SEC steigt aus Memecoin-Regulierung aus – und das hat Gründe
Die US-Börsenaufsicht SEC zieht sich überraschend aus der Regulierung von Memecoins zurück. Ein strategischer Schachzug – oder schlicht Überforderung angesichts des absurden Marktgetöses?
Hintergründe: Die Behörde gibt keine offizielle Begründung, aber Insider vermuten eine Mischung aus regulatorischer Ohnmacht und politischem Druck. Schließlich lässt sich selbst die mächtigste Finanzaufsicht der Welt nicht gern von Dogecoin & Co. veralbern.
Folgen: Während Bitcoin-Maximalisten triumphieren, warnen Traditionalisten vor Wildwest-Zuständen. Die nächste Bullrun-Parade der Meme-Coins startet wohl ohne lästige Regulierungs-Bremsen.
Bonus-Zynismus: Banker reagieren erleichtert – endlich hat jemand anderes das Problem mit nutzlosen digitalen Assets.
Hinter dieser politischen Kehrtwende steht eine umfassendere Neuausrichtung der SEC in Bezug auf die Regulierung von Kryptowährungen unter der aktuellen Regierung. Seit der Rückkehr von Präsident Trump hat die Kommission eine deutlich liberalere Haltung gegenüber der Branche eingenommen. Dies ist jedoch nicht ohne Kontroversen geblieben.
Kritiker haben Bedenken hinsichtlich der engen Verbindungen der Familie Trump zum Kryptomarkt geäußert. Die Trump Organization kontrolliert Berichten zufolge den Großteil des TRUMP-Tokens, dessen Wert im Januar nach einer Empfehlung des ehemaligen Präsidenten in den sozialen Medien auf $15 Milliarden gestiegen war. Obwohl der Wert des Tokens später wieder gefallen ist, generiert er weiterhin Einnahmen durch Transaktionsgebühren.
Das Weiße Haus besteht darauf, dass kein Interessenkonflikt vorliegt, und behauptet, Trumps Vermögen werde in einem von seinen Kindern verwalteten Trust gehalten. Aber Gesetzgeber wie Senator Richard Blumenthal warnen, dass diese Regelung von externen Interessengruppen ausgenutzt werden könnte, um Einfluss auf den Präsidenten zu gewinnen.
Was die SEC betrifft, betonte Peirce, dass es der Behörde um regulatorische Klarheit gehe – nicht um politische Loyalität. „Wir hatten keine einheitlichen Regeln. Jetzt ist es das Ziel, einen Schritt zurückzutreten und einen klareren Rahmen zu schaffen“, sagte sie und deutete damit längerfristige Bemühungen an, die Einordnung von Kryptowährungen in das Bundeswertpapierrecht zu überarbeiten.
Vorerst sollten Anleger, die sich mit Memecoins beschäftigen, mit minimaler Aufsicht und maximalem Risiko rechnen.