Wochenrückblick Kalenderwoche 25 – 2025
Wall Street reagiert ohne Verzögerung
Nur einen Tag nach der Verabschiedung des GENIUS Acts kündigte die etablierte Bank JPMorgan Chase ein neues Pilotprojekt an. Der Finanzriese testet einen digitalen Token namens „JPMD“, der Dollar-Einlagen im Verhältnis 1:1 abbildet – ähnlich wie Stablecoins, aber ausschließlich durch Bankeinlagen gedeckt. Laut der Bank ist JPMD daher eine überlegene Alternative zu Stablecoins. Im Pilotprojekt wird eine festgelegte Menge des Tokens auf das Base-Netzwerk von Coinbase übertragen. Ziel ist es, die Nutzung für internationale und dezentrale Anwendungen durch institutionelle Investoren zu testen.
Crypto Valley fällt zurück
Zwischen 2015 und 2019 spielte Crypto Valley dank klarer Richtlinien und politischer Zusammenarbeit eine führende Rolle. Danach wurde es eher ruhig. Die Schweiz verlor allmählich an Bedeutung als Drehscheibe für Blockchain-Unternehmen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, lud die Swiss Blockchain Federation (SBF) 30 Branchenvertreter ins Bundeshaus ein. Nach einer Führung durch den Zuger Ständerat Matthias Michel hielt Bundesrat Guy Parmelin eine Rede und versprach die Unterstützung des Bundesrates für die Branche. Das Ziel ist es, die Position der Schweiz als führenden Blockchain-Standort langfristig zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gesetzgebung für Stablecoins und Anpassungen der FinTech-Lizenz.
Tokenisierter Aktienhandel
Die US-Kryptobörse Coinbase strebt die Genehmigung der SEC an, um den Handel mit tokenisierten Aktien anzubieten. Falls genehmigt, wäre sie die zweite Plattform nach Kraken – und die erste in den USA. Tokenisierte Aktien übertragen traditionelle Wertpapiere in digitale Token, die auf Blockchain-Technologie basieren. Anleger halten keine direkten Anteile, sondern einen Token, der Eigentumsrechte repräsentiert. Laut Paul Grewal, CLO von Coinbase, bietet das Modell 24/7-Handel, schnellere Abwicklung und niedrigere Kosten – vorausgesetzt, die SEC gibt grünes Licht.
Krypto-Konflikt zwischen Israel und Iran
Zusätzlich: Die iranische Kryptobörse Nobitex war diese Woche Ziel eines Cyberangriffs, bei dem rund 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen gestohlen wurden. Die pro-israelische Hackergruppe Gonjeshke Darande, auch bekannt als „Predatory Sparrow“, übernahm die Verantwortung. Blockchain-Analysen zeigten, dass die gestohlenen Mittel an sogenannte „Burner-Adressen“ gesendet wurden, um sie dauerhaft zu zerstören. Der Angriff scheint politisch motiviert gewesen zu sein, nicht finanziell. Der Vorfall erschütterte die Krypto-Community und führte zu landesweiten Internet- und Telefonstörungen, da die iranische Regierung versuchte, weitere Angriffe abzuwehren. Die Ereignisse unterstreichen die wachsende Rolle von Cyberangriffen in geopolitischen Konflikten und die hohe Anfälligkeit kritischer Infrastrukturen im digitalen Zeitalter.
Übersetzt von GasF33s