Blue Origin vs. SpaceX: Der erbitterte Kampf um die Vorherrschaft in der Weltraum-KI

Das Rennen um die Kontrolle über künstliche Intelligenz im All hat eine neue Dimension erreicht. Zwei der mächtigsten Namen der New Space-Ära, Blue Origin und SpaceX, liefern sich einen erbitterten Schlagabtausch. Es geht um mehr als nur Raketen – es geht um die algorithmische Herrschaft über den nächsten großen Wirtschaftsraum.
Die Strategien könnten unterschiedlicher nicht sein
Während das eine Unternehmen auf autonome Systeme für langfristige Habitat-Verwaltung setzt, treibt das andere die Entwicklung von KI-gesteuerten Flugmanövern und Wiederverwendung voran. Die Investitionen sind astronomisch, die Prototypen werden im Geheimen getestet, und die Patentschriften stapeln sich. Der Gewinner dieses Duells wird nicht nur die Logistik des Weltraums definieren, sondern auch den Zugang zu den datenreichsten Umgebungen, die je existiert haben.
Ein Sieg hier wäre wertvoller als jede Mondmine
Die Finanzwelt beobachtet das Spektakel mit einer Mischung aus Faszination und Skepsis. Analysten fragen sich schon laut, ob dies der nächste ‚Hyperloop‘-Moment wird – eine technologische Verheißung, die mehr Kapital verbrennt als ein Triebwerk beim Wiedereintritt. Doch die potenzielle Ausbeute, die Kontrolle über eine außerirdische Daten-Ökonomie, lässt selbst die zynischsten Investoren träumen.
Die Schlachtlinien sind gezogen. Die Erde ist nur noch der Startplatz.
Blue Origin und SpaceX konkurrieren um Weltraum-KI
Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat laut Berichten unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen bekannt gegeben, dass es seit mehr als einem Jahr an der notwendigen Technologie für künstliche Intelligenz-Rechenzentren im Orbit arbeitet.
Das Konzept von Rechenzentren im Weltraum hat bei Technologiekonzernen aufgrund des enormen Verbrauchs von Strom und Wasser in den traditionellen, auf der Erde befindlichen Anlagen große Beachtung gefunden.
Weltweit verbrauchen Rechenzentren derzeit rund 415 Terawattstunden Strom, was laut Internationaler Energieagentur etwa 1,5 % des gesamten Stromverbrauchs im Jahr 2024 entspricht. Große Anlagen können bis zu fünf Millionen Gallonen Wasser pro Tag zur Kühlung benötigen.
SpaceX plant Berichten zufolge, modernisierte Starlink-Satelliten für KI-gestützte Rechenlasten zu nutzen und bietet diese Technologie im Rahmen eines Börsengangs an, der das Unternehmen mit bis zu 800 Milliarden US-Dollar bewerten könnte. Musk dementierte diese Zahl in den sozialen Medien und bezeichnete entsprechende Berichte als unzutreffend.
Er stellte klar, dass SpaceX zweimal jährlich Aktienrückkäufe durchführt, um die Liquidität der Mitarbeiter zu sichern und nicht, um neues Kapital zu beschaffen.
Amazon-Gründer Bezos sagte im Oktober voraus, dass innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre Rechenzentren im Gigawattbereich im Weltraum gebaut würden. Er argumentierte, dass die ständig verfügbare Solarenergie Weltraumanlagen letztendlich kostengünstiger machen würde als solche auf der Erde.
„Wir werden in den nächsten Jahrzehnten in der Lage sein, die Kosten terrestrischer Rechenzentren im Weltraum zu unterbieten“, sagte Bezos.
Welche anderen Unternehmen arbeiten an Weltraum-Rechenzentren?
Cryptopolitan berichtete, dass das von Nvidia unterstützte Startup Starcloud kürzlich einen Satelliten mit einer Nvidia H100-Grafikeinheit ins All befördert hat. Das Unternehmen trainierte und testete erstmals erfolgreich Googles KI-Modell Gemma im Orbit.
Der CEO des Unternehmens, Philip Johnston, erklärte gegenüber CNBC, dass die orbitalen Rechenzentren des Unternehmens zehnmal niedrigere Energiekosten aufweisen würden als Anlagen auf der Erde. Das Start-up plant den Bau eines fünf Gigawatt starken orbitalen Rechenzentrums mit riesigen Solar- und Kühlpaneelen, die jeweils etwa vier Kilometer breit und hoch sind.
Aetherflux kündigte am 9. Dezember sein Projekt „Galactic Brain“ an. Das Unternehmen plant, seinen ersten Rechenzentrumsknoten in der niedrigen Erdumlaufbahn im ersten Quartal 2027 zu stationieren, und es wird erwartet, dass Tausende von Satelliten folgen werden.
Axiom Space kündigte im April 2025 an, seine ersten beiden Orbital Data Center-Knoten noch in diesem Jahr in den erdnahen Orbit zu bringen. Und auch Google stellte im November mit dem Projekt Suncatcher eine ambitionierte Initiative vor, die darauf abzielt, solarbetriebene Satelliten mit Googles Tensorprozessoren ins All zu schicken.
Analysten von Morgan Stanley weisen darauf hin, dass starke Strahlung die Computerchips beschädigen könnte. Zudem könnten Schwierigkeiten bei der Wartung im Orbit, Gefahren durch Weltraummüll sowie regulatorische Probleme im Zusammenhang mit Datenverwaltung und Weltraumverkehrsmanagement auftreten. Auch die Ausstattung orbitaler Rechenzentren mit modernster Hardware könnte sich als kostspielig erweisen.
Jüngste Analysen legen jedoch nahe, dass der beträchtliche CO2-Fußabdruck des Starts von Hardware in den Weltraum innerhalb von fünf Betriebsjahren kompensiert werden könnte, woraufhin die Anlagen aufdefiZeit mit erneuerbarer Energie betrieben werden könnten.
SpaceX plant außerdem, im Jahr 2026 durch einen Börsengang , was die Bewertung des Raketenherstellers auf über 1 Billion Dollar steigern könnte.
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