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Großbritannien schafft 90 % der Vergleichsregeln ab – Finanzmarkt erlebt radikale Deregulierung

Großbritannien schafft 90 % der Vergleichsregeln ab – Finanzmarkt erlebt radikale Deregulierung

Published:
2025-12-18 19:45:08
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Großbritannien schafft die meisten Vergleichsregeln ab und entfernt 90 % der Anbieter aus seinem System.

London zieht die Notbremse. Die britische Finanzaufsicht FSA hat einen Großteil ihrer Vergleichsregeln gestrichen – und damit neun von zehn Anbietern aus dem System geworfen. Ein beispielloser Schritt, der den Markt auf den Kopf stellt.

Was bleibt, ist ein schlankeres Regelwerk

Statt eines undurchdringlichen Dickichts aus Vorschriften tritt nun ein vereinfachtes Framework in Kraft. Die Idee: Mehr Wettbewerb durch weniger Bürokratie. Kritiker warnen jedoch vor einem Wildwuchs, während Befürworter von einem längst überfälligen Frühjahrsputz sprechen.

Die Folgen für Verbraucher und Anbieter

Für die verbliebenen zehn Prozent der Anbieter bedeutet das neue Regelwerk mehr Flexibilität und geringere Compliance-Kosten. Verbraucher müssen sich hingegen auf eine veränderte Landschaft einstellen – weniger Auswahl an Vergleichsportalen, aber potenziell aggressivere Preise der Durchsetzungsstarken. Ein klassischer Fall von 'Weniger ist mehr', zumindest in der Theorie der Regulierer.

Ein Schlag gegen die Vergleichskultur – und ein Geschenk für die Großen des Marktes. Man könnte es auch marktbereinigende Genialität nennen, falls man an die rosigen Prognosen der Lobbyisten glaubt. Die Realität wird, wie so oft in der Finanzwelt, vermutlich irgendwo dazwischen liegen – mit einem Hauch von Chaos als kostenloser Zugabe.

Das Finanzministerium begrenzt die Anzahl der Unternehmen gemäß den Regeln.

Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit rund 45 autorisierte Benchmark-Anbieter, darunter LSEG, S&P Global, JPMorgan Chase und Bloomberg.

Nach dem neuen Ansatz unterliegen nur noch diejenigen Anbieter weit verbreiteter Benchmarks der Finanzaufsichtsbehörde. Alle anderen fallen nicht mehr unter das formale Regime.

Das Finanzministerium erklärt, es wolle Feedback einholen, bevor die Änderungen endgültig beschlossen werden, und stellt sie als einen weiteren Schritt zur Reduzierung der Bürokratie in London dar, während die Regierung nach Wegen sucht, das Wachstum während der zweiten Amtszeit vondent Donald TRUMP im Weißen Haus wieder anzukurbeln.

Die Ankündigung erfolgt zeitgleich mit der Verabschiedung der EU-Reformen. Die Abgeordneten haben ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das die Bürgerinnen und Bürger der EU dazu anregen soll, mehr in Aktien und Anleihen zu investieren, anstatt ihr Geld größtenteils auf niedrigverzinsten Bankkonten zu parken.

Eine der Hauptverhandlerinnen, Stéphanie Yon-Courtin, sagte, die neuen Regeln würden „die Spar- und Anlageunion von der Theorie in die Realität überführen“, und dass die Arbeit darauf ausgerichtet sei, Missbrauch zu verhindern und gleichzeitig die Beratung für reguläre Anleger offen zu halten.

Die EU erhöht den Druck auf Berater, ihren Wert nachzuweisen.

Der Einzelhandelsplan ist Teil der seit einem Jahrzehnt bestehenden Kapitalmarktunion der EU. Ihr Ziel ist es, den Kapitalverkehr innerhalb der EU zu erleichtern und Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu ermöglichen.

Die Maßnahme reagiert auf langjährige Bedenken von Beamten, die bemängeln, dass private Haushalte zu viel ihres Vermögens auf Einlagen halten. Im vergangenen Jahr investierten private Haushalte 41 Prozent ihres Finanzvermögens in Bankkonten und lediglich 20,6 Prozent in Fonds und börsennotierte Aktien.

Nach den neuen Regeln müssen Berater und Investmentplattformen die Kosten und Gebühren von Anlageprodukten transparent darlegen und nachweisen, dass diese ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EOPPA) werden Benchmarks für versicherungsbasierte Produkte entwickeln, damit Anleger Kosten und Wertentwicklung vergleichen können.

Unternehmen, die andere Anlageprodukte verkaufen, müssen ihre Preise und Renditen ebenfalls mit ähnlichen Angeboten vergleichen.

Das Paket beinhaltet auch eine neue Regelung zur Zulässigkeit von Vergütungen. Berater dürfen weiterhin Vergütungen für Leistungen wie Research erhalten, müssen aber nachweisen, dass sie im besten Interesse ihrer Kunden handeln und diese Vergütungen so transparent gestalten, dass Kunden sie von anderen Gebühren unterscheiden können.

Die Berater müssen außerdem beurteilen, ob die Kunden die von ihnen erworbenen Anlagen verstehen, einschließlich ihrer Fähigkeit, teilweise oder vollständige Verluste zu verkraften.

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