Krypto-Börsen droht Verbot unter neuen Singapur-Regeln

Es wird eng! Singapur sendet eine klare Botschaft an Krypto-Firmen: Wer von hier aus ausländische Kunden ohne Lizenz bedient, dem droht das Aus.
Seit dem 30. Juni hat die Monetary Authority of Singapore (MAS) neue Regeln durchgesetzt, die alle Anbieter von digitalen Token-Dienstleistungen (DTSPs) – auch solche, die nur mit ausländischen Kunden arbeiten – verpflichten, eine Lizenz zu besitzen oder zu schließen. Verhandlungsraum gibt es kaum.
Die Zentralbank betonte, sie habe „die Latte für die Lizenzvergabe hoch gelegt und wird generell keine Lizenz erteilen“ für Firmen, die ausschließlich Nicht-Singapur-Kunden bedienen.
Der Grund: Laut MAS bergen solche Geschäftsmodelle höhere Geldwäsche-Risiken, und die Aufsichtsbehörde kann sie nicht angemessen kontrollieren, wenn ihre Hauptaktivitäten im Ausland stattfinden.
Aufräumen nach Krypto-Zusammenbrüchen
Die Verschärfung folgt auf eine turbulente Phase für Singapurs Krypto-Szene. Der einst solide Ruf des Landes litt nach dem Zusammenbruch von Three Arrows Capital und Terraform Labs, beide mit Sitz in Singapur.
3AC ging 2022 nach dem Marktcrash unter, Mitgründer Su Zhu wurde später am Flughafen Changi verhaftet und zu vier Monaten Haft verurteilt. Terraforms Do Kwon floh aus dem Land, wurde jedoch in Montenegro gefasst und wegen Betrugsvorwürfen in die USA ausgeliefert. Der Untergang des Unternehmens löschte rund 40 Milliarden US-Dollar an Anlegergeldern aus und löste weitere Verluste auf dem Krypto-Markt aus.
Angesichts dieser Ereignisse zieht die MAS nun eine klare Linie, um eine Wiederholung zu verhindern.
Branchenreaktion: Integrität zuerst!
Der Schritt wird von Analysten begrüßt, die darin eine längst überfällige Korrektur sehen.
„Mit dem neuen DTSP-Regime unterstreicht die MAS, dass finanzielle Integrität eine rote Linie ist“, so Chengyi Ong, Head of Asia Pacific Policy bei Chainalysis.
Die Anwaltskanzlei Gibson, Dunn & Crutcher wies zudem darauf hin, dass die Änderung Singapur an die Standards der Financial Action Task Force (FATF) anpasst – den globalen Maßstab für Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsregeln.
Was es für Krypto-Firmen bedeutet
Für Krypto-Unternehmen, die Singapur als Basis für Auslandsgeschäfte nutzen, ist die Änderung konsequent, aber hart. Sie müssen sich entweder lizenzieren lassen oder gehen.
Hinter der Maßnahme steht weniger eine Repression als Singapurs Bestreben, seinen Ruf als seriöser Akteur im globalen Finanzwesen zu wahren. Nach zwei spektakulären Pleiten will die MAS Vertrauen zurückgewinnen. Man darf gespannt sein.
Übersetzt von Sat0shiZ