Wall Street reitet mit Trump nach Saudi-Arabien – Milliardendeals am Golf locken die Finanzhaie
Die US-Finanzelite folgt dem ehemaligen Präsidenten in den Nahen Osten – Öl-Dollars sollen in lukrative Deals fließen. Wer hier nicht mitmischt, verpasst den Anschluss.
Goldgräberstimmung in Riad: Während sich die Tech-Branche mit KI überschlägt, setzen die alten Finanzdinos auf bewährte Petrodollar-Strategien. Plus ça change...
Doch Trumps Timing könnte sich als schwierig erweisen. Saudi-Arabien hat aufgrund des Ölpreisverfalls mit einem wachsenden Haushaltsdefizit zu kämpfen. Der Preis für Brent-Rohöl ist in diesem Jahr um fast 20% gefallen, wodurch das Königreich im ersten Quartal 2025 ein Defizit von $15.7 Milliarden verzeichnete – das größte seit über drei Jahren. Goldman Sachs schätzt nun, dass die jährliche Lücke $67 Milliarden erreichen könnte, was die Regierung dazu zwingen würde, sich stärker auf Kredite zu verlassen.
Trotz der finanziellen Belastungen gibt Saudi-Arabien weiterhin aggressiv Geld für seine Transformationsstrategie „Vision 2030“ aus, wobei große Infrastrukturprojekte und Ausgaben aus Staatsfonds die Gewinnschwelle für Öl auf über $100 pro Barrel treiben.
Trumps Besuch findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Riad seine Bemühungen verstärkt, sich zum wichtigsten Investitionszentrum der Region zu entwickeln, mit dem Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts jährlich $100 Milliarden an ausländischen Direktinvestitionen anzuziehen. Die Festigung der Beziehungen zu den USA – insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Technologie – ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Vision.
Die Reise dürfte die Gespräche über eine langfristige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und den Golfstaaten beschleunigen und die Verbindungen zwischen den ehrgeizigen Zukunftsplänen Saudi-Arabiens und den Finanzmächten Amerikas vertiefen.

