CZ antwortet auf alles: FTX wurde nicht von mir zu Fall gebracht, null Kontakt bei der Begnadigung
PanewslabZusammengestellt & übersetzt von: Deep Tide TechFlow
Deep Tide Einführung: Vom jugendlichen Einwanderer in Vancouver über den Gründer der weltweit größten Krypto-Börse bis hin zum Gefängnisaufenthalt und der Begnadigung durch den Präsidenten vier Monate später. In diesem Video-Podcast gibt CZ erstmals einen systematischen Rückblick auf den Aufstieg von Binance, den Tweet, der angeblich FTX zu Fall brachte, die Wahrheit über Gefängnis und Begnadigung sowie seine tatsächliche Einschätzung zu Hyperliquid, DEX und dem nächsten Bullenmarkt. Er bereut nichts, zieht aber auch eine „rote Linie“, die er niemals überschreiten wird.
Gast: CZ, Gründer von Binance
Moderator: Kevin, Host von When Shift Happens
Podcast-Quelle: When Shift Happens
Originaltitel: CZ Binance Founder: This Crypto Bull Run Could Make You Rich | E187
Ausstrahlungsdatum: 25. September 2026
Zusammenfassung der Kernpunkte
FTX wurde nicht durch einen einzigen Tweet zu Fall gebracht: Beim Ausstieg von Binance aus der FTX-Beteiligung erhielt Binance etwa 2,1 Milliarden US-Dollar im Gegenwert von bar, BUSD und FTT zurück. Was FTX wirklich zu Fall brachte, war die Veruntreuung von Kundengeldern in Milliardenhöhe. Coindesk berichtete bereits drei bis vier Tage vor CZs Tweet über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit.
Eine einmalige Verletzung des Bank Secrecy Act führte zu einer Gefängnisstrafe – in der US-Geschichte äußerst selten: CZ wurde wegen dieser einen Anklage zu vier Monaten verurteilt. Im Gefängnis fürchtete er vor allem, dass weitere Anklagen hinzukommen und er auf unbestimmte Zeit festgehalten werden könnte. 2025 erhielt er die Begnadigung durch Präsident Trump – ohne jeglichen direkten Kontakt zu Trump.
Binance begann mit einem 15- bis 20-köpfigen B2B-Team: Der Vorgänger BG Tech verkaufte Handelssysteme an Märkte für Sammlerstücke. 80 bis 90 Prozent der Kunden waren keine Krypto-Börsen. Im Mai 2017 fiel in einem Besprechungsraum die Entscheidung, eine Krypto-zu-Krypto-Börse aufzubauen. Mit einem soliden Team wurde Binance innerhalb von sechs Monaten zur weltweit größten Börse.
Bei Sicherheitsvorfällen zuerst den „roten Knopf“ drücken: Im Mai 2019 wurde Binance um 40 Millionen US-Dollar gehackt. CZ stoppte sofort alle Auszahlungen, ließ den Handel aber weiterlaufen. Die Auszahlungen wurden eine Woche lang ausgesetzt, und diese Zeit wurde genutzt, um die Architektur auf eine serverlose Architektur umzustellen. Er ist überzeugt, dass jeder in einer Börse in der Lage sein sollte, den roten Knopf zu drücken und alles zu stoppen.
Die Krypto-Durchdringung liegt noch unter 1 % – jetzt gilt es, den Kuchen gemeinsam zu vergrößern: Gemessen an den Inhabern liegt die Durchdringung bei etwa 5 bis 15 Prozent, gemessen am Nettovermögen beträgt der tatsächlich investierte Anteil jedoch weniger als 1 Prozent. Deshalb begrüßt er DEX wie Hyperliquid mit offenen Armen und lehnt es ab, Wettbewerber als Feinde zu betrachten.
Die „Bösewicht“-Erzählung zum Crash am 10. Oktober wurde von Wettbewerbern verstärkt: Die zeitliche Abfolge war zuerst Trumps Zölle, dann der Absturz von Aktienmarkt und Krypto. Der problematische Stablecoin bei Binance hatte eine extrem kleine Marktkapitalisierung. In dieser Zeit verzeichnete Binance weiterhin Nettozuflüsse und entschädigte betroffene Nutzer freiwillig mit rund 800 Millionen US-Dollar – ohne dazu verpflichtet zu sein.
