Bitwise-CIO erklärt, warum der Bitcoin-Preis unter 100.000 US-Dollar feststeckt

Bitcoin steckt seit Wochen unter der magischen 100.000-Dollar-Marke fest. Händler rätseln, Analysten sind gespalten, und die Crypto-Community pendelt zwischen Hoffnung und Frustration. Doch laut Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, bedeutet diese Konsolidierung nicht das Ende des Bullenmarktes. Im Gegenteil: Er hält diese Phase für einen seltenen Marktmoment, der sich als einer der wichtigsten Wendepunkte in der Bitcoin-Geschichte erweisen könnte.
Ein Grund für die Pause: Die US-Regierung hatte vorübergehend ihren Betrieb eingestellt. In dieser Zeit wurden zahlreiche Zulassungen, ETF-Anträge und kryptorelevante Verfahren verzögert. Produkte wie XRP-, Litecoin-, Solana- und Hedera-ETFs waren zwar technisch genehmigt, aber neue Anträge konnten nicht bearbeitet werden.
Jetzt, da die Behörden wieder arbeiten, rechnet Hougan mit einer Flut neuer ETF-Genehmigungen, Produktlaunches und institutioneller Zugangsmöglichkeiten. In seinen Worten sind das „nichts als Rückenwind“ für den Kryptomarkt. Die Folge: Der Markt könnte bald einen kräftigen Schub erhalten.
Trotz positiver Nachrichten prallte Bitcoin mehrfach an der 100.000-Dollar-Marke ab. Hougan zufolge hat sich dieser Preis zu einem psychologischen Meilenstein entwickelt. Viele langfristige Halter – manche hatten noch nie zuvor verkauft – entschieden, teilweise Gewinne mitzunehmen.
Interessanterweise zeigte sich dieser Verkaufsdruck kaum in direkten Bitcoin-Transaktionen. Stattdessen nutzten Halter Optionen, um ihr Aufwärtspotenzial zu verkaufen – eine steueroptimierte Strategie. Doch der Effekt war derselbe: geringere Aufwärtsdynamik. Man könnte von einer unsichtbaren Verkaufswelle sprechen, die den Kurs ausbremste.
Viele Investoren leiden noch unter den Narben vergangener Crashes – von FTX bis zu gescheiterten Meme-Coins. Wer seit 2013 mehrere Marktzyklen überstanden hat, agiert besonders vorsichtig, um nicht erneut in einen mehrjährigen Bärenmarkt zu geraten. Diese Angst bremste Großinvestitionen und hielt die Bullenenergie niedrig.
Hinzu kam das Ausbleiben eines deutlichen Altcoin-Booms, was dem Gesamtmarkt an Schwung fehlen ließ und die Handelsaktivität dämpfte.
Trotz der Konsolidierung sieht Hougan keinen dauerhaften Peak für Bitcoin. Seiner Ansicht nach verliert die alte Vier-Jahres-Zyklus-Theorie an Bedeutung. Stattdessen werde der Markt künftig auf neue Fundamentaldaten reagieren: mehr institutionelles Kapital, klarere Regulierung, tokenisierte Assets und globaler ETF-Zugang.
Er bezeichnet diese Phase sogar als „Geschenk für Langfristinvestoren“, da die fundamentale Marktstärke größer Sei denn je. Sobald der restliche Verkaufsdruck nachlässt und die institutionelle Nachfrage einsetzt, könnte Bitcoin in eine kräftige Aufwärtsphase starten – und Skeptiker überraschen.
Übersetzung: Sh1b4rmy