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Aktienmarkt stützt US-Wirtschaft trotz stagnierender Jobs und politischer Unsicherheit (Stand: September 2025)

Aktienmarkt stützt US-Wirtschaft trotz stagnierender Jobs und politischer Unsicherheit (Stand: September 2025)

Author:
R3ktPort
Published:
2025-09-28 13:16:03
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Während die Arbeitsmarktzahlen ins Stocken geraten und die politische Landschaft unberechenbar bleibt, hält der Aktienboom die US-Wirtschaft über Wasser. Doch unter der Oberfläche zeigt sich ein gespaltenes Bild: Während vermögende Haushalte von Rekordkursen profitieren, wächst bei der breiten Bevölkerung die Verunsicherung. Ein genauer Blick auf die aktuelle Lage.

Wie beeinflusst der Aktienboom die US-Wirtschaft?

Die Haushalte und Unternehmen geben weiterhin kräftig Geld aus – besonders für größere Anschaffungen. Die Inflation bleibt moderat, und der Wohnungsmarkt überrascht mit einem Drei-Jahres-Hoch bei den Neubauverkäufen. Während dieser Schwung in früheren Jahren von Konjunkturhilfen, niedrigen Zinsen und der lockeren Geldpolitik der Fed angetrieben wurde, kommt er heute vor allem von der Wall Street und dem Vermögenseffekt der Rekordindizes.

Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, bringt es auf den Punkt: "Dieser Aufschwung geht eindeutig auf den Aktienmarkt und den Vermögenseffekt zurück. Das ganze Ausgabenwachstum kommt von wohlhabenden Haushalten mit hohem Einkommen und Vermögen, deren Aktienportfolios gestiegen sind und die sich deshalb finanziell sicherer fühlen."

Warum ist die Stimmung trotz Rallye geteilt?

Die Rallye hält bereits das ganze Jahr über an, angetrieben durch Investitionen in künstliche Intelligenz und starke Industrie- und Kommunikationsunternehmen. Der Dow Jones hat über 9% zugelegt, der Nasdaq sogar 23%. Normalerweise steigt die Verbraucherstimmung bei fallender Arbeitslosigkeit und steigenden Aktienkursen – doch diesmal nicht.

Der Stimmungsindex der University of Michigan ist seit Januar um 23% gefallen, als Präsident Donald TRUMP ins Weiße Haus zurückkehrte. Im September sank der Index weitere 5,3%. Joanne Hsu, Direktorin der Umfrage, erklärt: "Die Stimmung bei Verbrauchern mit größeren Aktienbeständen blieb stabil, während sie bei denen mit geringeren oder keinen Beständen sank."

Wer profitiert wirklich vom Aktienboom?

Die Daten der Fed von St. Louis zeigen ein klares Bild: Die obersten 10% der Einkommensbezieher halten satte 87% des gesamten Aktienmarktes. Diese Konzentration birgt Risiken, wie Zandi warnt: "Die Wirtschaft ist sehr verwundbar, sollte der Aktienmarkt drehen – aus welchem Grund auch immer. Wenn die Leute plötzlich rote statt grüne Zahlen sehen und die Sparquote steigt statt fällt, wäre das bei der aktuell stagnierenden Beschäftigung ein Rezessionsszenario."

Wie steht es um die Bewertungen und die Inflation?

Die Bewertungen geben Anlass zur Sorge: Der S&P 500 handelt laut FactSet mit dem 22,5-fachen der erwarteten Gewinne für das nächste Jahr – deutlich über dem 5-Jahres-Durchschnitt von 19,9 und dem 10-Jahres-Durchschnitt von 18,6.

Trotzdem stieg der Konsum im August um 0,6%, wie das Handelsministerium mitteilte. Inflationsbereinigt waren es immerhin 0,4%. Die Kerninflation verharrt bei 2,9%, bleibt also über dem 2%-Ziel der Fed. Da die monatlichen Zahlen den Prognosen entsprechen, könnte die Fed im Oktober und vielleicht noch im Dezember die Zinsen senken.

Wie entwickelt sich das Wirtschaftswachstum?

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,8% – eine Revision, die einen halben Punkt höher ausfiel als zuvor. Die Fed von Atlanta erhöhte ihre Schätzung für das dritte Quartal auf 3,9%, 0,6 Punkte mehr als in der Vorwoche.

Die Aufträge für langlebige Güter schnellten in die Höhe, die Neubauverkäufe sprangen um 20%. Ein Anstieg der Arbeitslosenansprüche Anfang des Monats erwies sich als vorübergehend. Entlassungen bleiben niedrig, auch wenn die Lohnentwicklung flach verläuft.

Was sagen Experten zur aktuellen Lage?

Elizabeth Renter, Senior Economist bei NerdWallet, beobachtet ein paradoxes Phänomen: "Oft reduzieren Menschen ihre Ausgaben, wenn sie pessimistisch in die Zukunft blicken – doch diesmal ist das nicht der Fall. Tatsächlich hat die Konsumkraft die Wirtschaft in den letzten Jahren trotz hoher Inflation, hoher Zinsen und großer Unsicherheit stabil gehalten."

Doch sie warnt: "Die Wirtschaft balanciert auf Messers Schneide. Große Bevölkerungsgruppen partizipieren nicht am Aktienboom, und die allgemeine Stimmung liegt auf einem Niveau, das in der Vergangenheit mit Rezessionen einherging."

Renter fügt hinzu: "Die Verbraucher sind sich der aktuellen wirtschaftlichen Risiken, der Inflation und der Schwäche des Arbeitsmarktes bewusst. Das könnte an persönlichen Erfahrungen liegen – etwa den deutlich gestiegenen Lebensmittelpreisen – oder an der nervösen Verfolgung wirtschaftlicher Schlagzeilen. Auf jeden Fall fühlen sich die Menschen nicht wohl in der aktuellen Wirtschaftslage."

Fragen und Antworten zur aktuellen Wirtschaftslage

Wie wirkt sich der Aktienmarkt auf die US-Wirtschaft aus?

Der Aktienmarkt stützt die Wirtschaft durch den Vermögenseffekt – wohlhabende Haushalte geben mehr aus, da ihre Portfolios steigen. Allerdings profitieren nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen.

Warum sinkt die Verbraucherstimmung trotz guter Börsen?

Während Anleger von den Rekordkursen profitieren, spüren viele Haushalte die Belastungen durch Inflation und Arbeitsmarktunsicherheiten. Die Stimmung ist besonders bei denen gesunken, die nicht am Aktienboom teilhaben.

Welche Risiken birgt die aktuelle Situation?

Die Konzentration der Aktienbesitze bei den Top-10% macht die Wirtschaft anfällig für Kursrückgänge. Sollten die Kurse fallen, könnte dies die Konsumausgaben bremsen und eine Rezession auslösen.

Wie ist die Inflationsentwicklung?

Die Kerninflation liegt bei 2,9%, über dem 2%-Ziel der Fed. Die monatlichen Zahlen entsprechen jedoch den Prognosen, was Zinssenkungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich macht.

Wie steht es um das Wirtschaftswachstum?

Das BIP wuchs im zweiten Quartal mit 3,8%, für das dritte Quartal wird 3,9% erwartet. Der Arbeitsmarkt bleibt stabil, auch wenn die Lohnentwicklung stagniert.

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