CZ hält sich selbst nicht für fähig, einen 3-Billionen-Dollar-Markt zu bewegen: Er postet fünf bis zehn Tweets pro Tag, alle bullisch. Dass ein Tweet zufällig fünf Stunden vor einer positiven Trump-Rede kam, war Zufall. Wenn er über einen Informationsvorsprung verfügt, postet er gerade nicht.
Nach dem Rückzug aus dem Tagesgeschäft konzentriert er sich auf Bildung und Regulierung: Die Giggle Academy hat bereits rund 1,3 Millionen Kinder erreicht – ein exponentielles Wachstum gegenüber 100.000 Anfang 2026. Er sieht in kostenloser, KI-gestützter Bildung die Investition mit der größten langfristigen positiven Wirkung.
2. Bemerkenswerte Aussagen
„Wenn ein einziger Tweet eines Wettbewerbers dein Unternehmen zu Fall bringen kann, dann hattest du nie ein echtes Unternehmen.“
„In meinem Fall gab es in der Geschichte der USA noch nie jemanden, der allein wegen einer einmaligen Verletzung des Bank Secrecy Act ins Gefängnis kam – bis heute nicht.“
„Fleiß bedeutet für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge. Aber ich denke, Ergebnisse zu liefern und effizient zu sein, ist wichtiger als lange Arbeitszeiten.“
„In der asiatischen Kultur folgen Menschen einem Anführer fast blind, sodass es manchmal schwer ist, Feedback für deine Ideen zu bekommen.“
„Gemessen an der Durchdringung liegen wir bei weniger als 1 Prozent. Und die aktuelle Marktgröße ist nicht die zukünftige Marktgröße.“
„Wir sehen Börsen als etwas, das hilft, den Kuchen zu vergrößern. Denn der Markt ist noch lange nicht gesättigt.“
„Ich hoffe wirklich, dass sie neue Wege gehen und den Weg einschlagen, den sie in den USA gegangen sind. Das ist großartig. Das ist tatsächlich gut für die Branche.“
„Wenn du bullisch bist und fünfmal am Tag twitterst, wird einer dieser Tweets zufällig fünf Stunden vor einer positiven Nachricht gepostet.“
„Positive Wirkung macht glücklich. Wenn du weißt, dass du etwas beiträgst und anderen hilfst, macht dich das von Herzen glücklich.“
„Wenn du gut in Mathe und schlecht in Englisch bist, verbringst du weniger Zeit mit Mathe und mehr mit Englisch, um dich dem Durchschnitt anzupassen.“
Hauptteil:
1. Vom Einwandererkind zweiter Generation zur Gründung von Binance
Kevin: Was ist in deinem Leben passiert, das erklärt, wie du vor deinem 50. Lebensjahr zu einem der 20 reichsten Menschen der Welt geworden bist?
CZ: Erstens glaube ich nicht, dass dieses Ranking stimmt. Ich bin wahrscheinlich unter den Top 100 oder Top 500. Und mein soziales Umfeld ist am oberen Ende stark auf die Krypto-Welt ausgerichtet.
Kevin: Woher kommt dein innerer Antrieb?
CZ: Ich kann mich an keine traumatischen Kindheitserlebnisse erinnern, aber ich bin in ziemlich armen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Familie wanderte nach Kanada aus. Beide Elternteile verdienten nahe dem Mindestlohn, während viele meiner Freunde Investoren-Einwanderer aus Taiwan und Hongkong waren – ziemlich wohlhabend. Das hat einen gewissen Druck auf mich ausgeübt.
Kevin: Du hast deine Schwester erwähnt. Was macht sie heute?
