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Vertrauen Investoren zu sehr auf die „Taco“-Strategie? Trump’s neue Zölle könnten den europäischen Markt erschüttern

Vertrauen Investoren zu sehr auf die „Taco“-Strategie? Trump’s neue Zölle könnten den europäischen Markt erschüttern

Author:
PumpNdump
Published:
2025-07-17 09:34:02
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Die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald TRUMP über neue Strafzölle auf europäische und mexikanische Waren haben bei Investoren überraschend wenig Reaktionen ausgelöst. Doch Analysten warnen: Das übermäßige Vertrauen in die sogenannte „Taco“-Strategie („Trump Always Comes Out“) könnte sich als fataler Fehler erweisen. Während die Märkte zunächst gelassen bleiben, könnten die geplanten 30% Zölle das europäische Wirtschaftswachstum langfristig bremsen und sogar die US-Konjunktur belasten.

Warum reagieren die Märkte so gelassen auf Trumps Zolldrohungen?

Am 1. August sollen die neuen Strafzölle in Höhe von 30% auf Waren aus der EU und Mexiko in Kraft treten. Doch im Gegensatz zu den heftigen Marktreaktionen im April – als der Stoxx 600 nach Trumps Ankündigung um insgesamt 12% einbrach – zeigen die europäischen Börsen diesmal nur minimale Bewegungen. Der Stoxx 600 verlor lediglich 0,06% unmittelbar nach der Ankündigung und weitere 0,4% am Folgetag.

„Die Investoren nehmen die Drohungen nicht ernst“, erklärt Michael Field, Marktstratege bei Morningstar. „Sie glauben fest an die ‚Taco‘-Strategie – die Überzeugung, dass Trumps Ankündigungen meist nur Verhandlungstaktiken sind und selten vollständig umgesetzt werden.“ Diese Haltung könnte sich jedoch als riskante Wette erweisen, warnt Field.

Was macht die aktuelle Situation gefährlicher als frühere Zolldrohungen?

Kevin Yin, Investment-Vizepräsident bei Asterozoa Capital, sieht einen kritischen Unterschied zu früheren Handelskonflikten: „Trump hat diesmal mehr Spielraum. Die US-Märkte boomen und ignorieren die Zolldrohungen, was ihm mehr politischen Handlungsspielraum gibt.“ Yin weist jedoch auf ein mögliches Damoklesschwert hin: „Steigende US-Staatsanleihen-Renditen könnten die Regierung letztlich zu einem versöhnlicheren Kurs zwingen.“

Anthony Esposito, CEO von Ascalonvi Capital, warnt: „Die EU wird nicht so leicht nachgeben, wie Trump vielleicht hofft. Eine vollständige Umsetzung der 30%-Zölle könnte eine breite Verkaufsbewegung bei europäischen Vermögenswerten auslösen.“ Besonders gefährdet seien Exporteure wie Automobilzulieferer.

Wie stark könnten die Zölle die europäische Wirtschaft treffen?

Die Auswirkungen hängen entscheidend von der Höhe der Zölle ab. Während 10% Zölle – wie sie Großbritannien bereits erlebt – verkraftbar wären, könnten 30% das europäische BIP-Wachstum für Jahre deutlich bremsen, warnt Dan Coatsworth von AJ Bell.

Allerdings gibt es auch beruhigende Faktoren: Anthony Willis von Columbia Threadneedle weist darauf hin, dass nur 18-20% der EU-Exporte in die USA gehen. „Der Großteil des europäischen Handels bleibt unberührt“, so Willis. Dennoch könnte eine 30%-Sonderabgabe die europäische Aktienrallye beenden – der Stoxx 600 ist seit Jahresbeginn bereits über 7% gestiegen, der deutsche DAX sogar 21%.

Könnten die Zölle auch den USA schaden?

Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil warnte kürzlich: „Trumps Zölle haben nur Verlierer – sowohl in Europa als auch in den USA.“ Eine 30%-Abgabe könnte den transatlantischen Handel nachhaltig verändern und Europa zwingen, seine exportorientierte Strategie zu überdenken.

Frankreichs Finanzminister Éric Lombard betonte die europäische Entschlossenheit: „Wir erleben globale Handelskonflikte und sind überzeugt, dass europäische Souveränität in diesen Zeiten entscheidend ist.“ Sollte keine Einigung erzielt werden, seien „entschlossene Gegenmaßnahmen“ notwendig.

Wie sollten sich Investoren positionieren?

Esposito empfiehlt eine defensive Strategie: „Bei 30% Zöllen würde ich auf Edelmetalle setzen und europäische sowie amerikanische Aktien mit Vorsicht behandeln.“ Verteidigungsaktien, Finanzwerte und Bergbauunternehmen könnten sich seiner Meinung nach besser entwickeln – vorausgesetzt, die Verteidigungsbudgets steigen weiter und die EZB hält die Zinsen bei etwa 2%.

Yin ergänzt: „Eine vollständige Umsetzung könnte zu Verkäufen bei US-Staatsanleihen führen, während Edelmetalle und inländische Industrieaktien profitieren könnten.“

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Analysen basieren auf aktuellen Markteinschätzungen und können sich jederzeit ändern.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die „Taco“-Strategie?

Die „Taco“-Strategie („Trump Always Comes Out“) beschreibt die Haltung vieler Investoren, Trumps Zolldrohungen nicht ernst zu nehmen, da sie oft als Verhandlungstaktik dienen und selten vollständig umgesetzt werden.

Wie hoch sind die geplanten Zölle?

US-Präsident Trump plant eine 30%ige Sonderabgabe auf Waren aus der EU und Mexiko, die AB 1. August in Kraft treten soll.

Warum reagieren die Märkte diesmal anders als im April?

Im April führten Trumps Ankündigungen zu einem 12%igen Einbruch des Stoxx 600. Die aktuelle Gelassenheit erklärt sich durch die weit verbreitete „Taco“-Strategie und die Annahme, dass es sich wieder um Verhandlungstaktik handelt.

Welche europäischen Branchen wären am stärksten betroffen?

Besonders gefährdet sind exportorientierte Branchen wie die Automobilzulieferer. Analysten sehen aber auch Chancen für defensive Sektoren wie Verteidigung, Finanzen und Bergbau.

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