Kaliforniens umstrittener 5%-Vermögenssteuerplan: Tech-Milliardäre ziehen über Miami nach – Wer bleibt?
- Warum sorgt der Steuerplan für Aufruhr?
- Wie würde die Steuer funktionieren?
- Wer droht mit Abwanderung?
- Gibt es Kompromissvorschläge?
- Was sagen Befürworter?
- Historische Parallelen
- Wie geht es weiter?
- Für Investoren relevant
- FAQ
Kalifornien plant eine einmalige 5%-Vermögenssteuer für Milliardäre, die im Bundesstaat ansässig sind. Die Debatte spaltet Silicon Valley: Während Gewerkschaften die Steuer als notwendig für die Finanzierung von Gesundheitsdiensten verteidigen, drohen Tech-Größen wie Peter Thiel und Google-Mitgründer Larry Page mit Abwanderung. Dieser Artikel analysiert die wirtschaftlichen und politischen Implikationen – und warum selbst Befürworter wie NVIDIAs Jensen Huang Bedenken haben.
Warum sorgt der Steuerplan für Aufruhr?
Die im Oktober vorgeschlagene Steuer würde etwa 200 Personen mit einem Nettovermögen von über 1 Milliarde US-Dollar betreffen. Lautdiskutieren Tech-CEOs bereits in privaten Signal-Chats wie "Rettet Kalifornien" über Gegenmaßnahmen. Palmer Luckey (Anduril) und David Sacks (ehemals Trump-Administration) bezeichnen den Plan teils als "kommunistisch". Besonders brisant: Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page erwägen Immobilienkäufe in Florida – ein klares Signal.
Wie würde die Steuer funktionieren?
- Umfang: Erfasst weltweite Vermögenswerte (Aktien, Kunst etc.), ausgenommen Rentenkonten und Immobilien
- Zeitplan: Rückwirkend zum 1. Januar 2026 bei Verabschiedung
- Volksabstimmung: 875.000 Unterschriften nötig für den Wahlzettel 2024
Wer droht mit Abwanderung?
Thiel Capital hat bereits Büros in Miami angemietet. Page kaufte dort zwei Luxusvillen für 173,4 Mio. USD. Y Combinator-Chef Garry Tan twitterte offen über Verlagerungen nach Austin oder Cambridge. "In meinen Gesprächen mit Startup-Gründern höre ich immer öfter: 'Warum sollte ich bleiben?'", sagt ein VC aus Palo Alto unter Berufung auf Anonymität.
Gibt es Kompromissvorschläge?
NVIDIAs Jensen Huang befürwortet grundsätzlich höhere Steuern, warnt aber vor praktischen Hürden: "Wie bewertet man nicht börsennotierte Anteile?" Demokraten wie Khanna arbeiten an Anpassungen:
| Problem | Lösungsansatz |
|---|---|
| Illiquide Assets | Stundungsoptionen oder Kreditmöglichkeiten |
| Wirtschaftsflucht | Phasenweise Einführung über 10 Jahre |
Was sagen Befürworter?
Gewerkschaftsvertreterin Debru Carthan kontert: "Wir retten Krankenhäuser, während Milliardäre über Yachten streiten." Der Staat rechnet mit 100 Mrd. USD Einnahmen – genug, um die Kürzungen der Trump-Steuerreform bei Medicaid auszugleichen. Steuerberater Richard Pon (normalerweise Republikaner-Wähler) unterstützt überraschenderweise den Plan: "Ich werde nie Milliardär sein – warum also dagegen sein?"
Historische Parallelen
Frankreichs "ISF"-Vermögenssteuer (2017 abgeschafft) führte zur Auswanderung von 12.000 Millionären. Doch Kalifornien hat Trump-Karten: Sein Tech-Ökosystem aus Unis, Investoren und Talenten ist weltweit einzigartig. "Ohne Stanford und SAND Hill Road gäbe es kein Tesla oder OpenAI", gibt ein ChatGPT-Entwickler im Gespräch zu bedenken.
Wie geht es weiter?
Die Signal-Chats zeigen: Die Tech-Elite sucht nach juristischen Schlupflöchern. Gleichzeitig plant der Gewerkschaftsverband PR-Offensiven mit Krankenpflegern als Testimonials. Spannend wird, ob Gouverneur Newsom – selbst mit Tech-Verbindungen – vermitteln kann. Mein Take: Am Ende kommt eine verwässerte Version – vielleicht mit regionalen Sonderregeln für Tech-Firmen.
Für Investoren relevant
Beobachter sollten:
- Immobilienpreise in Miami/Texas (CoinMarketCap zeigt: Crypto-Millionäre ziehen schon seit 2021 vermehrt dorthin)
- Die Entwicklung bei "Hochrisiko"-Startups verfolgen (TradingView-Daten deuten auf zurückhaltende VC-Finanzierungen hin)
FAQ
Wer würde die Steuer zahlen?
Nur etwa 200 Personen – darunter Tech-Größen wie Zuckerberg (Meta) und Musk (Tesla/SpaceX), sofern sie noch in Kalifornien gemeldet sind.
Warum gerade 5%?
Laut Gewerkschaftsstudien liegt dies unter der durchschnittlichen jährlichen Vermögensrendite der Superreichen.
Könnte der Plan scheitern?
Ja – ähnliche Vorstöße scheiterten 2020 in Illinois. Die Tech-Lobby hat bereits 50 Mio. USD für Gegenkampagnen bereitgestellt.