CZ: Sie ist auch ein Tech-Mensch. Sie arbeitete zuerst bei einem Startup in Tokio und wurde später eine der Managing Directors bei Morgan Stanley. Weltweit gibt es etwa 400 Managing Directors bei fast 100.000 Mitarbeitern. Sie ging mit etwa 42 in den Ruhestand und berät jetzt Menschen mit Depressionen.
Kevin: Du sagst, Einwanderer der zweiten Generation sehen oft, wie hart ihre Eltern arbeiten, und wollen deshalb vorwärtsstürmen; aber die dritte und vierte Generation „verkommt“. Wie verhinderst du das bei deinen Kindern?
CZ: Ich weiß bis heute keine funktionierende Lösung. Ich habe auch keine dritte oder zweite Generation – ich kann das Problem also noch etwas aufschieben. Ich glaube, es liegt an der Bildung, aber das ist schwierig.
Kevin: Nimm mich mit zum ersten Tag von Binance. Wenn ich damals in deinem Wohnzimmer gewesen wäre, was hätte ich gesehen oder gehört?
CZ: Der Start von Binance war etwas anders. Wir hatten ein Team von 15 bis 20 Leuten und betrieben eine Firma namens BG Tech, die Handelssysteme an andere Börsen verkaufte. Im Mai 2017 rief ich alle in den Besprechungsraum und sagte, jetzt sei vielleicht ein guter Zeitpunkt, eine Krypto-zu-Krypto-Börse aufzubauen. Das war der Moment.
Kevin: Was bedeutet „Fleiß“ für dich?
CZ: Ergebnisse zu liefern und effizient zu sein, ist wichtiger als lange Arbeitszeiten. Viele Menschen arbeiten sehr lange und bringen nichts zustande. Leidenschaftliche Menschen messen sich nicht an Arbeitsstunden, sondern daran, wie engagiert sie sind und wie hochwertige Ergebnisse sie in kurzer Zeit liefern können.
Kevin: Was ist das größte Missverständnis über Binance?
CZ: Manche denken, es sei ein chinesisches Unternehmen. Das ist es nicht – wir haben nur viele chinesische Mitarbeiter. Andere denken, zentralisierte Börsen seien schlecht oder böse für die Branche, aber wir investieren stark in Dezentralisierung. Heute bevorzugen die meisten Menschen zentralisierte Börsen, aber ich glaube, die Zukunft ist dezentral.
2. Der FTX-Zusammenbruch und der Tweet
Kevin: FTX-Mitgründer Sam Bankman-Fried sagt, dein Tweet habe FTX zu Fall gebracht. Gibt es auch nur einen Funken in dir, der denkt, er könnte recht haben?
CZ: Nein, absolut nicht. Wenn ein einziger Tweet eines Wettbewerbers dein Unternehmen zu Fall bringen kann, dann hattest du nie ein echtes Unternehmen. Wenn er ein Unternehmen geführt hätte, das ich mit einem Tweet zerstören könnte, hätte er dieses Unternehmen gar nicht besitzen können.
Kevin: Hast du die Wirkung deines Tweets also völlig unterschätzt oder gar nicht vorhergesehen?
CZ: Ich glaube nicht, dass mein Tweet so viel bewirkt hat. Es war eher ein Tweet mit öffentlichem Offenlegungscharakter. Als Teil des Ausstiegs von Binance aus der FTX-Beteiligung erhielten wir etwa 2,1 Milliarden US-Dollar im Gegenwert von bar, BUSD und FTT zurück. Ich sagte, wir würden alle verbleibenden FTT in unseren Büchern liquidieren. Damals wusste ich nicht, dass sie Probleme bekommen würden, und ich habe auch keine große Wirkung erwartet.
Kevin: Was geschah, bevor du den Tweet absetztest?
CZ: Coindesk veröffentlichte einen Artikel, wonach sie möglicherweise zahlungsunfähig seien – etwa drei bis vier Tage vor meinem Tweet. Tatsache ist, dass sie ihre Kunden belogen und Kundengelder veruntreut haben. Die CEO von Alameda twitterte 20 Minuten nach meinem Tweet, und viele sagen, ihr Tweet habe möglicherweise mehr Informationen preisgegeben als meiner.
