Interpol beschlagnahmt bei globaler Crypto-Razzia gegen Finanzkriminalität 97 Millionen US-Dollar

Internationale Strafverfolgungsbehörden zerschlagen kriminelle Cryptocurrency-Netzwerke im globalen Maßstab.
Operation Phoenix: Wie Interpol die Blockchain zurückverfolgt
Europol und nationale Partner durchkämmen die Distributed Ledger – finden die digitalen Geldströme trotz anonymer Wallets. Die 97 Millionen Dollar beweisen: Krypto ist nicht so privat wie Kriminelle hoffen.
Dezentralisierte Ermittlungsteams nutzen On-Chain-Analytics
Behörden setzen jetzt dieselben Tools ein wie professionelle Trader. Pattern Recognition und Transaktionsverfolgung enthüllen Verbindungen zwischen scheinbar isolierten Wallets. Das FSA-ähnliche Vorgehen zeigt regulatorische Zähne.
Kryptowährungen werden sauberer – oder sterben aus
Entweder die Branche reinigt sich selbst, oder die Aufsichtsbehörden tun es für sie. Heutige Razzia beweist: Das Spiel wird erwachsen. Banken lächeln süffisant – ihre Compliance-Abteilungen kosten nur halb so viel wie diese Beschlagnahmung einbringt.
Interpol hat Kryptowährungen im Wert von 97 Millionen US-Dollar sichergestellt
Interpol hat im Rahmen einer multinationalen Operation zur Bekämpfung von Cyber-Finanzkriminalität die Sicherstellung von 439 Millionen US-Dollar aus Straftaten bekannt gegeben. Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten gehörten Kryptowährungen und Sachwerte im Wert von 97 Millionen US-Dollar.
Im Rahmen der Operation sperrten die Behörden mehr als 68.000 Bankkonten und froren fast 400 Kryptowährungs-Wallets ein. Allein aus den beschlagnahmten Wallets stellten die Ermittler illegale digitale Vermögenswerte im Wert von rund 16 Millionen US-Dollar sicher.
In Portugal zerschlug die Polizei ein Syndikat, das beschuldigt wurde, Gelder von Sozialversicherungskonten für bedürftige Familien abgezweigt zu haben. 45 Verdächtige wurden festgenommen, und der Schaden in Höhe von 270.000 Dollar konnte auf 531 Opfer tracwerden.
In Thailand beschlagnahmte die Königlich Thailändische Polizei gestohlenes Vermögen im Wert von 6,6 Millionen US-Dollar. Der Betrugsversuch hatte einen japanischen Konzern dazu verleitet, Geld an ein betrügerisches Unternehmen mit Sitz in Bangkok zu überweisen. Das Netzwerk wurde mutmaßlich von thailändischen und westafrikanischen Staatsbürgern betrieben.
Zu den weiteren bemerkenswerten Erfolgen zählte die Rückführung von 3,91 Millionen US-Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ermittler konnten die Gelder zurückholen, nachdem ein koreanisches Stahlunternehmen gefälschte Versanddokumentedentund die betrügerische Überweisung gemeldet hatte. Möglich wurde dies durch Interpols System I-GRIP (Global Rapid Intervention of Payments). Dieser Mechanismus ermöglicht es Strafverfolgungsbehörden, Erträge aus Straftaten in Echtzeit einzufrieren.
Globale Bemühungen gegen Cyberkriminalität
Neben Europa und Asien haben auch afrikanische Länder ihre Maßnahmen gegen Cyberkriminalität verstärkt. Anfang 2025 führten Behörden in 18 afrikanischen Ländern und Großbritannien die Operation Serengeti 2.0 durch, die zu 1.209 Festnahmen und der Sicherstellung von 97,4 Millionen US-Dollar führte. Kriminelle Infrastrukturen, wie 25 illegale Krypto-Mining-Zentren in Angola und ein Online-Investmentbetrug im Wert von 300 Millionen US-Dollar in Sambia, wurden ebenfalls zerschlagen.
Eine separate Operation, Operation Red Card, die zwischen November 2024 und Februar 2025 durchgeführt wurde, führte zu 306 Festnahmen in sieben afrikanischen Ländern. Die nigerianischen Behörden verhafteten 130 Verdächtige, darunter auch Ausländer, die mutmaßlich in Cyber-Investitions- und Casino-Betrug verwickelt waren. Auch Südafrika und Sambia meldeten Massenfestnahmen im Zusammenhang mit SIM-Box-Betrug bzw. Malware-basierten Betrügereien.
„Viele Menschen glauben, dass durch Betrug und Schwindel verlorene Gelder oft unwiederbringlich verloren sind, doch die Ergebnisse der HAECHI-Operationen zeigen, dass eine Wiedererlangung durchaus möglich ist“, sagte Theos Badege, der pro tempore Direktor des Interpol-Zentrums für Finanzkriminalität und Korruptionsbekämpfung.
Auch Lee Jun Hyeong, Leiter des südkoreanischen Interpol-Zentralbüros, wies darauf hin, dass das Land eine führende Rolle bei der internationalen Zusammenarbeit gespielt habe.
„Die Operation HAECHI hat immer wieder die Macht gemeinsamer globaler Maßnahmen bei der Ausrottung der Cyber-Finanzkriminalität unter Beweis gestellt“, sagte er.
Experten haben außerdem darauf hingewiesen, dass Kryptowährungen die Globalisierung der Finanzkriminalität beschleunigt haben.
Phil Larratt, Ermittlungsleiter bei Chainalysis, betonte die Wirksamkeit grenzüberschreitender Partnerschaften. Er verwies auf die Operation Destabilise, eine gemeinsame Initiative Großbritanniens, Frankreichs und der USA, die ein russisches Geldwäschenetzwerk zerschlug und zur Rückgewinnung von Kryptowährungen im Wert von 25,5 Millionen Dollar führte.
„Diese Ergebnisse sind nur möglich, wenn Regierungen, Regulierungsbehörden und private Unternehmen Informationen austauschen und gemeinsam handeln“, fügte er hinzu.
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