Russland schlägt zu: Vier Verdächtige nach Krypto-Betrug im Wert von 100 Millionen Rubel festgenommen

Die russischen Behörden haben ein klares Signal gesendet: Betrug im Kryptobereich bleibt nicht ungestraft. In einer koordinierten Aktion wurden vier Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, ein komplexes Handelsbetrugssystem aufgebaut zu haben.
Die mutmaßliche Masche: Ein klassisches Schneeballsystem im digitalen Gewand. Die Verdächtigen sollen Anlegern überhöhte Renditen auf Krypto-Investments versprochen haben – ein altbekanntes Spiel, nur mit Blockchain-Buzzwords aufgepeppt. Die Bilanz: Ein Schaden von umgerechnet rund 100 Millionen Rubel.
Die Ermittlungen deuten auf eine strukturierte Vorgehensweise hin. Die Gruppe soll gezielt neue Opfer angeworben und Gelder über Kryptowährungen abgeschöpft haben, in der Hoffnung, durch die vermeintliche Anonymität der Technologie gedeckt zu sein. Ein Trugschluss, wie sich zeigt.
Die Festnahmen markieren einen weiteren Schritt in der zunehmend härteren Gangart russischer Aufsichtsbehörden gegenüber dem Kryptosektor. Während der Markt reift, rücken auch die dunklen Ecken stärker in den Fokus der Strafverfolgung.
Das Fazit? Die Technologie ändert sich, die menschliche Gier bleibt erstaunlich konstant. Ein 100-Millionen-Rubel-Reminder, dass in der Welt der schnellen Gewinne oft der älteste Trick im Buch – das leere Versprechen – am besten funktioniert. Selbst die dezentralste Ledger kann eine zentralisierte Justiz nicht austricksen.
Bankkarten, die für Geldwäschezwecke gekauft wurden
Den Ermittlungen zufolge kauften die vier Verdächtigen mehrere Bankkarten von russischen Staatsbürgern und bezahlten für den Zugriff auf deren aktive Konten. Volk erklärte gegenüber lokalen Medien, die illegal erworbenen Gelder seien auf diese Konten überwiesen und anschließend von der Gruppe weitergeleitet worden, die angeblich cash und Kryptowährungsumwandlungen für kriminelle Kunden anbot.
Die Gruppe hob Gelder von den Konten ab, wandelte das Geld in digitale Vermögenswerte um und überwies die erhaltene digitale Währung dann an Personen, die Volk als „Kuratoren“ bezeichnete. Sie sagte, die Verdächtigen hätten für ihre Dienste eine Provision zwischen 3 % und 15 % verlangt.
Eine vom Ministerium nichtdentKryptowährungsbörse meldete, dass der Umsatz der Transaktionen der Gruppe 94 Millionen Rubel überstieg. Volk gab weder an, welche Börse diese Information lieferte, noch wen die Behörden für die Kuratoren halten.
Beamte des russischen Innenministeriums behaupteten zusammen mit Sicherheitsbeamten, die gekauften Bankkarten seien für Diebstähle aus der Ferne in Russland verwendet worden, darunter unautorisierte Abhebungen und digitaler Betrug.
Es wurde ein Strafverfahren gemäß Artikel 187 Absatz 5 des russischen Strafgesetzbuches eingeleitet, der den illegalen Handel mit Zahlungsinstrumenten regelt.
Russische Behörden warnen Kryptobesitzer vor hybriden Angriffen
Russische Cybersicherheitsexperten warnen die Bevölkerung in der zweiten Jahreshälfte 2025 vor einer Zunahme hybrider Krypto-Angriffe. Das lokale Nachrichtenportal Business Petersburg interviewte mehrere Experten, die berichteten, dass Opfer sowohl digitalen Eindringversuchen als auch physischen Bedrohungen ausgesetzt waren, um an ihre privaten Schlüssel, Wallets und persönlichen Daten zu gelangen.
Alexander Gostev, der leitende Technologieexperte von Kaspersky Lab, sagte gegenüber BP, dass Hacker damit begonnen hätten, detaillierte Dossiers über Inhaber digitaler Vermögenswerte anzulegen, indem sie Informationen nutzten, die von Online-Verifizierungsplattformen und sozialen Medien durchgesickert seien.
Cryptopolitan berichtete Mitte Oktober über die Festnahme von fünf Russen durch die georgischen Behörden. Ihnen wird vorgeworfen, ein nicht lizenziertes Geschäft mit digitalen Vermögenswerten betrieben und Geld über nicht autorisierte Finanzkanäle gewaschen zu haben.
Das georgische Finanzministerium gab bekannt, dass die Verdächtigen von einem nicht registrierten Büro aus einen Handel mit virtuellen Vermögenswerten betrieben und dabei Kurierdienste ohne vorherige Genehmigung der Nationalbank nutzten. Berichten zufolge führten sie über mehrere Monate hinweg Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten im Wert von mehreren hundert Millionen Lari durch, was etwa 37 Millionen US-Dollar entspricht.
Bei Razzien in Tiflis beschlagnahmte die Polizei 721.000 US-Dollar cash sowie Dokumente und Computerhardware. Den Verdächtigen drohen bis zu zwölf Jahre Haft wegen unerlaubter Geschäftstätigkeit und Geldwäsche. Die Ermittlungen wurden um den Vorwurf der Steuerhinterziehung erweitert.
Bangkok verhaftet Russen wegen Beteiligung an einem Drogennetzwerk für künstliche Intelligenz
Die Polizei von Bangkok hat zwei russische Staatsangehörige in Thailand festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, ein „geisterhaftes“ Drogenvertriebsnetzwerk betrieben zu haben, das künstliche Intelligenz, QR-Code-Aufkleber und Kryptozahlungen nutzte.
Am Dienstag die Polizei Ivan Volnov (34) und Mark Maolopuro (35) in Luxushotels der Hauptstadt fest. Volnov wurde in einem Anwesen in der Soi Ekamai 10 angetroffen, Maolopuro im Stadtteil Ratchada–Sutthisan verhaftet.
Die Verhaftungen erfolgten nach einer einmonatigen, behördenübergreifenden Untersuchung unter der Leitung von Generalmajor Teeradej Thamsuthee, stellvertretender Kommissar des für Drogenbekämpfung zuständigen Metropolitan Police Bureau, zusammen mit den Metropolitan Police Divisions 2 und 6 sowie dem Royal Thai Police Narcotics Suppression Centre.
Teeradejs Online-Patrouillenteam entdeckte am 13. November einen Beitrag auf der Facebook-Seite Drama-addict mit QR-Code-Aufklebern in russischer Sprache, die für Drogen warben. Durch Scannen des QR-Codes wurden die Nutzer zu einem Telegram-Kanal mit dem Namen „Thai hub Telegram COCAINE KETAMINE MEPH METH MDMA“ weitergeleitet.
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