Kevin: Welche Wahrheit über die Woche des FTX-Zusammenbruchs kennt sonst niemand?
CZ: Sie haben Kundengelder in Milliardenhöhe veruntreut und für andere Dinge ausgegeben. Als der Markt dann nachgab, konnten die Kunden ihr Geld nicht mehr abheben. So einfach ist das.
3. Gefängnis und Trumps Begnadigung
Kevin: Du warst mehrere Monate im Gefängnis. Mit welcher Überzeugung bist du hineingegangen, die du beim Verlassen nicht mehr hattest?
CZ: Es war keine Überzeugung. Ich hatte große Angst, dort für immer festgehalten zu werden – dass sie eine weitere Anklage finden und endlose Vorwürfe erheben würden. In meinem Fall gab es in der Geschichte der USA noch nie jemanden, der allein wegen einer einmaligen Verletzung des Bank Secrecy Act ins Gefängnis kam – bis heute nicht. Die meisten wurden nicht einmal angeklagt.
Kevin: Gab es jemanden, der verschwand, als es schwierig wurde, und dich überrascht hat?
CZ: Bei Binance ist nie jemand verschwunden. Alle Mitgründer von 2017 sind noch da, keiner ist gegangen. Das ist ein extrem stark zusammenhaltendes Team. In der Branche versprechen viele die ganze Welt und verschwinden nach ein paar Monaten.
Kevin: Der US-Präsident unterzeichnet jedes Jahr etwa 10 bis 40 Begnadigungen. Du hast letztes Jahr eine davon bekommen. Führe mich durch den Begnadigungsprozess – vom ersten Anruf bis zur letzten Unterschrift.
CZ: Ich habe mit Anwälten besprochen, wie der Ablauf aussehen würde. Trump sagte im Wahlkampf, er werde Ross Ulbricht begnadigen. Später wurde auch Arthur Hayes begnadigt, dessen Fall meinem ähnlicher ist. Über Freunde nahm ich Kontakt zu demselben Anwalt auf, der ihre Begnadigungen bearbeitet hatte, und reichte im April 2025 die Petition ein – nachdem Arthur Hayes im März begnadigt worden war.
Kevin: Musstest du Trump persönlich treffen?
CZ: Ich habe Trump nie persönlich getroffen, nie mit ihm telefoniert, nie eine E-Mail geschrieben, habe seine Nummer nicht. In Davos kam ich ihm am nächsten – er war auf der Bühne, ich im Publikum. Wir haben uns nie die Hand gegeben, und er wusste nicht einmal, dass ich im Publikum war.
Kevin: Manche sehen Begnadigungen als Beweis dafür, dass politischer Einfluss wichtiger ist als alles andere. Wo liegen sie falsch?
CZ: In meinem Fall bin ich offensichtlich voreingenommen, das Urteil überlasse ich anderen. Viele haben gesagt, ich sei unfair behandelt worden und das hätte korrigiert werden müssen. Ich wurde angeklagt, weil das KYC-Programm von Binance nicht stark genug war, aber ich persönlich habe nie irgendwelche Transaktionen abgewickelt. Die derzeitige Regierung diskutiert gerade, dass Polymarket kein KYC hat und nur Geoblocking für internationale Märkte betreibt. Sie werden dasselbe bei Perp-DEX tun. Wenn ich nach heutigen Standards beurteilt würde, gäbe es kein Problem.
4. Der „rote Knopf“ bei Sicherheitsvorfällen
Kevin: Wir hatten letztes Jahr Ben Zhu von Bybit zu Gast, zwei Tage nach deren 1,5-Milliarden-Dollar-Hack. Du hast damals öffentlich empfohlen, Auszahlungen auszusetzen, und Ben entschied sich dagegen. Rückblickend: Hatte Ben recht und du unrecht?
CZ: Ich glaube, in so einer Situation gibt es kein Richtig oder Falsch, es ist nur eine Einschätzung. Ben hatte offensichtlich mehr Informationen über den Vorfall als ich. Mein Stil ist viel konservativer – ich würde zuerst die Auszahlungen stoppen.
