarden Dollar führte.
Während die bestehenden Amazon-Filialen ihren Schwerpunkt auf Lebensmittel legen, sieht der neue Plan für Orland Park eine breitere Produktpalette vor. Das bedeutet, dass Artikel wie Haushaltswaren und Kleidung hinzugefügt werden sollen, die Kunden möglicherweise auch im Lebensmittelbereich kaufen möchten.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass etablierte Einzelhändler wie Walmart und Target ihre Online-Aktivitäten verstärken, während Amazon Strategien aus dem traditionellen stationären Handel übernimmt.
Express-Abholservice in Entwicklung
Unabhängig davon arbeitet das Unternehmen an einem „Eil“-Abholservice, der es Kunden ermöglichen soll, ihre Einkäufe in von Amazon betriebenen Geschäften innerhalb von 60 Minuten abzuholen, wie aus internen Unterlagen und einer mit den Plänen vertrauten Person hervorgeht.
Der Service würde es Kunden ermöglichen, sowohl Artikel aus dem Online-Sortiment von Amazon als auch aus den Filialen zu bestellen, wie aus Dokumenten hervorgeht. Ein Testlauf ist für mindestens eine Metropolregion bis Anfang 2026 geplant, wobei sich der Zeitplan laut einerdentQuelle noch ändern kann.
Das Programm baut auf Amazons Bestrebungen nach besonders kurzen Lieferzeiten auf. Erst letzte Woche startete das Unternehmen Amazon Now und bietet damit in Teilen von Seattle und Philadelphia eine Lieferung innerhalb von 30 Minuten an. Ähnliche Schnellliefertests laufen derzeit in Großbritannien, Indien und Mexiko.
Aktuell bietet Amazon für einige Online-Bestellungen die Möglichkeit der Abholung am nächsten Tag an. Mitglieder des Lebensmittelprogramms können bestimmte Produkte bereits nach 30 Minuten abholen.
Der Markt für Click & Collect boomt
Abholservices im Geschäft, im Volksmund „Click & Collect“ genannt, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Laut Prognosen des Marktforschungsunternehmens eMarketer werden die Umsätze in den USA über diese Dienste in diesem Jahr 112,96 Milliarden US-Dollar erreichen – ein Anstieg von 17 % gegenüber 2023 – und bis 2027 auf 129,33 Milliarden US-Dollar steigen . Das Unternehmen schätzt, dass im Jahr 2025 rund 152,9 Millionen Amerikaner, also 68 % aller Online-Käufer, Click & Collect nutzen werden.
Amazon dominiert zwar den gesamten Online-Handel, doch Walmart könnte bei der Liefergeschwindigkeit die Nase vorn haben. Mit über 4.600 Filialen in den USA erreicht Walmart rund 95 % der Haushalte innerhalb von drei Stunden. Laut Daten von eMarketer ist Walmart führend im Bereich Click & Collect mit einem prognostizierten Umsatz von 38,5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.
Interne Dokumente, die Business Insider vorliegen, legen nahe, dass Amazon mit dem Express-Abholservice den Kundenwünschen nach schnellerem Produktzugriff entgegenkommt und gleichzeitig die Filialen und Versandnetzwerke effizienter nutzt. Das Pilotprojekt soll laut den Dokumenten Aufschluss darüber geben, ob Kunden tatsächlich eine schnelle Abholung wünschen und wie Online- und Offline-Shopping optimal miteinander verknüpft werden können.
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