Michael Saylor setzt auf 6 Milliarden Dollar „Stretch“-Perpetual-Preferreds, um sein Bitcoin-Imperium zu finanzieren (2025)
- Was sind „Stretch“-Perpetual-Preferreds – und warum sind sie riskant?
- Wie funktioniert Saylors „BTC-Kreditmodell“?
- Warum verzichtet MicroStrategy auf Convertible Bonds?
- Wie steht BTCC zu MicroStrategys Vorstoß?
- Was passiert, wenn der Bitcoin-Preis einbricht?
- Fragen und Antworten zu MicroStrategys Finanzstrategie
MicroStrategy-Chef Michael Saylor geht ungewöhnliche Wege, um sein Bitcoin-Engagement zu finanzieren: Statt klassischer Aktienemissionen oder wandelbarer Schuldverschreibungen setzt er auf „Stretch“-Perpetual-Preferreds – eine Finanzierungsform, die selbst erfahrene Anleger staunen lässt. Diese Wertpapiere reizen die Risikotoleranz der Märkte aus, bieten keine Dividenden-Garantie und binden Kapital auf unbestimmte Zeit. Doch warum nimmt Saylor diese Hürden in Kauf? Und was bedeutet das für Bitcoin und die Krypto-Branche? Ein Deep Dive.
Was sind „Stretch“-Perpetual-Preferreds – und warum sind sie riskant?
Perpetual-Preferreds sind eine Mischung aus Aktien und Anleihen: Sie zahlen üblicherweise feste Dividenden, haben aber kein Fälligkeitsdatum. MicroStrategys „Stretch“-Variante treibt dieses Konzept auf die Spitze. Die Papiere sind nachrangig (d.h. im Insolvenzfall ganz hinten in der Gläubiger-Schlange), nicht kumulativ (ausgefallene Dividenden müssen nicht nachgezahlt werden) und teilweise sogar in Aktien statt Cash begleichbar. „Das ist institutionelles Neuland“, kommentiert Michael Youngworth von Bank of America. „8–10% Kupons klingen verlockend, aber bei einem Crash wird’s hässlich.“ Tatsächlich fehlt MicroStrategy eine klassische Cashflow-Quelle – alle Dividenden hängen vom Bitcoin-Preis ab.
Wie funktioniert Saylors „BTC-Kreditmodell“?
Saylor argumentiert, Bitcoin selbst SEI die Sicherheit: Steigt der BTC-Preis, könne das Unternehmen durch Aufstockung der Preferreds theoretisch 100–200 Milliarden Dollar einsammeln – ohne Shareholder zu verwässern. Bisher klappt der Plan: 2025 wurden bereits vier Tranchen mit 6 Mrd. Dollar platziert, darunter ein 2,5-Mrd.-Deal, der Circles geplante IPO übertrumpft. Bemerkenswert: 25% der Käufer waren Privatanleger, die sonst kaum in Preferreds investieren. „Hier spielt der Hype-Faktor“, so Shortseller Jim Chanos im Bloomberg-Interview. „MicroStrategy nutzt die Retail-Euphorie, um sich hochzuleveragen.“
Warum verzichtet MicroStrategy auf Convertible Bonds?
CEO Phong Le begründet den Strategiewechsel mit den Lehren aus 2022: Damals brachte ein Bitcoin-Backted-Loan von Silvergate das Unternehmen an den Rand. Perpetuals bieten mehr Flexibilität – sie müssen nie zurückgezahlt werden. Allerdings entfällt damit auch ein Hedge-Instrument für Investoren. Convertibles ließen sich bisher durch Delta-Hedging absichern, was institutionelle Käufer anlockte. Die „Stretch“-Notes bieten dagegen kaum Schutzmechanismen. „Das ist purer Bitcoin-Leverage“, warnt Chanos, der parallel Short auf MicroStrategy-Aktien und Long auf BTC geht.
Wie steht BTCC zu MicroStrategys Vorstoß?
Der Krypto-Börse BTCC zufolge spiegelt der Vorfall eine größere Trendwende wider: „Unternehmen nutzen Krypto-Assets zunehmend als Collateral – aber MicroStrategy geht weiter als je zuvor.“ Daten von CoinMarketCap zeigen, dass BTC-besicherte Kredite seit 2023 um 320% gestiegen sind. Allerdings basieren diese meist auf Over-Collateralization, während Saylors Modell auf steigende Kurse angewiesen ist. Ein BTCC-Analyst warnt: „Bei einem prolonged bear market könnte die Dividendenlast zum Bumerang werden.“
Was passiert, wenn der Bitcoin-Preis einbricht?
Hier offenbart sich die Achillesferse: MicroStrategy könnte gezwungen sein, Aktien unterhalb des NAV-Floors (2,5x Nettoinventarwert) zu emittieren – was bestehende Aktionäre verärgern würde. Zwar lassen einige Tranchen Dividendensprünge zu, doch der Reputationsschaden wäre immens. Youngworth rechnet vor: „Bei 10 Mrd. Emission und 8% Kupon müsste das Unternehmen jährlich 800 Mio. Dollar aufbringen – ohne operatives Einkommen.“ Saylor bleibt dennoch optimistisch: Sein „HODL“-Mantra schließt Notverkäufe explizit aus.
Fragen und Antworten zu MicroStrategys Finanzstrategie
Warum bevorzugt Saylor Perpetual-Preferreds gegenüber klassischen Anleihen?
Weil sie keine Fälligkeit haben und somit nie zurückgezahlt werden müssen. Das gibt MicroStrategy dauerhaften Zugang zu Kapital, ohne Bitcoin-Bestände verkaufen zu müssen – ganz nach Saylors „HODL“-Prinzip.
Wie viel hat MicroStrategy 2025 bereits durch Preferreds eingesammelt?
Laut Bloomberg-Daten waren es bis August 2025 vier Tranchen mit insgesamt 6 Milliarden US-Dollar, darunter ein Rekorddeal über 2,5 Milliarden im Juli.
Können die „Stretch“-Dividenden in Aktien statt Cash gezahlt werden?
Ja, einige Tranchen sehen diese Option vor – ein weiteres Risiko für Anleger, da die Aktien bei schlechter Marktlage stark verwässert werden könnten.