Kevin: Was hast du 2019 getan, als Binance um 40 Millionen Dollar gehackt wurde?
CZ: Im Mai 2019 wurde Binance auf einen Schlag um 40 Millionen Dollar gehackt. Das Erste, was ich tat, war, alle Auszahlungen zu stoppen – tatsächlich alle Systeme anzuhalten. Ich habe in meinem Kopf einen großen virtuellen roten Knopf. Bei einem Sicherheitsvorfall drückst du ihn zuerst und findest dann heraus, was passiert ist und welche Auswirkungen es gibt.
Kevin: Wie funktioniert dieser rote Knopf konkret?
CZ: Jeder – wirklich jeder auf der Börsenplattform – sollte in der Lage sein, diesen roten Knopf zu drücken und zu sagen: Stoppt alles. Erst wenn du die Sache genauer analysiert hast und dir sehr sicher bist, öffnest du langsam wieder. 2019 haben wir die Auszahlungen eine Woche lang ausgesetzt, aber den Handel weiterlaufen lassen, weil wir nicht wollten, dass sich die Preise von anderen Börsen entkoppeln. In dieser Woche haben wir außerdem die Systemarchitektur auf eine serverlose Architektur umgestellt.
Kevin: Wäre das Ergebnis grundlegend anders gewesen, wenn Bybit auf deinen Rat gehört hätte?
CZ: Nein, der Unterschied wäre nicht groß gewesen. Der Hack war bereits passiert. Ob du Auszahlungen aussetzt oder nicht, macht nur bei einem zweiten Hack einen großen Unterschied – und der ist zum Glück nicht passiert. Es war eine schwierige Entscheidung, Ansichtssache.
5. Wettbewerbssicht auf Hyperliquid und DEX
Kevin: Viele in der Krypto-Welt glauben, Binance sehe Hyperliquid als ersten echten Wettbewerber, und einige deiner öffentlichen Kommentare seien Versuche, deren Momentum zu bremsen. Was sagst du diesen Leuten?
CZ: Nein, sie liegen falsch. Ich ermutige mehr Krypto-Börsen zur Innovation. Wir sehen Börsen als etwas, das hilft, den Kuchen zu vergrößern. Gemessen an der Durchdringung halten vielleicht nur 5 bis 15 Prozent der Menschen irgendeine Krypto-Währung, aber gemessen am Nettovermögen ist der Anteil, den sie in Krypto investiert haben, sehr klein. Nach Geld und Wert gerechnet liegen wir bei unter 1 Prozent Durchdringung.
Kevin: Du begrüßt also dezentrale Börsen wie Hyperliquid?
CZ: Wir begrüßen mehr dezentrale Börsen. Ein Pionier in einem Bereich ist langfristig nicht unbedingt der größte Gewinner. Google war bei weitem nicht die erste Suchmaschine, und Binance war bei weitem nicht die erste zentralisierte Börse. Selbst mit einem First-Mover-Vorteil gewinnen sie nicht immer. Die Branche zu vergrößern ist viel besser, als eine einzelne Plattform zu vergrößern.
Kevin: Worin ist Hyperliquid heute besser als Binance?
CZ: Nun, sie haben kein KYC, aber das ist ein sehr kleiner Punkt.
Kevin: Warum kann man HYPE bis heute nicht auf dem Binance-Spotmarkt kaufen, obwohl es in den letzten zwei Jahren zu den besten Assets gehörte, etwa um das 25-Fache gestiegen ist und in die Top 10 aufgenommen wurde?
(Anmerkung von Deep Tide: Dieser Podcast wurde wenige Tage vor der Notierung von HYPE auf dem Binance-Spotmarkt aufgenommen.)
CZ: Als Hype aufkam, hatte ich mich bei Binance bereits aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und leite Binance nicht mehr. Mein Verständnis ist, dass der Hype-Token lange Zeit nicht im Umlauf war und Binance die Richtlinie hat, solche Token als Schutz vor Kontrahentenrisiken halten zu müssen. Heute ist das vielleicht kein Problem mehr, aber ich weiß nicht, wie die aktuelle Lage ist.
