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New York Times und Chicago Tribune ziehen gegen Perplexity AI vor Gericht – Vorwurf des massiven Content-Diebstahls

New York Times und Chicago Tribune ziehen gegen Perplexity AI vor Gericht – Vorwurf des massiven Content-Diebstahls

Published:
2025-12-06 16:15:20
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Die New York Times und die Chicago Tribune verklagen Perplexity AI wegen groß angelegten Content-Diebstahls.

Die KI-Branche steht vor einem juristischen Präzedenzfall: Zwei Medien-Giganten klagen einen aufstrebenden KI-Konkurrenten wegen systematischen Diebstahls von Inhalten ein.

Die Anklage im Detail

Die New York Times und die Chicago Tribune werfen Perplexity AI vor, in großem Stil urheberrechtlich geschützte Inhalte kopiert und für das Training von KI-Modellen genutzt zu haben – ohne Erlaubnis und ohne Vergütung. Die Klage beschreibt einen „industriellen Maßstab“ der Aneignung, der die Geschäftsmodelle der Verlage direkt untergrabe.

Ein Kampf um die Zukunft des Contents

Dieser Fall geht weit über eine einfache Urheberrechtsverletzung hinaus. Es ist ein grundsätzlicher Machtkampf zwischen den etablierten Content-Erzeugern und den neuen KI-gestützten Aggregatoren, die deren Arbeit als Rohstoff für eigene, profitable Dienste verwenden. Die Verlage argumentieren, dass ohne faire Lizenzierung die ökonomische Grundlage für qualitativen Journalismus erodiert.

Die finanzielle Dimension

Hinter den juristischen Paragraphen steht eine simple Rechnung: KI-Unternehmen sparen sich Milliarden an Lizenzkosten, während Verlage um ihre Einnahmequellen kämpfen. Ein klassischer Fall von „privatize the profits, socialize the costs“ – nur dass hier intellektuelles Eigentum die Rolle des öffentlichen Gutes übernimmt. Die Gerichte müssen nun klären, ob KI-Training unter „Fair Use“ fällt oder ob ein neues Vergütungsmodell her muss.

Die Branche hält den Atem an

Das Urteil in diesem Fall wird Wellen weit über die beteiligten Unternehmen hinaus schlagen. Es könnte die Kostenstruktur der gesamten KI-Industrie neu definieren und bestimmen, wer in der Wissensökonomie der Zukunft wirklich verdient. Für Perplexity AI und ähnliche Startups geht es ums Überleben; für die Verlage um nichts Geringeres als ihre Existenzberechtigung im digitalen Zeitalter.

Nachrichtenseiten stellen Perplexitys KI-Technologie in Frage

In der Klage der Tribune wird behauptet, dass Perplexity die Retrieval Augmented Generation (RAG)-Technologie einsetzt, die es dem System ermöglicht, Informationen von Websites und Datenbanken in Echtzeit zu sammeln, um Antworten zu formulieren, die Bezahlschranken umgehen und detaillierte Zusammenfassungen geschützter Inhalte liefern sowie die Inhalte der Nachrichtenplattform wortgetreu wiedergeben.

Jesse Dwyer, Kommunikationschef von Perplexity, verteidigte die Geschäftspraktiken des Unternehmens in einer Stellungnahme gegenüber der New York Times und erklärte, dass Verlage schon seit einem Jahrhundert neue Technologieunternehmen verklagen, von Radio und Fernsehen bis hin zum Internet und den sozialen Medien.

„Zum Glück hat es nie funktioniert, sonst würden wir das alle per Telegramm besprechen“, fügte er hinzu. Das Unternehmen beteuert, innerhalb der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu agieren, die die Organisation und den Zugriff auf Informationen im Internet regeln.

Die Grenzen des Urheberrechts im Bereich der KI erweitern sich

In den USA laufen derzeit über 40 Gerichtsverfahren zwischen KI-Unternehmen und Urheberrechtsinhabern. Im Oktober verklagten Dow Jones und die New York Post Perplexity wegen ähnlicher Verstöße, während Reddit Klage gegen das Startup wegen unrechtmäßigen Sammelns von Nutzerdaten einreichte.

Die japanischen Verlage Nikkei und Asahi Shimbun sowie die Encyclopedia Britannica haben ebenfalls rechtliche Schritte gegen dasselbe KI-Startup eingeleitet.

In Italien haben zwei Medienunternehmen, RTI und Medusa Film, die sich im Besitz der Familie Berlusconi befinden, Perplexity in Rom verklagt. Sie werfen dem Unternehmen vor, ihre urheberrechtlich geschützten Filme und Fernsehprogramme zum Trainieren von KI-Modellen verwendet zu haben, ohne dafür die Erlaubnis einzuholen.

Verlage sagen, dass KI-generierte Zusammenfassungen ihre Geschäftsmodelle gefährden, indem sie den Traffic von ihren Websites ablenken, die Werbemöglichkeiten verringern und kostenpflichtige Abonnementdienste untergraben.

Meta umgeht Rechtsstreitigkeiten

Perplexity sieht sich zunehmend mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert; es ist jedoch nicht das einzige Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz, das von Klagen betroffen ist. Auch OpenAI, Claude's Anthropic und andere haben Auseinandersetzungen mit Verlagen.

Meta hat jedoch mit seinem jüngsten Schritt einen alternativen Weg aufgezeigt.

Der Mutterkonzern von Facebook gab mehrere kommerzielle KI-Datenvereinbarungen mit Nachrichtenverlagen bekannt, darunter USA Today, CNN, Fox News, The Daily Caller, Washington Examiner und Le Monde.

Diese Vereinbarungen ermöglichen es Meta, über seinen KI-Chatbot Echtzeitnachrichten bereitzustellen und dabei die Inhalte korrekt zuzuordnen und auf die Originalartikel zu verlinken, wobei die finanziellen Bedingungen jedoch nicht offengelegt werden.

Die Verlage streben gerichtliche Anordnungen an, um Perplexity die Nutzung ihrer Inhalte zu untersagen, die Vernichtung von Datenbanken mit urheberrechtlich geschützten Werken zu erwirken und Schadensersatz für den angeblichen Schaden zu erhalten.

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