Polen, Kasachstan und Brasilien erhöhen ihre Goldreserven trotz Rekordpreisen im Jahr 2025
- Warum kaufen Zentralbanken trotz hoher Preise weiter Gold?
- Welche Länder führten die Goldkäufe 2025 an?
- Wie entwickelten sich andere bedeutende Goldkäufer?
- Warum verlangsamte China sein Goldkauf-Tempo?
- Wer verkaufte Gold 2025?
- Was bedeutet das für den Goldmarkt?
- Häufig gestellte Fragen
Während die Preise 2025 neue Höchststände erreichten, stockten zahlreiche Zentralbanken – angeführt von Polen, Kasachstan und Brasilien – ihre Bestände massiv auf. Die Zahlen des World Gold Council zeigen ein klares Bild: Institutionelle und private Investoren kauften dreimal mehr Gold als Zentralbanken, doch letztere blieben trotz Rekordpreisen aktiv. Ein tiefer Einblick in die Strategien der größten Goldkäufer des Jahres.
Warum kaufen Zentralbanken trotz hoher Preise weiter Gold?
Die Antwort ist einfach: Sicherheit geht vor. 2025 erwarben Zentralbanken weltweit 863 Tonnen Gold – deutlich über dem Jahresdurchschnitt von 473 Tonnen zwischen 2010 und 2021. "Gold spielt eine zentrale Rolle in der Diversifikation von Währungsreserven", erklärt ein BTCC-Analyst. "Besonders in Zeiten geopolitischer Spannungen und hoher Inflation." Interessanterweise wurden 57% dieser Käufe nicht offiziell gemeldet – ein Trend, der laut Metals Focus-Daten seit Jahren wächst.
Welche Länder führten die Goldkäufe 2025 an?
Drei Nationen stachen besonders hervor:
Der klare Spitzenreiter mit 102 Tonnen neuem Gold, darunter 35 Tonnen allein im vierten Quartal. Die polnische Zentralbank erhöhte ihr Goldziel von 20% auf 30% der Reserven und plant laut Gouverneur Adam Glapiński sogar 700 Tonnen – aus "nationalen Sicherheitsgründen". Aktuell hält Polen 550 Tonnen (28% der Reserven).
Legte mit 57 Tonnen die stärkste jährliche Zunahme seit 1993 hin. Nach einem Verkaufsstopp für lokale Produktion im Februar betonte Zentralbankchef Timur Suleimenov: "Wir bleiben Netto-Käufer, bis sich die globale Lage beruhigt."
Kehrte nach vierjähriger Pause mit 43 Tonnen zurück auf den Goldmarkt. Dennoch macht Gold nur 7% der brasilianischen Reserven aus – Potenzial für weitere Käufe?
Wie entwickelten sich andere bedeutende Goldkäufer?
Die Tschechische Nationalbank kaufte konsequent 20 Tonnen (Ziel: 100 Tonnen bis 2028), während die Türkei 27 Tonnen erwarb (gesamt 644 Tonnen mit Schatzamt). Aserbaidschans SOFAZ-Fonds sicherte sich 38 Tonnen in den ersten drei Quartalen – die Q4-Zahlen stehen noch aus.
Warum verlangsamte China sein Goldkauf-Tempo?
Die Volksbank Chinas fügte nur 3 Tonnen im Q4 hinzu – der geringste Zuwachs seit Anfang 2024. Dennoch summieren sich die Netto-Käufe 2025 auf 27 Tonnen (gesamt 2.306 Tonnen, 9% der Reserven). "China könnte intern mehr Gold produzieren oder über andere Kanäle kaufen", spekuliert ein Marktbeobachter.
Wer verkaufte Gold 2025?
Die Verkäuferliste ist kurz: Singapur (15 Tonnen), Russland (6 Tonnen), Deutschland (1 Tonne für Münzprägung) und Jordanien (1 Tonne). Die eigentliche Überraschung? Laut Refinitiv-Daten entspricht der offizielle Verkauf nicht der physischen Nachfrage – ein Hinweis auf versteckte Käufe.
Was bedeutet das für den Goldmarkt?
Gold überholte 2025 US-Staatsanleihen im Marktwert (5 vs. 3,9 Billionen Dollar). "Dieser Trend wird anhalten", prognostiziert ein BTCC-Research-Team. "Zentralbanken kaufen diskret oder offen, während Investoren noch schneller zuschlagen." Die Zahlen sprechen für sich – und die Rally zeigt keine Ermüdungserscheinungen.
Häufig gestellte Fragen
Warum kaufen Zentralbanken trotz hoher Preise Gold?
Zentralbanken sehen Gold als langfristigen Wertstabilisator und Schutz gegen Währungsrisiken. Hohe Preise sind dabei sekundär – es geht um strategische Reserven.
Welches Land kaufte 2025 am meisten Gold?
Polen führte die Liste mit 102 Tonnen an, gefolgt von Kasachstan (57 Tonnen) und Brasilien (43 Tonnen).
Wie viel Gold kauften Zentralbanken 2025 insgesamt?
Offiziell 863 Tonnen, inklusive nicht gemeldeter Käufe schätzt der World Gold Council jedoch deutlich höhere Zahlen.