6. Der Crash am 10. Oktober und die „Bösewicht“-Erzählung
Kevin: Letztes Jahr passierte noch etwas anderes: der 10. Oktober, also der 10. Oktober 2025, als die meisten Altcoins innerhalb von Minuten auf null oder fast null fielen und das größte Liquidationsereignis der Krypto-Geschichte auslösten. Jede Finanzkrise hat ihren Bösewicht. Warum, glaubst du, will der Markt einen Bösewicht, und warum hat er dich ausgewählt?
CZ: Es ist offensichtlich, dass einer unserer Wettbewerber diese Erzählung massiv verbreitet hat – dass Binance das Problem verursacht habe. Tatsächlich begannen die Preisbewegungen zuerst an genau dieser bestimmten Börse. Die Reihenfolge war: Trump kündigte Zölle an, der Aktienmarkt stürzte ab, Krypto stürzte ab, und dann gab es bei Binance ein technisches Problem mit einem kleinen Stablecoin – nicht einmal USDT oder USDC, sondern Athena USD mit einer Marktkapitalisierung im einstelligen Milliardenbereich. Das war keineswegs die Ursache für den Crash am 10. Oktober.
Kevin: Aber viele Medien gaben Binance die Schuld.
CZ: Chinesische Medien griffen das auf, und ein chinesischer Wettbewerber, der eine zentralisierte Börse betreibt, versuchte sehr stark, es zu verstärken. Hasib von Dragonfly veröffentlichte eine Zeitstrahl-Grafik: Als Trump die Zölle ankündigte, begannen die Preise zu fallen, und das Binance-Problem trat viel später auf. Cathie Wood sagte später offen, sie glaube nicht, dass Binance den gesamten Crash verursacht habe, sondern erwähnte nur, dass ein technisches Problem bei Binance Teil des Crashs gewesen sei.
Kevin: Was hat Binance damals getan?
CZ: Binance stellte etwa 800 Millionen Dollar bereit, um Nutzer zu entschädigen, die auf der Plattform Verluste erlitten hatten – ohne jede Verpflichtung dazu. Aber während der ganzen Zeit, in der schlecht über Binance geredet wurde, verzeichnete Binance Nettozuflüsse, und der Marktanteil fiel kein bisschen. Schau dir das Geld an: Die Binance-Nutzer wussten, dass Binance das Problem nicht verursacht hat.
Kevin: Hast du „4“ gepostet?
CZ: Nein. Normalerweise poste ich „4“, wenn ein traditionelles Medium einen negativen Artikel veröffentlicht. Wenn es nur ein paar kleine Medien in der Community oder ein paar KOLs sind, die möglicherweise für Tweets bezahlt wurden, reicht mir das nicht für ein „4“.
(Anmerkung des Übersetzers: CZs „4“ stammt von seinem Neujahrsvorsatz 2023, FUD – Fake News und negative Narrative – zu ignorieren. Seitdem antwortet die Community mit „4“ auf negative Berichte.)
7. Langfristig bullische Haltung
Kevin: Du bist dafür bekannt, immer bullisch zu sein. Am 19. August, als Bitcoin bei etwa 60.000 oder 64.000 stand, hast du getwittert, dass es ein klarer Hinweis zum Bitcoin-Kauf sei, wenn man möchte, dass das eigene Ich in zwei Jahren einem für das heutige Handeln dankt. Dann stieg der Markt innerhalb weniger Tage um etwa 20 Prozent. Hat CZ die Fähigkeit, diesen etwa 3 Billionen Dollar schweren Krypto-Markt zu bewegen?
CZ: Nein. Die kurze Antwort ist nein, diese Fähigkeit habe ich nicht. Ich habe so viele bullische Tweets gepostet – jeder meiner Tweets ist bullisch, ich poste etwa fünfmal am Tag. Dieser Tweet erschien nur zufällig etwa fünf Stunden vor der Rede von Präsident Trump zum Krypto-Gipfel, und ich wusste absolut nicht, dass das passieren würde.
