Uniswap-Gründer beschuldigt Citadel: Wall-Street-Riese drängt SEC zu harter DeFi-Regulierung

Hayden Adams, der Gründer der größten dezentralen Börse, wirft dem Finanzgiganten Citadel vor, die US-Börsenaufsicht SEC hinter den Kulissen zu einer aggressiven Regulierung von DeFi zu drängen. Ein klassischer Fall von 'Wenn du sie nicht schlagen kannst, regulier sie kaputt' – Wall Street entdeckt die Blockchain erst, wenn sie deren Disruption fürchtet.
Der Vorwurf im Detail
Adams behauptet, Citadel Securities, bekannt für seine marktbeherrschende Rolle im traditionellen Handel, übe gezielten Druck auf Aufsichtsbehörden aus. Das Ziel: Dezentrale Finanzprotokolle wie Uniswap mit regulatorischen Hürden zu überziehen, die für zentralisierte Konkurrenten leichter zu bewältigen sind. Eine Taktik, die Innovation erstickt, bevor sie den etablierten Profit gefährdet.
Die regulatorische Schlachtlinie
Die SEC hat ihre Position zu DeFi in den letzten Monaten deutlich verschärft. Während die Behörde für Anlegerschutz argumentiert, sehen Brancheninsider die Handschrift mächtiger Interessengruppen. Die Debatte dreht sich um eine fundamentale Frage: Sind dezentrale Protokolle nur Software – oder doch Finanzintermediäre? Die Antwort könnte über die Zukunft eines gesamten Ökosystems entscheiden.
Was auf dem Spiel steht
Für Citadel und andere Marktmacher geht es um Milliarden. DeFi-Protokolle automatisieren Liquiditätsbereitstellung und Orderabwicklung – Dienstleistungen, für die traditionelle Firmen hohe Gebühren kassieren. Eine strenge Regulierung würde dezentralen Plattformen den Rechts- und Betriebsrahmen klassischer Börsen aufzwingen und ihren größten Vorteil zunichtemachen: Effizienz ohne Mittelsmänner.
Die Ironie der Geschichte? Dieselben Finanzinstitute, die 2008 gerettet werden mussten, posaunen nun Stabilitätsrisiken bei Technologien heraus, die Transparenz erzwingen. Vielleicht ist das wahre Systemrisiko nicht die Blockchain, sondern der verzweifelte Versuch des alten Systems, unaufhaltsamen Fortschritt zu verzögern.
Adams kritisiert Citadels Vorgehen gegen DeFi
Laut Adams drängt Citadel seiner Ansicht nach seit Jahren auf eine härtere Behandlung von DeFi Projekten. Er verwies auf frühere Streitigkeiten, darunter seine Behauptung, Griffin habe sich zuvor gegen die Bemühungen von ConstitutionDAO ausgesprochen, einer gemeinschaftlich getragenen Initiative, die versucht hatte, auf ein historisches US-Dokument zu bieten.
Zuerst hat Ken Griffin die Constitution DAO verpfuscht.
Nun nimmt er sich DeFivor und fordert die SEC auf, Softwareentwickler dezentraler Protokolle wie zentralisierte Intermediäre zu behandeln.
Bet Citadel betreibt diesbezüglich seit Jahren hinter verschlossenen Türen Lobbyarbeit.
Okay, das ist alles ziemlich schlecht, aber… pic.twitter.com/ExoNhbhadu
— Hayden Adams 🦄 (@haydenzadams) 4. Dezember 2025
Adams berichtete außerdem, dass Citadels Behauptung, DeFi Protokolle könnten keinen fairen Zugang gewährleisten, ein zentraler Punkt in der regulatorischen Haltung des Unternehmens sei. Er verwies auf Citadels Rolle als Market-Maker im traditionellen Finanzwesen, um zu erklären, warum solche Behauptungen in der Krypto-Community Kritik hervorgerufen haben.
Adams' Beitrag löste zudem weitere Diskussionen unter Branchenakteuren aus. Der Entwickler Armani Ferrante merkte an , dass die Debatte die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von DeFi verschärft habe dent da DeFi Marktteilnehmer über ein Kontinuum von Plattformen verteilt seien, darunter zentralisierte Börsen, dezentrale Börsen, unregulierte Einrichtungen und Dienste, deren Design zwar dezentralisiert erscheint, deren Kontrollstruktur aber tatsächlich unbekannt ist.
Ferrante wies darauf hin, dass andere Projekte weiterhin auf einem „Vertrauensmodell“ basieren, was Bedenken hinsichtlich Zugriff, Sicherheit und Klassifizierung aufwirft. Er erwähnte auch den sogenannten HFT-Test, bei dem es darum geht, ob sich ein Endnutzer sicher fühlen würde, wenn ein Hochfrequenzhändler in einer beliebigen Jurisdiktion an einem Protokoll teilnimmt.
BlockTempo entgegnete , dass der Reiz von DeFi in seiner Zugänglichkeit für Nutzer in Ländern liege, die den USA nicht wohlgesonnen sind. BlockTempo behauptete außerdem, dass Uniswap strenge interne Kriterien anwende, was im Gegensatz zu anderen Plattformen stehe, die einen freien Marktzugang unterstützen.
Regulatorischer Kontext der SEC-Maßnahmen gegen DeFi -Projekte
Die Kontroverse wird dadurch weiter verschärft, dass die SEC ihre Kontrollen im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) kontinuierlich verstärkt. Im September 2024 schloss ein Verfahren gegen Rari Capital, Inc. ab, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass das Unternehmen und seine Mitgründer Anleger getäuscht hatten, indem sie behaupteten, die Earn-Pools seien automatisiert, was tatsächlich nicht der Fall war, und dass sie über die Fuse-Pools nicht registrierte Brokergeschäfte betrieben hatten.
Die Aufsichtsbehörden stellten fest, dass das Unternehmen die Kundengelder manuell neu ausbalancierte, obwohl angeblichdent Prozesse eingerichtet waren. Die Plattform verzeichnete in Spitzenzeiten über eine Milliarde US-Dollar an gesperrten Vermögenswerten. Die SEC fügte hinzu, dass Rari Capital durch die Ausgabe von Rari-Governance-Token nicht registrierte Wertpapiere veruntreut habe.
Die Einigung erfolgte nach einemdent im Jahr 2022, bei dem die Kreditplattform Fuse gehackt und bis zu 80 Millionen US-Dollar gestohlen wurden, bevor die Plattform abgeschaltet wurde. Im Rahmen der Vereinbarung verpflichtete sich Rari Capital Infrastructure LLC, künftige Verstöße gegen Wertpapiergesetze zu unterlassen.
Laut der Behörde ändert die bloße Kennzeichnung eines Produkts als dezentralisiert oder autonom nichts an seinen Pflichten nach Bundesrecht.
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