Lohnwachstum für Neueinstellungen in Großbritannien fällt auf 4-Jahres-Tief - Was das für den Arbeitsmarkt bedeutet
Britische Unternehmen bremsen die Gehaltszuwächse für neue Mitarbeiter auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Ein klares Signal für die sich abkühlende Konjunktur.
Die Zahlen sprechen Bände: Nur noch magere 4% mehr Lohn für Neueinsteiger gegenüber den rekordhohen 7% des Vorjahres. Arbeitgeber reagieren damit auf die wirtschaftlichen Headwinds und die anhaltende Inflation.
Für Krypto-Enthusiasten zeigt diese Entwicklung einmal mehr: Während traditionelle Lohnstrukturen stagnieren, bieten dezentrale Finanzlösungen echte Alternativen zur inflationsgeplagten Fiat-Welt. Typisch Banken - erst jahrelang Nullzinsen, dann explodierende Lebenshaltungskosten, und jetzt sollen auch noch die Löhne stagnieren.
Die Kehrtwende bei den Lohnzuschlägen markiert einen Wendepunkt im post-Brexit-Arbeitsmarkt. Unternehmen stellen sich auf längere Durststrecken ein - und die Arbeitnehmer zahlen die Rechnung.
Arbeitgeber reduzieren Einstellungsquote, da das Bewerberangebot steigt
Der Umfrage zufolge sind die Arbeitgeber bei der Einstellung von Personal zurückhaltend. steigende Kosten und eine schwache Konjunktur. Viele Unternehmen haben Expansionspläne, wie etwa Neueinstellungen, aufgeschoben, bis sie mehr Anzeichen dafür sehen, dass sich die Konjunktur wieder stabilisiert.
Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitssuchenden gestiegen. Die Zahl der verfügbaren Kandidaten hat sich so stark erhöht wie seit 2020 nicht mehr. Arbeitsplatzverluste, Einstellungsstopps und die Sorge um Arbeitsplatzunsicherheit haben dazu geführt, dass mehr Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten.
Die Zahl der offenen Stellen ging den sechsten Monat in Folge stark zurück. Am stärksten sanken die Stellenausschreibungen im Einzelhandel und im Gastgewerbe. Nur die Baubranche meldete eine höhere Nachfrage nach Festangestellten – ein seltener Lichtblick.
Die Zahl der Festanstellungen ging erneut zurück, da Kostendruck und Unternehmenszurückhaltung die Einstellungsquote bremsten. Allerdings war der Rückgang der niedrigste seit drei Monaten, was darauf hindeutet, dass der schlimmste Abschwung vorüber sein könnte.
Moderates Lohnwachstum verringert Inflationsrisiko, erhöht aber politischen Druck
Für die Bank of England ist die Nachricht eine gewisse Erleichterung. Die politischen Entscheidungsträger befürchteten, dass Arbeitnehmer angesichts der zuletzt stark gestiegenen Inflation höhere Löhne fordern würden. Bisher haben sich diese Befürchtungen nicht bewahrheitet. Ein langsameres Lohnwachstum verringert das Risiko von Zweitrundeneffekten, die andernfalls die Inflation verfestigen könnten.
Für die Regierung ist die Lage jedoch komplizierter. Schwaches Lohnwachstum und steigende Arbeitslosigkeit erschweren Starmers Versprechen, den Lebensstandard zu verbessern. Familien leiden bereits jetzt unter den steigenden Lebensmittelpreisen und Energiekosten. Und die drohenden Steuererhöhungen im Herbsthaushalt könnten den Druck nur noch erhöhen.
Jon Holt, Group Chief Executive und Senior Partner bei KPMG in Großbritannien, sagte, das Handelsumfeld Sei weiterhin „komplex“, und viele Vorstandsvorsitzende hielten sich mit weiteren Investitionen und Neueinstellungen zurück.
Neil Carberry, Geschäftsführer des REC, sagte, es gebe noch Leben auf dem Arbeitsmarkt, merkte aber an, dass das Gesamtbild angesichts der geringeren Zahl verfügbarer Stellen und der steigenden Zahl an Arbeitssuchenden gedämpft bleibe. Er warnte, die Unternehmen würden den Herbsthaushalt aufmerksam beobachten, in der Hoffnung, dass der Finanzminister Maßnahmen vermeide, die die Personalkosten erhöhen.
Der Rückgang der Lohnzuwächse ist für die Bank of England ein gutes Argument, in den kommenden Monaten Zinssenkungen in Erwägung zu ziehen. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt und der Inflationsdruck nachlässt , werden die Rufe nach geldpolitischer Unterstützung immer lauter.
Für Familien ist das schleppende Lohnwachstum jedoch Realität: Die Einkommen bleiben hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück. Einmal mehr steht die Kluft zwischen Löhnen und Preisen im Mittelpunkt der britischen Wirtschaftsdebatte.
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