Kevin: Du hast also im Voraus von positiven Nachrichten gewusst und deshalb getwittert?
CZ: Immer wenn ich das Gefühl habe, über vorteilhafte Informationen zu verfügen, twittere ich nicht über diese Informationen. Dieser Tweet entstand unterwegs, als ich ein Buch las und jemand darin ein Zitat sagte. Ich dachte, ich könnte es in ein positives Zitat über Krypto umwandeln. Wer weiß – fünf Stunden später sagte Trump, sie würden Hyperliquid in die USA holen. Die ganze Rede war sehr positiv, aber ich wusste nichts von diesen Inhalten.
Kevin: Wenn du bullisch bist und fünfmal am Tag twitterst, wird einer dieser Tweets zufällig fünf Stunden vor einer positiven Nachricht gepostet. Erklärt das, warum sich der Markt bewegte?
CZ: Ja, aber heute beschwert sich niemand, alle verdienen Geld. Krypto folgt einem Vierjahreszyklus, ich habe nur nicht bis Oktober gewartet, um diesen Tweet zu posten.
8. Giggle Academy – Bildungsinitiative
Kevin: Wenn Binance morgen verschwinden würde, was wäre dein gewünschter Beitrag für Krypto?
CZ: Ich weiß es nicht, ich tue einfach, was ich kann. Selbst wenn Binance heute noch existiert, verbringe ich tatsächlich keine Zeit mit der zentralisierten Börse. Ich nutze meine ganze Zeit, um mit anderen Ländern über Krypto-Regulierungsrahmen zu sprechen. 70 bis 80 Prozent unserer Investitionen liegen weiterhin im Web3-Bereich, und ich widme mich auch der Giggle Academy.
Kevin: Was optimierst du derzeit am meisten in deinem Leben?
CZ: Positive Wirkung. Wenn du weißt, dass du etwas beiträgst und anderen hilfst, macht dich das von Herzen glücklich. Kurzfristig geht es darum, verschiedenen Ländern bei der Entwicklung von Krypto-Regulierungsrahmen zu helfen. Langfristig hat die Giggle Academy wahrscheinlich die größte positive Wirkung. Sie ist kostenlose Bildung für alle Menschen auf der Welt und wächst sehr schnell. Anfang des Jahres erreichten wir nur 100.000 Kinder, jetzt sind es 1,3 Millionen – in weniger als sieben Monaten, und das Wachstum ist exponentiell.
Kevin: Was denkst du anders über Bildung?
CZ: Ich glaube, das heutige Bildungssystem will durchschnittliche, vorhersehbare Menschen produzieren. Wenn du gut in Mathe und schlecht in Englisch bist, verbringst du weniger Zeit mit Mathe und mehr mit Englisch, um dich dem Durchschnitt anzupassen. Aber in der extrem wettbewerbsorientierten Welt von morgen musst du zu den oberen 1 Prozent gehören, hoffentlich zu den oberen 0,1 Prozent. Mit 0,1 Prozent besser verdienst du wahrscheinlich zehnmal mehr. Du musst dich also auf wenige Dinge spezialisieren, in denen du gut bist.
Kevin: Und die Lehrer?
CZ: Das Lehrersystem ist extrem teuer und nicht besonders gut. Das durchschnittliche Lehrergehalt in den USA liegt bei 30.000 Dollar im Jahr – das höchste der Welt, daher ist die durchschnittliche Qualität niedrig. Ich bin überzeugt, dass ein KI-gesteuerter, App-gesteuerter, individuell angepasster Lehrplan viel effektiver wäre. Heute sind die Roboter noch etwas ungeschickt, aber die Bereitstellung per App ist kostenlos. Sobald es gut gemacht ist, ist es egal, ob 100.000 oder 1,3 Millionen Menschen es nutzen – die Grenzkosten sind praktisch null.
Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Investitionsberatung in Bezug auf BTCC dar. BTCC unternimmt alle Anstrengungen, kann jedoch nicht die Wahrheit, Genauigkeit oder Originalität des oben stehenden Inhalts garantieren.