Mt.-Gox-Gründer drängt auf Hard-Fork-Plan zur Rückerlangung von 80.000 gestohlenen Bitcoin
Mark Karpelès, der ehemalige CEO der inzwischen geschlossenen Börse Mt. Gox, fordert die Bitcoin-Community auf, einen Netzwerk-Hard-Fork in Betracht zu ziehen, um 80.000 Bitcoin zurückzuholen, die mit dem Hack der Plattform in Verbindung stehen. Der Vorschlag wurde als formeller Pull-Request im GitHub-Repository eingereicht. Darin wurde ein Konsens vorgeschlagen, der eine Methode zur Rückgewinnung der 79.956 BTC beschreibt, die während des Angriffs auf Mt. Gox im Jahr 2011 gestohlen wurden.
Die gestohlenen Coins wurden nach dem Hack der Börse im Jahr 2011 auf eine einzelne Adresse transferiert. Seitdem ist diese Adresse inaktiv, und es wird angenommen, dass der Private Key vom Angreifer kontrolliert wird. Da niemand aus dem Rehabilitationsprozess Zugriff auf den Schlüssel hat, sind die Mittel unerreichbar geblieben. Der neue Hard-Fork-Vorschlag sieht eine neue Konsensregel vor, die es ermöglichen würde, genau diese Bitcoins mit einer Signatur von einer offiziellen Wiederherstellungsadresse auszugeben, anstatt mit dem Schlüssel des Angreifers. Die Änderung würde nur diese eine Wallet betreffen und andere Bitcoin-Transaktionen nicht beeinflussen. Für die Umsetzung ist eine breite Übereinstimmung im Netzwerk erforderlich, und sie würde nur zu einem zukünftigen Blockhöhenzeitpunkt erfolgen, wenn sie genehmigt wird.
Der Hard-Fork-Vorschlag, der die Regeln von Bitcoin neu definieren könnte
Die Mt.-Gox-Börse hat einen Hard-Fork vorgeschlagen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass alle Knoten im Bitcoin-Netzwerk aktualisieren müssten, um die neue Regel zu akzeptieren. Ohne vollständige Koordination und Akzeptanz dieser Regel besteht das Risiko einer Chain-Split, bei der sich das Netzwerk in zwei Versionen aufteilt, die unter unterschiedlichen Regeln arbeiten. Viele Befürworter argumentieren, dass dieser Fall einzigartig sei. Sie verweisen auf den klaren Diebstahl, die lange Inaktivitätsphase und die Existenz eines unter japanischer Gerichtsaufsicht stehenden Rehabilitationsverfahrens, das bereits dabei hilft, zurückgewonnene Mittel an Gläubiger zu verteilen. Kritiker warnen hingegen, dass eine Änderung der Bitcoin-Konsensregeln zur Umleitung von Mitteln das Kernprinzip der Unveränderlichkeit schwächen könnte. Sie argumentieren, dass, sobald eine Ausnahme gemacht wird, es in Zukunft schwierig sein könnte, eine Grenze für andere Fälle zu ziehen.