Bitcoin-Preisprognose: Wale realisieren massive Gewinne - hier könnte das Kapital als Nächstes strömen

Bitcoin-Wale ziehen sich mit prall gefüllten Taschen vom Tisch zurück - doch wohin wandern die Milliarden jetzt?
Die große Kapitalwanderung beginnt
Massive Gewinnmitnahmen bei Bitcoin führen zu den größten Kapitalbewegungen des Jahres. Während die Wale ihre Positionen glattstellen, sucht das freigewordene Kapital verzweifelt nach neuen Rendite-Oasen.
Traditionelle Märkte? Zu langweilig. Altcoins? Zu riskant. DeFi-Protokolle? Vielleicht die nächste Station für diese Geldschwemme.
Die Ironie: Dieselben Investoren, die vor Monaten noch über Bitcoin spotteten, stehen jetzt Schlange - typisch für Finanzprofis, die immer erst einsteigen, wenn der Zug eigentlich schon abgefahren ist.
Die Bewertungen schwanken, da Anleger versuchen, die Zukunft einzupreisen.
Sylvia Jablonski, Chief Investment Officer von DefiETFs und verantwortlich für den DefiQuantum Fund (QTUM), sagte: „Plötzlich fühlt es sich an, als ob Science-Fiction in die Welt realer technologischer Möglichkeiten Einzug gehalten hätte.“
Die Aussage verdeutlicht, wie schnell sich die Stimmungslage in diesem Sektor verändert hat, obwohl die Unternehmen weiterhin unrentabel sind.
Die Finanzberichte weisen Verluste aus, allerdings konnte Rigetti Anfang 2025 aufgrund von Wertänderungen der gehaltenen Wertpapiere und nicht aufgrund des Kerngeschäfts einen Quartalsgewinn verbuchen.
Die Volatilität war bei der Rigetti-Aktie besonders deutlich zu spüren. Steve Sosnick, Chefmarktstratege bei Interactive Brokers, sagte: „Was ist der richtige Preis für ein Stück Zukunft?“
Die Rigetti-Aktie notierte Anfang des Jahres bei 1,06 US-Dollar, bevor sie auf 58 US-Dollar stieg. Ende Oktober war sie die viertmeistgehandelte Aktie unter den Kunden von Interactive Brokers.
Mehr Rigetti-Aktien wechselten den Besitzer als Apple- oder Amazon-Aktien, zwei der größten Unternehmen der Welt. Rigetti wird derzeit bei rund 38 US-Dollar gehandelt, was einer Bewertung von mehr als dem Tausendfachen des Umsatzes entspricht. Zum Vergleich: Nvidia wird mit dem etwa 50-Fachen des Umsatzes bewertet.
Christopher Poch, CEO von Promethium Advisors, einem Unternehmen, das vermögende Kunden betreut, bezeichnete die Preisgestaltung als „Zaubertrick“. Er sagte: „Wie sonst lässt sich erklären, dass ein Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 13 Milliarden Dollar, aber nur prognostizierte Umsätze von 22 Millionen Dollar aufweist?“
Die LSEG-Gewinnprognose geht davon aus, dass Rigetti im Jahr 2026 einen Gewinn von 21,9 Millionen US-Dollar erzielen wird. Die Zahlen verdeutlichen die Bewertungsdiskrepanz, mit der Anleger konfrontiert sind.
Analysten passen ihre Kursziele aufgrund des gestiegenen Unternehmensinteresses an.
Art Hogan, Chefmarktstratege bei B. Riley Wealth, sagte, Händler hätten diese vier Unternehmen als die „Quantum 4“ zusammengefasst und sie damit von größeren Namen wie IBM und Alphabet abgegrenzt, die ebenfalls im Bereich Quantencomputing tätig sind.
Trotz der hohen Bewertungen empfehlen einige Analysten die Aktien weiterhin. David Williams von Benchmark Equity Research stufte Rigetti mit „Kaufen“ ein und hob sein Kursziel im letzten Monat von 20 auf 50 US-Dollar an.
Er soll gegenüber Reuters gesagt haben: „Die Bewertung von Quantenaktien ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft.“ Am Montag stufte B. Riley-Analyst Craig Ellis Rigetti auf „Neutral“ herab und begründete dies mit der „hohen Bewertung“ und den Risiken möglicher US-Regierungsstillstände. Dennoch hob Ellis sein Kursziel von 35 auf 42 US-Dollar an. Rigetti notierte am Dienstag bei 36,43 US-Dollar, ein Minus von fast 7 Prozent.
Banken und Unternehmen haben begonnen, Interesse zu zeigen.
JPMorgan Chase gab letzten Monat bekannt, bis zu 10 Milliarden US-Dollar in strategische Sektoren wie Quantencomputing investieren zu wollen. IBM und HSBC erklärten im September, sie hätten mithilfe quantenbasierter Systeme einen neuen Algorithmus für den Anleihenhandel entwickelt.
Letzte Woche kamen Berichte auf, wonach die US-Regierung möglicherweise auch Quantenunternehmen gegen Kapitalbeteiligungen finanzieren könnte. Ein Beamter des US-Handelsministeriums erklärte jedoch, die Behörde verhandle derzeit nicht über solche Pläne.
Einem Bericht von McKinsey zufolge könnte der Markt für Quantencomputing auf über 100 Milliarden US-Dollar anwachsen. Die bisherigen Fortschritte sind jedoch begrenzt.
Rick Bradt, Portfoliomanager bei Neuberger Berman, sagte: „Es ist der heilige Gral der Computertechnik; der Anwendungsfall ist unbestreitbar und zweifellos großartig. Aber es herrscht noch immer große Unsicherheit über den Zeitpunkt.“
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