Mitte Januar Realitätscheck: Wärmt sich der Kryptomarkt auf oder kühlt er ab?
Nach den Feiertagen und dem üblichen Jahresstart-Rauschen normalisiert sich der Markt. Die erste Januarwoche war von Vorsicht geprägt, mit einem zaghaften Aufwärtstrend bei den großen Kryptowährungen, dem jedoch die kraftvolle Bestätigung fehlte. Anleger und Trager beobachten nun, ob diese Phase der Konsolidierung die Grundlage für den nächsten Aufwärtsschub legt oder ob die frühe Euphorie verpufft und einer Phase der Ermüdung weicht. Mitte Januar erweist sich damit als kritische Entscheidungszone für die Sentiment- und Positionierung.
Die Bewertung konzentriert sich auf konkrete Signale statt auf leere Versprechungen. Es geht darum, die Erwartungen nach den ersten beiden Handelswochen neu zu kalibrieren und die Glaubwürdigkeit durch eine datengetriebene Analyse zu untermauern.
Preisaktion sendet gemischte Signale
Die Preisbewegungen von Bitcoin und den großen Altcoins zeigen ein uneinheitliches Bild. Bitcoin bewegt sich weiterhin in einer bekannten Range, ohne eine klare Richtung vorzugeben. Einige Altcoins zeigen kurze Aufwärtsimpulse, denen jedoch oft die Nachhaltigkeit fehlt. Dieses Verhalten Mitte Januar ist aussagekräftiger als die volatilen Tag-1-Bewegungen zu Jahresbeginn. Es spiegelt die Suche nach einer neuen Gleichgewichtslage wider, nachdem die unmittelbaren Effekte der ETF-Zulassungen in den USA verarbeitet sind. Ob die Kurse sich langsam nach oben arbeiten oder an Schwung verlieren, wird sich in den kommenden Sitzungen zeigen. Absolute Aussagen über einen bestätigten Trend sind derzeit nicht angebracht.
Volumen und Marktteilnahme werden neu bewertet
Die Handelsvolumina bleiben ein Schlüsselindikator für die wahre Überzeugung der Marktteilnehmer. Nach einem initialen Anstieg zu Jahresbeginn sind die Volumina auf ein normales Niveau zurückgekehrt. Dies könnte auf anhaltendes Zögern hindeuten. Die Aktivität im Derivatesektor, gemessen an der Open Interest und der Finanzierung von Perpetual Swaps, zeigt ebenfalls keine übermäßige Risikobereitschaft. Die Spot-Marktpartizipation scheint verhalten. Für eine echte „Erwärmung“ des Marktes wäre ein anhaltender Anstieg der Spot-Volumina bei gleichzeitiger gesunder Preisentwicklung notwendig. Aktuell deutet die Volumenlage eher auf eine Phase der Beobachtung und des Abwartens hin.
Institutionelle Signale bleiben subtil
Die täglichen Nettozuflüsse oder -abflüsse der US-Bitcoin-ETFs werden genauestens beobachtet. Die Daten zeigen ein wechselhaftes Bild mit teils positiven, teils negativen Tagen, was auf einen selektiven, noch nicht breit angelegten institutionellen Einstieg hindeutet. Die Dominanz von Bitcoin bleibt hoch, was in unsicheren Phasen typisch ist und Kapital in das vermeintlich sicherere Asset fließen lässt. On-Chain-Indikatoren für langfristige Halter (HODLer) zeigen Stabilität, während die Bewegung von Geldern zu Börsen keine alarmierenden Verkaufsmuster erkennen lässt. Die institutionelle Präsenz ist spürbar, agiert aber zurückhaltend und abwartend, statt den Markt zu treiben.
Was die Waage zum Kippen bringen würde
Trader achten nun auf klare Bestätigungssignale für eine der beiden Richtungen. Eine nachhaltige Erwärmung würde sich durch mehrere aufeinanderfolgende Tage mit signifikanten Nettozuflüssen in die ETFs, verbunden mit steigenden Tiefstständen (higher lows) bei Bitcoin, ankündigen. Eine positive Korrelation mit traditionellen Risikoassets wie Tech-Aktien bei gleichzeitig sinkender impliziter Volatilität könnte das Vertrauen stärken. Umgekehrt würde ein Abkühlen durch anhaltende ETF-Abflüsse, ein Durchbrechen wichtiger Unterstützungsniveaus bei sinkendem Volumen und ein Wiederaufleben der Furcht (Fear-&-Greed-Index zurück in „Furcht“-Bereich) signalisiert. Der makroökonomische Kalender mit Zinsentscheidungen und Inflationsdaten wird ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Risikoneigung spielen.
— Übersetzt von HashR8te