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Südkoreas Gericht verurteilt Crypto-CEO Lee Jong-hwan zu 3 Jahren Haft wegen Marktmanipulation – Ein Präzedenzfall unter neuem Gesetz

Südkoreas Gericht verurteilt Crypto-CEO Lee Jong-hwan zu 3 Jahren Haft wegen Marktmanipulation – Ein Präzedenzfall unter neuem Gesetz

Published:
2026-02-05 06:17:02
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In einem bahnbrechenden Urteil hat ein südkoreanisches Gericht den CEO einer Kryptowährungsfirma, Lee Jong-hwan, zu drei Jahren Haft verurteilt – der erste Fall unter dem neuen "Virtual Asset User Protection Act". Der Fall wirft ein grelles Licht auf die dunklen Ecken des Kryptomarktes und zeigt, wie Behörden weltweit zunehmend gegen Manipulationen vorgehen. Neben der Haftstrafe muss Lee umgerechnet etwa 1 Million Euro an Strafen zahlen. Ein ehemaliger Mitarbeiter erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe. Der Fall dreht sich um die künstliche Aufblähung des Handelsvolumens des ACE Coin auf der Börse Bithumb.

Wie manipulierte Lee Jong-hwan den ACE Coin Preis?

Das Gericht stellte fest, dass Lee zwischen dem 22. Juli und 25. Oktober 2023 systematisch den Preis des ACE Coin manipulierte, indem er wiederholt zu deutlich überhöhten oder untertriebenen Preisen kaufte und verkaufte. "In einem System, in dem in sehr kurzen Abständen teure Käufe und billige Verkäufe getätigt werden, ist es schwer, Gewinne zu erwarten – selbst wenn der Preis steigt", erklärte das Gericht. "Fällt der Preis, sind Verluste praktisch unvermeidlich." Besonders dreist: Lee platzierte sogenannte "Dummy-Kauforders" mit extrem geringer Ausführungs-Wahrscheinlichkeit am unteren Ende des Orderbuchs, um künstlich eine "Kaufmauer" vorzutäuschen.

Warum wurde die Anklage auf 7,1 Milliarden Won reduziert?

Interessanterweise wies das Gericht die Behauptung der Staatsanwaltschaft über illegale Gewinne in Höhe von 7,1 Milliarden Won (etwa 5 Millionen Euro) zurück. Grund: Die Anklagebehörde konnte die genauen Handelsbeträge und Provisionen nicht präzise ermitteln und hatte zudem Transaktionen in ihre Berechnungen einbezogen, die nicht Teil der Anklage waren. "Das Gesetz betrachtet durch Verstöße erzielte Gewinne als Bestandteil der Strafe", betonte das Gericht. "Daher muss der Wert streng und sorgfältig berechnet werden." Dies führte zu einer milderen Strafe als von der Staatsanwaltschaft gefordert (die 10 bzw. 6 Jahre Haft beantragt hatte).

Was macht den Virtual Asset User Protection Act so besonders?

Das im Juli 2024 in Kraft getretene Gesetz markiert einen Paradigmenwechsel in Südkoreas Umgang mit Kryptowährungen. Es ermöglicht erstmals strafrechtliche Sanktionen wie mindestens ein Jahr Haft oder Geldstrafen in Höhe des Drei- bis Fünffachen der illegalen Gewinne. Zudem können Bußgelder von bis zu 4 Milliarden Won (etwa 3 Millionen Euro) verhängt werden. Das Gesetz räumt der Financial Services Commission (FSC) umfassende Untersuchungsbefugnisse ein – von Geschäftseinstellungen bis zu Korrekturmaßnahmen. "Dies ist wahrscheinlich der erste Fall, der unter diesem Gesetz verurteilt wurde", merkte das Gericht an.

Warum ist dieser Fall ein Weckruf für die Branche?

Rechtsexperten wie Anwalt Lee Bo-hyun von Hwawoo Law Firm sehen in dem Urteil ein klares Signal: "Die Entscheidung zeigt, dass Preis-Manipulationen besonders in illiquiden Märkten stattfinden, wo das Handelsvolumen künstlich aufgebläht wird." Ohne institutionelle Investoren als Liquiditätsprovider (LPs) seien viele Kryptobörsen besonders anfällig für solche Praktiken. Das Gericht betonte, dass solche Handlungen "das Vertrauen der Nutzer in den virtuellen Asset-Markt ernsthaft untergraben und seine faire Preisbildungsfunktion beeinträchtigen".

Wie positioniert sich Südkorea im globalen Krypto-Regulierungswettlauf?

Südkorea gehört zu den ersten Ländern weltweit, die spezifische Gesetze gegen Krypto-Manipulationen erlassen haben. Die Financial Supervisory Service (FSS) ist nun für die Inspektion von Krypto-Dienstleistern (VASPs) zuständig. Bemerkenswert: Die FSC kann Verdachtsfälle direkt der Staatsanwaltschaft übergeben – ein ungewöhnlich direkter Weg, der die Ernsthaftigkeit der Bemühungen unterstreicht. "Dieser Fall wird sicherlich Schule machen", kommentiert ein BTCC Analyst. "Andere Länder beobachten genau, wie effektiv solche Gesetze in der Praxis sind."

Was bedeutet das für internationale Investoren?

Der Fall zeigt, dass asiatische Märkte bei der Krypto-Regulierung zunehmend die Initiative übernehmen. Während viele westliche Länder noch über Rahmenbedingungen diskutieren, setzt Südkorea bereits konkrete Maßstäbe. Für Anleger bedeutet dies: Märkte wie Bithumb oder BTCC werden transparenter – aber auch strenger überwacht. "Langfristig ist das gut für die Branche", so ein Marktbeobachter, "auch wenn es kurzfristig einige Akteure das Fürchten lehrt."

Wie geht es jetzt weiter?

Der Fall könnte Präzedenzcharakter für zukünftige Verfahren haben. Besonders die gerichtliche Auslegung des neuen Gesetzes wird genau analysiert werden. Interessant wird auch, wie die Behörden die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gestalten – schließlich sind Kryptomärkte global. Eins ist klar: Die Ära des Wilden Westens im Kryptospace neigt sich dem Ende zu, zumindest in Südkorea.

Fragen und Antworten zum Fall Lee Jong-hwan

Welche Strafe erhielt Lee Jong-hwan genau?

Lee Jong-hwan wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, zusätzlich zu einer Geldstrafe von 500 Millionen Won und einer weiteren Geldbuße von 846,56 Millionen Won.

Welche Börse war in den Fall verwickelt?

Die Manipulationen betrafen den ACE Coin, der auf der südkoreanischen Kryptobörse Bithumb gelistet war.

Seit wann gilt das neue Virtual Asset User Protection Act?

Das Gesetz trat im Juli 2024 in Kraft und dieser Fall ist der erste bekannte Verurteilungsfall unter diesem neuen Gesetz.

Können solche Urteile auch Auswirkungen auf andere Märkte haben?

Absolut. Da Kryptomärkte global sind, setzt Südkorea mit diesem Urteil einen Maßstab, der wahrscheinlich auch die Regulierung in anderen Ländern beeinflussen wird.

|Square

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