JBS (JBSS3) setzt 2025 auf Diversifizierung: Wie der Fleischriese mit Zöllen und geopolitischen Herausforderungen umgeht
- Warum Diversifizierung für JBS so entscheidend ist
- Die unterschätzte Herausforderung: Umweltvorschriften
- Innovative Lösungen aus Brasilien
- Die Zukunft der globalen Fleischindustrie
- Häufig gestellte Fragen zu JBS
In einer Welt voller Handelsbarrieren und politischer Spannungen setzt JBS, der weltweit größte Fleischproduzent, konsequent auf seine Diversifizierungsstrategie. CEO Gilberto Tomazoni betonte am 12. August 2025 die Bedeutung dieser Strategie angesichts eines 50%igen US-Zolls auf brasilianisches Rindfleisch. Doch wie genau positioniert sich das Unternehmen für die Zukunft?
Warum Diversifizierung für JBS so entscheidend ist
„Unsere Strategie wurde für genau solche Situationen entwickelt – Handelskonflikte, politische Spannungen und volatile Rohstoffmärkte“, erklärt Tomazoni während des Kongresses der Brasilianischen Agribusiness-Vereinigung (Abag). Mit 280.000 Mitarbeitern weltweit könne man sich keine Einbahnstraßen-Strategie leisten. Der Schlüssel liege in der geografischen und produktbezogenen Vielfalt.
Interessanterweise stammt der Großteil der JBS-Einnahmen aus den USA, doch das Unternehmen unterhält bedeutende Standorte in Brasilien, Australien und Mexiko. „Wenn ein Markt einbricht, können andere Regionen dies ausgleichen“, so der CEO. Diese Flexibilität habe sich besonders in den letzten Jahren bewährt.
Die unterschätzte Herausforderung: Umweltvorschriften
Doch Zölle sind nicht das einzige Problem. Tomazoni kritisiert scharf die EU-Regularien zu Methanemissionen in der Viehzucht: „Die Berechnungsmethode ist schlicht falsch. Sie berücksichtigt nur die Emissionen, nicht die Kohlenstoffbindung.“
Sein Argument: Rinder verwandeln durch Verdauung Kohlenstoff und Pflanzenfasern in Proteine. Die von den Tieren gefressenen Gräser hätten zuvor durch Photosynthese Kohlenstoff aus der Luft gebunden. „Das ist ein natürlicher Kreislauf, den Europa ignoriert“, empört sich der JBS-Chef.
Innovative Lösungen aus Brasilien
JBS setzt auf integrierte Systeme aus Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft, die nachweislich Kohlenstoff binden. „Diese Modelle sollten wir bei der COP30 vorstellen“, fordert Tomazoni. Damit könnten europäische Importeure die Nachhaltigkeitsleistung brasilianischer Produkte besser erkennen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Kreislaufwirtschaft: Tierische Abfälle werden als Düngemittel genutzt. „Ja, Rinder produzieren Methan“, räumt Tomazoni ein, „aber unser Ansatz minimiert die Umweltauswirkungen bei gleichbleibender Produktivität.“
Die Zukunft der globalen Fleischindustrie
Für JBS steht fest: Nur durch kontinuierliche Diversifizierung kann das Unternehmen langfristig wachsen. Die aktuellen Handelskonflikte bestätigen diese Strategie. „Wir werden unsere Plattform weiter stärken – geografisch und produktseitig“, kündigt der CEO an.
Doch der Weg ist steinig. Neben Zöllen werden Umweltauflagen zunehmend zum Handelshemmnis. Hier setzt JBS auf Dialog und innovative Produktionsmethoden. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob dieser Ansatz aufgeht.
Häufig gestellte Fragen zu JBS
Warum ist die Diversifizierungsstrategie für JBS so wichtig?
Diversifizierung ermöglicht es JBS, regionale Krisen oder Handelskonflikte in einem Markt durch Stärken in anderen Regionen auszugleichen. Dies stabilisiert das Geschäft trotz globaler Unsicherheiten.
Wie positioniert sich JBS zu Umweltvorwürfen?
Das Unternehmen erkennt die Herausforderungen an, verweist aber auf innovative Produktionsmethoden wie integrierte Landwirtschafts-systeme, die Kohlenstoff binden und Kreislaufwirtschaft fördern.
Welche Märkte sind für JBS am wichtigsten?
Die USA sind der größte Markt, gefolgt von Brasilien und Australien. Durch die globale Präsenz kann JBS von regionalen Unterschieden profitieren.