Berkshire Hathaway kauft für 4,9 Milliarden Dollar Alphabet-Aktien – doch Warren Buffett war es nicht
- Warum der Alphabet-Kauf so überraschend kommt
- Wer hinter der milliardenschweren Transaktion steckt
- Gleichzeitige Reduzierungen bei Apple und Bank of America
- Buffetts Thanksgiving-Brief und die Zukunft Berkshires
- Die aktuelle Portfoliozusammensetzung
- Häufig gestellte Fragen
In einer überraschenden Wendung hat Berkshire Hathaway im dritten Quartal 2023 massiv in Alphabet investiert, während gleichzeitig die Beteiligungen an Apple und Bank of America reduziert wurden. Die 17,8 Millionen neu erworbenen Alphabet-Aktien im Wert von 4,9 Milliarden Dollar markieren einen strategischen Kurswechsel für das Investmentunternehmen. Besonders bemerkenswert: Die Transaktion erfolgte offenbar nicht auf Initiative von Warren Buffett, sondern wurde vermutlich von seinem designierten Nachfolger Greg Abel oder den Portfoliomanagern Ted Weschler und Todd Combs getätigt.
Warum der Alphabet-Kauf so überraschend kommt
Der Einstieg bei Alphabet bricht mit Buffetts langjähriger Investitionsphilosophie. Der legendäre Investor hatte sich stets von Technologieaktien ferngehalten – mit Ausnahme von Apple, das er als Konsumgüterunternehmen betrachtet. Bereits 2019 gestand Buffett ein, es SEI ein Fehler gewesen, Alphabet nicht früher gekauft zu haben, als die Aktie noch bei etwa 59 Dollar notierte. Doch anstatt diesen Fehler zu korrigieren, blieb Berkshire jahrelang untätig, während Alphabet bis September 2023 bereits um 51,3% gestiegen war, davon 37% allein im Quartal des Kaufs.
Wer hinter der milliardenschweren Transaktion steckt
Alles deutet darauf hin, dass Greg Abel, der 2024 die CEO-Nachfolge antreten wird, die Entscheidung traf. Im Gegensatz zu Buffett ist Abel nicht von früheren Zögern belastet und hat in den letzten Jahren bereits mehr Verantwortung übernommen. Alternativ könnten auch die Portfoliomanager Weschler und Combs die Transaktion initiiert haben, die bereits früher Technologieinvestments für Berkshire getätigt haben. Der Kauf stellt die größte Positionserhöhung im Berkshire-Portfolio im dritten Quartal dar und übertrifft sogar die 1,2-Milliarden-Dollar-Erhöhung bei Chubb.
Gleichzeitige Reduzierungen bei Apple und Bank of America
Parallel zum Alphabet-Kauf reduzierte Berkshire seine Apple-Position um 15% (10,6 Milliarden Dollar) auf nun 238 Millionen Aktien. Seit Beginn der Verkäufe vor zwei Jahren wurde die Position insgesamt um 74% verringert. Dennoch bleibt Apple mit 64,9 Milliarden Dollar (21% des Portfolios) die größte Einzelposition. Auch die Bank-of-America-Beteiligung wurde um 6,1% (1,9 Milliarden Dollar) auf 568 Millionen Aktien reduziert – ein Rückgang von 43% seit Anfang 2018. Weitere Verkäufe betrafen Verisign, dessen Reduzierung bereits im August angekündigt worden war.
Buffetts Thanksgiving-Brief und die Zukunft Berkshires
In seinem ungewöhnlich langen Thanksgiving-Brief (über sieben Seiten) gab Buffett Einblicke in die Übergangsphase. Er kündigte an, sich künftig zurückzuziehen, während Abel die Kommunikation mit Aktionären übernehmen wird. Gleichzeitig bekräftigte er sein Vertrauen in Abels Führungsqualitäten. Persönliche Anekdoten – wie die über das Fingerabdrucknehmen von Nonnen in seiner Kindheit – verliehen dem Brief eine menschliche Note. Buffett erhöhte zudem seine Spenden an die von seinen Kindern geführten Stiftungen um 17% auf insgesamt 1,3 Milliarden Dollar.
Die aktuelle Portfoliozusammensetzung
Neben den US-Investitionen hält Berkshire bedeutende Positionen in Japan (u.a. Itochu, Mitsubishi) und Hongkong. Der Alphabet-Kauf markiert möglicherweise den Beginn einer neuen Ära bei Berkshire Hathaway – einer Ära, in der die nächste Generation von Investoren zunehmend den Kurs bestimmt, während Buffett sich schrittweise zurückzieht.
Häufig gestellte Fragen
Warum hat Berkshire Hathaway in Alphabet investiert?
Obwohl Warren Buffett Technologieaktien traditionell gemieden hat, erkannte Berkshire die Stärke von Alphabet/Google bereits vor Jahren. Die Entscheidung wurde vermutlich von Greg Abel oder den Portfoliomanagern getroffen, die weniger Berührungsängste mit dem Sektor haben.
Wie hat sich Berkshires Apple-Position entwickelt?
Berkshire hat seine Apple-Beteiligung in den letzten zwei Jahren um 74% reduziert, zuletzt im Q3 2023 um 15% (10,6 Mrd. Dollar). Dennoch bleibt Apple die größte Einzelposition im Portfolio.
Wer wird Berkshire Hathaway nach Buffett führen?
Greg Abel, aktuell Vice Chairman, wird 2024 die Nachfolge als CEO antreten. Buffett hat bereits große Teile der Verantwortung an ihn übertragen und bekräftigte im Thanksgiving-Brief sein Vertrauen in Abels Führungsqualitäten.