Bessent kritisiert die Fed als „zu komplex“ und befragt Finalisten zu Reformplänen
- Warum sieht Bessent die Fed als „überkomplex“ an?
- Wer sind die Finalisten für den Fed-Vorsitz?
- Was kritisiert Bessent am aktuellen Fed-System?
- Wie steht es um die Zinsaussichten?
- Fragen und Antworten zur Fed-Reformdebatte
Während die Finalisten für den Präsidentenposten befragt werden, übt Bessent scharfe Kritik an der wachsenden Komplexität des Systems. Die Kandidaten müssen sich Fragen zur Geldpolitik, Bilanzsteuerung und Kommunikationsstrategie stellen – allesamt Schlüsselthemen für die Zukunft der Zentralbank. Hier die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.
Warum sieht Bessent die Fed als „überkomplex“ an?
Scott Bessent, ein einflussreicher Finanzanalyst, hat in aktuellen Statements die zunehmende Komplexität der Federal Reserve scharf kritisiert. „Die Fed hat sich in ein Labyrinth aus Mechanismen verwandelt“, erklärt er im Gespräch mit unserem BTCC Research Team. Besonders problematisch SEI das „Regime der reichlichen Reserven“, das die Zentralbank seit der Finanzkrise 2008 aufgebaut hat. Dieses System, bei dem die Fed Zinsen auf Bankreserven zahlt, zeigt nach Bessents Ansicht zunehmend Schwächen – besonders in puncto Liquiditätssteuerung.
„Im Oktober erreichte der ständige Pensionskreditmechanismus 50,4 Milliarden Dollar, ein Rekord seit seiner Einführung 2021“, verweist Bessent auf konkrete Daten von TradingView. „Das sind Alarmzeichen für ein System, das dringend vereinfacht werden muss.“ Seine Kritik zielt besonders auf die Verflechtung von Geldpolitik, Bilanzmanagement und Regulierung – ein „komplexes Dreieck“, das selbst Experten vor Rätsel stelle.
Wer sind die Finalisten für den Fed-Vorsitz?
Das Auswahlverfahren für den nächsten Fed-Chef befindet sich in der entscheidenden Phase. Fünf Kandidaten stehen auf der Shortlist:
- Christopher Waller (amtierender Fed-Gouverneur)
- Michelle Bowman (Fed-Gouverneurin)
- Kevin Warsh (ehemaliger Fed-Gouverneur)
- Kevin Hassett (Direktor des National Economic Council)
- Rick Rieder (BlackRock-Manager)
„Jeder Kandidat wird intensiv zu seiner Vision für die strukturelle Reform der Fed befragt“, so Bessent. Besonderes Augenmerk liege darauf, wie die Bewerber die Interaktion zwischen Zinspolitik, Bilanzsteuerung und Marktkommunikation bewerten. Eine Entscheidung soll noch vor Weihnachten 2025 fallen – pünktlich zum Ende der aktuellen Amtszeit.
Was kritisiert Bessent am aktuellen Fed-System?
Die Kritikpunkte sind vielfältig:
- Reserven-System: Die „reichlichen Reserven“ funktionieren in der Praxis nicht wie theoretisch angenommen, besonders bei Liquiditätsengpässen.
- Kommunikationschaos: Zu viele Reden verschiedener Fed-Vertreter führen zu Marktverwirrung statt Klarheit.
- Regionalbanken-Probleme: Personalentscheidungen bei Regionalbanken entsprechen nicht den ursprünglichen Intentionen.
„Manche Regionalbank-Präsidenten pendeln zwischen New York und ihrem Distrikt – das untergräbt den lokalen Bezug“, moniert Bessent. Dabei spielt er auf den bevorstehenden Wechsel im Februar 2026 an, wenn mehrere Regionalbank-Chefs neu besetzt werden.
Wie steht es um die Zinsaussichten?
Interessant sind Bessents Bemerkungen zur Zinspolitik: „Die Gouverneure scheinen bereit für Zinssenkungen“, verrät er – ein Hinweis, der Marktbeobachter aufhorchen lässt. Gleichzeitig relativiert er Trumps jüngste Äußerungen zu möglichen Entlassungen bei der Fed: „Wer dabei war, wusste, dass es ein Scherz war.“
Die BTCC Research Abteilung weist darauf hin, dass Zinsentscheidungen der Fed direkte Auswirkungen auf Kryptomärkte haben können. „Historisch reagierte Bitcoin besonders sensibel auf Änderungen der US-Geldpolitik“, erklärt ein Analyst unter Verweis auf Coinmarketcap-Daten.
Fragen und Antworten zur Fed-Reformdebatte
Warum ist die Komplexität der Fed ein Problem?
Die wachsende Komplexität erschwert die Steuerung der Geldpolitik und erhöht die Anfälligkeit für Fehlfunktionen, besonders in Krisensituationen.
Wann wird der neue Fed-Chef ernannt?
Die Entscheidung wird vor dem 25. Dezember 2025 erwartet, möglicherweise bereits in den kommenden Wochen.
Wie könnte eine Vereinfachung der Fed aussehen?
Experten schlagen vor, das Reservensystem zu straffen, die Kommunikation zu zentralisieren und operative Prozesse zu standardisieren.