Chinas Festland-IPOs verzeichnen Rekordwachstum – ausländische Privatanleger bleiben außen vor

Während der IPO-Markt auf dem chinesischen Festland einen historischen Boom erlebt, bleibt eine Gruppe konsequent ausgeschlossen: ausländische Privatanleger. Die Regulierungsmauern halten fest – selbst bei Rekordzahlen.
Die Abschottung als Strategie
China schreibt mit seinen Börsengängen Rekorde, doch das Kapital spült fast ausschließlich aus lokalen Quellen. Das System ist darauf ausgelegt, den heimischen Markt zu stützen und zu kontrollieren. Internationale Kleinanleger haben schlicht keinen direkten Zugang – eine bewusste Entscheidung, die Volatilität von außen fernhalten und die Kontrolle behalten soll.
Ein Boom hinter geschlossenen Türen
Die Zahlen sprechen für sich: Das Wachstum ist real und massiv. Aber es ist ein Boom, der hinter den hohen Mauern des Kapitalverkehrsmanagements stattfindet. Während globale Fonds über komplexe Quoten und Lizenzen vielleicht einen Fuß in die Tür bekommen, bleibt für den ausländischen Privatinvestor der Weg versperrt. Ein klassischer Fall von 'Schaut her, aber fasst nicht an'.
Die andere Seite der Medaille: Dezentrale Alternativen
Diese Abschottung wirft ein Schlaglicht auf einen fundamentalen Gegensatz im globalen Finanzwesen. Während traditionelle Märkte Zugang beschränken, blüht anderswo ein völlig anderes Modell: dezentrale Finanzmärkte (DeFi) und digitale Assets. Hier sind IPOs oft global, rund um die Uhr und prinzipiell für jeden mit einer Internetverbindung zugänglich – Regulierungsbehörden mögen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber die Grenzen sind hier digital und damit schwerer zu bewachen.
Ein abschließender Gedanke zur Finanzwelt: Manchmal sagt ein geschlossener Markt mehr über die Angst vor Abflüssen aus, als ein offener über das Vertrauen in Zuflüsse sagen könnte. Während sich China für seinen IPO-Erfolg feiert, erinnert die Szene an eine exklusive Party – der Lärm dringt nach draußen, aber die Türsteher bleiben gnadenlos.
Nur ausgewählte Ausländer sind zum direkten Handel mit A-Aktien
Die Richtlinien der Shanghaier Stadtregierung legen fest, wer direkt Brokerkonten für A-Aktien eröffnen darf – so werden Aktien genannt , die an Börsen in Festlandchina notiert sind Nur bestimmte Ausländer sind dazu berechtigt. Personen mit ständigem Wohnsitz dent können dies tun. Ebenso Ausländer , die in China arbeiten, oder solche, die im Ausland arbeiten und Unternehmen Aktienvergütungen erhalten
Viele internationale Investoren nutzen stattdessen Stock Connect. Dieses Programm verbindet die Börsen in Hongkong und Festlandchina den Handel mit den Aktien der jeweils anderen Seite . Über das System können ausländische Investoren A-Aktien über Hongkonger Broker erwerben. Ein Konto in Hongkong oder spezielle Lizenzen sind nicht erforderlich.
Börsengängen oder neu börsennotierten Unternehmen hilft das jedoch Zudem haben Hongkonger Broker ihre eigenen Regeln für die Teilnahmeberechtigung, beispielsweise hinsichtlich Mindestguthaben und Risikoaufklärungsformularen.
Theodore Shou ist Chief Investment Officer bei Skybound Capital. „Stock Connect funktioniert derzeit nicht, da neu gelistete Aktien noch nicht in Stock Connect enthalten sind. Normalerweise dauert es einige Wochen bis Monate bis die Aktie die Kriterien erfüllt “, erklärte er.
Neu gelistete Aktien müssen monatelang auf die Aufnahme in das Stock Connect-Programm warten
Unternehmen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um in das Stock Connect-Programm aufgenommen zu werden. Dazu gehören beispielsweise ausreichend Handelsaktivität und Marktkapitalisierung. In der entsprechende Handelshistorie und Daten aufzubauen,
Der sogenannte Nordhandel bezeichnet den Handel, bei dem ausländische und Hongkonger Investoren über Stock Connect und ähnliche Programme Aktien vom chinesischen Festland erwerben. Laut Shou wird dieser Handel erst „in der Regel einige Monate nach dem Börsengang“ möglich sein. Selbst dann ist nicht sicher, ob Moore Threads und MetaX daran teilnehmen werden.
Ausländische Privatanleger haben zwar eine Möglichkeit, diese ist jedoch begrenzt. Sie können Offshore-Fonds nutzen, die in A-Aktien investieren. Ausländische Privatanleger, die an Börsengängen des STAR Market wie Moore Threads und MetaX können ihr Geld in Fonds investieren, die außerhalb Chinas ansässig sind und A-Aktien kaufen, erklärte Shou. Diese Fonds beteiligen sich üblicherweise an Börsengängen.
Der STAR Market in Shanghai ist der Technologie-Markt Chinas, vergleichbar mit der Nasdaq. Er konzentriert sich auf strategische Sektoren wie Halbleiter, künstliche Intelligenz und Biotechnologie . Die Anforderungen an die Rentabilität sind weniger streng, die Regeln für ausländische Privatanleger jedoch strenger.
Shou fügte jedoch eine Warnung hinzu: „Eine solche Beteiligung wird jedoch indirekt, sehr begrenzt und größtenteils bedeutungslos sein.“ Die IPO-Zuteilungen sind im Vergleich zum Gesamtvermögen des Fonds oft verschwindend gering.
Die Leistungszahlen zeigen, welche Chancen ausländische Investoren verpassen. Der CSI 300 Information Technology Index trac die IT-Unternehmen des chinesischen CSI 300 . Er ist seit Jahresbeginn um 32 % gestiegen. Zum Vergleich: Der Referenzindex CSI 300 legte um 17 % zu. Der Hang Seng Tech Index in Hongkong verzeichnete in diesem Jahr bisher ein Plus von 24 %.
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